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(07.02.2016)

MoR

Meine Seele ist zerrissen und mein Körper nur noch ein sinnloses Stück aus Haut und Fleisch. Dann kommt mir der Gedanke – wenn ich jetzt für immer gehen würde, gibt es da überhaupt jemand der mich vermissen würde. Einen einzigen Menschen der um mich trauern würde? Ich glaube die Welt verschließt die Augen vor mir und sieht nicht meine stummen Hilfeschreie – keiner sieht wie ich innerlich von Ängsten zerfressen werde. Die Mauer um mein Herz und meine Seele wird immer höher, meine Schreie verhallen und kein Laut dringt nach außen. Keine Chance das jemand hört wie ich um Hilfe schreie. Sag mir, wo ist der Mensch, der mir die Hand reicht und meine Mauern zum Einstürzen bringt, damit ich wieder der Mensch werde, der ich einmal war.

Fotograf: Graffity https://www.facebook.com/Graffity-165
Model, Bildbearbeitung und Text: MoR


(19.02.2016)

MoR 1

Manchmal, wenn es wieder ganz schlimm ist, verkrieche ich mich in mein Innerstes, mach mich ganz klein und versuche nur noch für mich alleine da zu sein, endlich zur Ruhe zu kommen. Hier an diesem Ort bin ich geborgen, wie damals als kleines Kind. Doch ganz lässt die Realität mich auch hier nicht los und in meinem Kopf schwirren Gedanken hin und her.
Was geschieht, wenn ich mich nicht mehr hier alleine an diesem Ort verkriechen kann um die Wärme zu spüren, die die Natur mir gibt. Was geschieht, wenn ich mich wieder den Tatsachen stellen muss, wieder stark sein muss, so wie es mir in meiner Kindheit beigebracht wurde. „Sei stark, denn wenn Du Schwäche zeigst, bist du angreifbar“.
Ich stehe immer wieder auf, verlasse diesen warmen und vertrauten Ort, stelle mich all den Dingen, die mich verletzen und zeige nach außen hin Stärke. So wie alle die Jahre zuvor.
Doch die Welt prasselt über mich herein wie ein donnerndes Gewitter, niemand der mich hält, niemand der für mich da ist. Und dann bin ich wieder soweit, das ich zusammenbreche und fliehe; fliehe in die Wärme der Natur. Die Wärme, die mich auffängt und hält. Wieder einmal nur eine kurze Zeit zur Flucht in mein warmes, vertrautes Nest.
So ist jeder Tag ein auf und ab, doch irgendwann kommt die Zeit an dem jemand da ist und sagt: „Komm, ich reich dir meine Hand und ich helfe Dir, ich bin für Dich da und wir beide schaffen es gemeinsam“

HOFFNUNG !!!!!

Fotograf: Uli Dunkel
Model, Bildbearbeitung und Text: MoR


(04.03.2016 – Mein Weg hinaus aus der Depression)

MoR & Ingo Danesch

Wie oft frage ich mich… wer reicht mir die Hand, was kann mir helfen um aus diesem Sumpf zu entfliehen. All die Jahre ein kleines AUF und ein großes AB. Immer diese Hintergedanken, wie ich es in der Kindheit lernen musste – Du musst stark sein, denn wenn du das nicht bist, dann bist du angreifbar. Aber ich will ja gar nicht immer stark sein; und dieser Gedanke verfolgt mich schon mein ganzes Leben lang. Irgendwann ist es dann wieder so schlimm, das ich ganz tief falle, meine Mauern werden wieder soooo hoch und niemand ist da der mir die Hand reicht.
Doch das ist jetzt vorbei. Ich habe den Menschen gefunden, der mich aus dem Sumpf zieht und mich wieder aufbaut. Er gibt mir mein Selbstwertgefühl zurück und nicht nur das. Alles, das was mich die ganzen Jahre in die Enge getrieben hat, mich immer verfolgt hat – DU MUSST STARK SEIN – diese Bürde, liegt nicht mehr auf meinen Schultern. Er gibt mir Wärme und Freiheit.
Und er gibt mir etwas ganz wichtiges – eine Möglichkeit auch körperlich zu spüren, wie es ist, nicht stark sein zu müssen – er schenkt mir diese Momente im Leben und lässt es einfach zu, das da ein Mensch ist, der mir mit seinem Tun so vieles gibt. Für viele wird das nicht nachvollziehbar sein – sie denken bei dem Foto an Gewalt. Doch für mich ist es ein seelisches und körperliches Fliegen. Fliegen in eine andere Welt, in eine Welt von Freiheit und sehr viel körperlicher und seelischer Nähe.

Ich danke den Beteiligten das sie mir diesen Weg gezeigt haben….

Foto: Graffiti
Rigger: Ingo Danesch
Model/Bunny, Bildbearbeitung und Text: MoR


(09.03.2016 – Bestandsaufnahme – ausgebrannt)

Tiphareth Pics of my life 3

Ich saß mal wieder im Zug vor meinem aufgeklappten Laptop und überarbeitete eine Präsentation. Müdigkeit überkam mich und ich sehnte mich nach einer Mütze Schlaf. Lange schon wachte ich jede Nacht gegen drei Uhr auf und konnte nicht mehr einschlafen. Ich hatte mich schon so sehr daran gewöhnt, dass ich aufstand und am PC arbeitete. So war es auch in der vergangenen Nacht. Jetzt brauchte ich nur noch kleinere Korrekturen vornehmen. Wie automatisiert bewegte ich den Mauszeiger über die letzte Seite. Fertig. Ich verstaute den Laptop, lehnte mich müde zurück und ließ meinen Blick durch die verschneite Landschaft gleiten.
„Haben Sie Schmerzen?“ Ich erschrak. Eine ältere Dame mit schwarzen Wollhut und roter Nase hatte sich zu mir gesellt. Ihre kleinen Augen lugten hüpfend unter der breiten Krempe hervor. „Wieso?“, fragte ich. „Aber junge Frau. Sie reiben ständig ihre Hand….“ Dann legte sie Ihre kleine, runzlige Hand auf meine. „…und Sie sehen so traurig aus, so tief traurig.“ Ich starrte Sie mit offenem Mund an und war sprachlos. Was hatte die ältere Dame da gerade gesagt? Mein Magen krampfte sich zusammen und ich hatte Mühe zu atmen. Tränen schossen mir in die Augen und ich fing unwillkürlich an zu weinen. „Aber junge Frau. Was ist denn mit Ihnen?“ Sie streichelte immer noch meine Hand und kramte zugleich in ihrer kleinen braunen Handtasche. Ein besticktes Stofftaschentuch kam zum Vorschein, dass sie mir flugs unter die Nase hielt. Erinnerungen an meine Großmutter kamen in mir hoch und ich musste noch heftiger weinen. „Aber was ist denn mit Ihnen?“ Ich zuckte mit den Schultern: „Ich weiß es nicht.“
Lange nachdem die nette, ältere Dame ausgestiegen war, saß ich noch wie erstarrt und blickte in die vorüberziehende weiße Welt. Ich massierte immer noch meine Hand und erst jetzt bemerkte ich die Schwellung. Erschrocken versuchte ich den Ehering abzuziehen. Keine Chance. Ruckartig zückte ich meine Handtasche und rannte Richtung WC. Da gibt es Seife, war mein rettender Gedanke. Und so war es auch. Nach langem Mühen hatte ich den Ring vom Finger gezogen, steckte ihn in die Tasche und ging auf meinen Platz. Die Hand sah bedenklich aus. Daumen und Zeigefinger waren angeschwollen und der Druck wuchs jetzt ins Schmerzhafte. Doch das verdrängte ich sofort, denn ich war am Ziel meiner Reise und musste aussteigen.
Am Bahnsteig wurde ich bereits erwartet. Ich hatte Mühe meinen Koffer, den Laptop und die Handtasche zu jonglieren, da meine linke Hand ausgestiegen war. Der Kollege schaute mich grinsend an und fragte: „Geht’s?“ Unwillkürlich liefen mir die Tränen über die Wangen und ich blieb schlagartig stehen. Mein Herz raste und ich schaute in sein grinsendes Gesicht. Was mache ich hier eigentlich? Ich erschrak und ließ mein Gepäck fallen. „Ich fahre wieder zurück. Sie übernehmen heute.“ Er schluckte: „Das kann ich nicht.“ Doch ich kramte schon in meiner Handtasche, auf der Suche nach dem Stick. „Bitte, hier ist alles drauf, was Sie brauchen. Rufen Sie mich gern an. Ich helfe Ihnen. Viel Erfolg.“ Dann sammelte ich meine sieben Sachen zusammen, drehte mich um und bestieg wieder den Zug. Erst im Restaurant spürte ich meinen ganzen Körper zittern und fiel auf den erstbesten Stuhl. Und zum ersten Mal gestand ich mir ein:
Ich bin ausgebrannt!

Fotograf und Bildbearbeitung: Dirk Ludwig Fotografie
https://www.facebook.com/Dirk-Ludwig-Fotografie-1486620414…/
www.dirk-ludwig.de
Text: Lisa M. Lenardi
Model: Tiphareth Pics of my life


(09.03.2016 – Pepo, der Clown)

Model NN 14

Die Lichter der Manege verschwanden langsam hinter dem Vorhang, der sich schloss als die Vorstellung vorbei war. Der Applaus der Menge drang wie das ferne Rauschen des Meeres an seine Ohren und wurde immer leiser bis es von dem quietschenden Geräusch seiner viel zu großen Schuhen übertönt wurde, während er zum Ausgang watschelte. Kaum hatte er das Zelt verlassen tauchte er wieder in das Bad des Publikums ein. Lachende Kinder umringten ihn und wollten mit ihm ein Autogramm, ein gemeinsames Foto oder beides haben. Pepos großer, rot geschminkter Mund reichte fast von Ohr zu Ohr als er Lachte und seinen Schabernack mit Groß und Klein trieb oder verzog sich zu einem großen O, wenn er seine Überraschung vortäuschte, dass plötzlich Wasser aus der Blume, die er in der Brusttasche seines Kostüms trug, in das Gesicht seines Gegenübers spritzte.
Er winke zum Abschied, als die Besucher gingen und sich der Platz vor dem Zirkuszelt langsam leerte. Als das letzte Kind in der Nacht, die Außerhalb des erhellten Kreises der Lichterketten lag, verschwunden war, ging er in seinen Wohnwagen. Wie immer lehnte er sich mit den Rücken an die geschlossene Tür und wartete bis er bereit war sich von seiner Rolle, die der tagtäglich verkörperte, zu lösen. Seine Schuhe schubste er mit seinen Füßen achtlos davon, riss sich die rote Nase aus dem Gesicht und warf sie hinterher, während er zum Schminktisch ging. Das Licht der Lampen, die den Spiegel umrahmten, stach in seine Augen und ließ ihn schmerzerfüllt blinzeln. Als er wieder sehen konnte, nahm er seine Perücke ab und legte sie achtsam auf den dafür vorgesehen Platz. Im Gegensatz zur Nase und den Schuhen war sie ein Geschenk von Pinky gewesen und es wäre falsch sie anders zu behandeln.
Sein Blick wanderte zum Spiegel, wo er sich selbst betrachtete. Im Gegensatz zur grellen Farbe seiner Perücke war sein richtiges Haar schwarz wie die Nacht und bildete einen starken Kontrast zu seinem Geschminkten Gesicht, in dem die kleine Nase, die meistens von einer übergroßen, roten Knolle verdeckt wurde, irgendwie fehl am Platze wirkte. Langsam begann Pepo sich abzuschminken, als erstes war sein geschminkter Mund dran. Dieser verfluchte, rote Mund der immerzu lachte, egal ob er es ernst meinte oder am liebsten weinen würde. Ein Clown musste Lachen und durfte nicht traurig sein, so waren die Regeln, was unter der Schminke steckte war den Menschen egal. Unter der Schminke kamen Lippen zum Vorschein, die lange nicht mehr gelacht hatten und von einem bitteren Zug geprägt waren, der sich über das ganze Gesicht zog.
Pepo stand auf, zog sich das Kostüm aus, warf sich einen Bademantel über und ging zum Nachttisch, wo ein gerahmtes Bild stand, das er in die Hand nahm. Das Bild zeigte eine Gruppe von vier Clowns die wie die Orgelpfeifen aufgereiht vor einem typischen Auto standen, das viel zu klein war um alle Aufzunehmen. Einer der Clowns war Pepo selbst, er stand zwischen dem kleineren Pinky und dem größeren Bellino, der wiederum neben dem großen Rico stand. Ein Stich ging durch Pepos Herz und Tränen tropften auf das Glas, das die Fotografie bedeckte. Das Band der Freundschaft zwischen ihnen war vom Leben gewaltsam zerschnitten worden und hatte nur Pepo zurückgelassen.
Es fing damit an, dass Bellino eines Nachts seine Sachen packte und in der Nacht verschwand, Rico fing darauf an zu trinken und ertrank dann in billigem Fusel, ehe Pinky die Wand mit einer Mischung aus Schminke, Gehirn, Blut und Knochensplittern verzierte und Pepo plötzlich alleine war. Clownskrankheit nannten es die anderen Mitglieder des Zirkus, immer nur Lachen und Fröhlichkeit vortäuschen, unabhängig davon wie es einem wirklich geht, macht einen irgendwann einfach kaputt, aber die Vorstellung musste ja weiter gehen, die Menschen wollten amüsiert werden. Pepo stellte das Bild wieder auf den Nachttisch ab und legte sich ins Bett wo er seinen Gedanken nachhing. Er wusste, dass auch er irgendwann den Zirkus auf irgendeine Art verlassen würde und das wissen, dass es niemanden stören würde, da man ja einen neuen Clown finden würde, machte ihn noch trauriger. Wie jeden Abend zog er sich die Decke übers Gesicht, rollte sich zusammen und weinte sich leise in den Schlaf.

Fotograf und Bildbearbeitung: Dirk Ludwig Fotografie
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www.dirk-ludwig.de
Text: Georg Britzkow
Model: NN


(12.03.2016)

Bianca Modelpage

Meine Depression gehört zu mir, wie mein Schatten, wie mein Lachen.
Sie kam schleichend in mein Leben und hat beschlossen hier erst mal ein paar Jahre zu bleiben.
Anfangs habe ich sie kaum bemerkt, doch was eine ordentliche Krankheit ist, bleibt nicht lange im Verborgenen. Als ich sie einfach über Jahre ignorierte, schlug sie zu. Mit voller Wucht und für mich sehr unerwartet. Ich hätte die Depression kommen sehen können, aber ich wollte nicht. Wer will schon eine chronische Krankheit sein Eigen nennen?
Bis ich hinschaute und sie mit einem vernünftigen „Hallo“ begrüßte, dauerte es. Ich habe lange mit mir gehadert und gekämpft. Die Akzeptanz von etwas unwillkommenem und unumstößlichen fällt mir nicht leicht. Doch als ich begann die Krankheit als einen Teil von mir und meinem Leben zu akzeptieren, kamen wir besser miteinander aus. Ich hörte vorsichtig hin, was mir meine Krankheit sagen möchte. Weil ich dabei mitten in einem bodenlosen Tief steckte, hatte ich kaum die Kraft ihr die Aufmerksamkeit zu widmen, die sie mit starker Kraft einforderte. Und das obwohl sie mich eigentlich erst in das schwarze Nichts gestoßen hatte, das mich so unausweichlich umgab. Um so mehr ich auf mich und meine Bedürfnisse hörte, umso heller wurde es um mich. Ich lernte nach und nach, auf mich zu achten und mich wertzuschätzen. Meine Sorgen und Bemühungen um meine Mitmenschen rückten in den Hintergrund, sodass endlich Platz für mich war und bis heute in großen Teilen ist. Unzählige Male fiel ich ein paar Stufen zurück in das schwarze Tief, dafür war es einfach zu dunkel und verzehrend. Aber ein paar unzählige Male mehr kam ich Stufe für Stufe in Richtung Oberfläche.
Die Depression beeinflusst mich bis heute. Im Alltag habe ich Einschränkungen in der Wahrnehmung und Sinnesverarbeitung, wenn zu viel um mich herum los ist oder ich zu wenig Ruhe und Zeit für mich habe. Aber ich habe gelernt, dass in diesen Überforderungsmomenten die Depression zu mir spricht. Sie fordert mich sehr eindrücklich auf, auf mich zu achten und mir selbst genügend Raum in meinem Leben zu geben. Wenn ich ihr in diesen Momenten aufmerksam zu höre, kann ich viel für mich und meine Selbstfürsorge lernen.
Diese Tage sind nicht rosig und nicht schön. Wenn sie da sind, hasse ich sie, weil es mir schlecht geht. Körperlich und psychisch. Die Depression zeigt mir ihre Macht und schränkt mich ein. Sie ist (ein Stück weit) unberechenbar und wird für lange Jahre ein Teil von mir sein.
Doch ich versuche nicht zurück in das bodenlose Schwarz zu fallen und die positiven Auswirkungen der Krankheit zu erkennen.

Fotograf und Bildbearbeitung: Dirk Ludwig Fotografie
https://www.facebook.com/Dirk-Ludwig-Fotografie-1486620414…/
www.dirk-ludwig.de
Text: Fräuleins wunderbare Welt
https://www.facebook.com/fraeuleinswunderbarewelt/
Model: Bianca Modelpage
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(12.03.2016 – Depressionen / Burnout)

Model NN 16

Ja auch ich bin davon betroffen. Ich will es nicht länger verheimlichen, denn dadurch wird es nicht besser. Ich will nicht bemitleidet werden oder verhätschelt werden. Ich will nur auf etwas aufmerksam machen, was immer noch ein verpöntes Thema in der Gesellschaft ist. Und vielleicht versteht der eine oder andere nun manche Verhaltensweisen von mir besser. Sollte ich zu irgendeiner Zeit jemandem zu nahe getreten sein oder falsche Eindrücke erweckt haben, so war das nie beabsichtigt. Seid euch bitte bewusst, das mir meine (echten) Freunde sehr viel wert sind und ich für die Menschen, die mir wichtig sind und mir am Herzen liegen, immer da sein werde, wenn sie mich wirklich brauchen.
Wenn man Depressionen / Burnout hat, dann sieht man das Leben nicht so positiv, wie es vielleicht sogar ist. Dann ist man mit den einfachsten Dingen überfordert. Man fängt an sich selber zu hassen, weil man die Dinge, die anderen so selbstverständlich von der Hand gehen, nicht mehr hin bekommt. Man fühlt sich als Versager, ungeliebt, unnütz und wertlos. Wenn man es nicht mal mehr aus eigenem Antrieb schafft, den täglichen Haushalt zu erledigen, eigentlich einfache Telefonate zu führen, Termine auszumachen und wahrzunehmen. Wenn man Depressionen / Burnout hat, dann ist ein Teller, 2 Töpfe und Besteck, die abgewaschen werden müssen, nicht einfach nur ein Teller, 2 Töpfe und Besteck, sondern ein riesiger, fast unüberwindbarer Berg. Da ist das Ausfüllen von einem Formular fast schon ein Marathon. Oder noch schlimmer, die dafür benötigten Unterlagen zusammen zu suchen. Fast ein Ding der Unmöglichkeit. Da lässt die Konzentration nach, man vergisst die einfachsten Sachen, die eigentlich Routine sind. Die Erinnerung ist kaum mehr da, man fühlt sich einfach ohnmächtig, weil man das Gefühl hat, die Kontrolle zu verlieren. Mal eben 5 Dinge einkaufen gehen – ohne eine Liste unmöglich. Ohne Kalender und Notizzettel ist man aufgeschmissen.
Das wiederum hat oft zur Folge, das man wütend auf sich selber wird, weil man so unfähig ist. Unfähig Dinge zu tun, die für andere selbstverständlich sind und für einen vor der Depression / Burnout auch selbstverständlich waren. Dinge, die ein gesunder Mensch mal eben nebenher erledigt. Man ist traurig, wütend und frustriert. Wird von außen oft nicht verstanden, wird als faul und unfähig abgestempelt, ausgelacht und für nicht voll genommen. Vor lauter Verplantheit wird man unaufmerksam, es passieren (zumindest mir) immer häufiger kleine Unfälle. Man soll sich nicht so anstellen, man soll das doch einfach machen. Wenn man eine Depression / Burnout hat ist nichts einfach…. nicht mal das aufstehen, geschweige denn das einschlafen. Ein Teufelskreis. Man ist müde, gerädert, man hat keine Motivation mehr, irgendwas zu tun, denn es fehlt einem der Sinn darin. Mutlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Resignation. Das dominiert den Tag. Wenn man abends schlafen gehen will, lassen einen die Gedanken nicht los.
Man denkt nach, über teilweise Sinnloses. Mir gehen oft einfach nur irgendwelche Liedtexte / Melodien durch den Kopf. Oft von Liedern, die ich nicht mal leiden kann und ich schon ewig nicht mehr gehört habe. Aber genau das verhindert das Einschlafen. Der Körper arbeitet auch im Schlaf auf Hochtouren. Eine Regeneration findet kaum mehr statt. Am nächsten Morgen wacht man übermüdet und gerädert auf. Der Stressfaktor wird immer höher. Man setzt sich selber unter Druck. Was bei mir auch ganz schlimm ist, das ich immer alles zu 1000 % erledigen muss. Andere sind stolz auf einen, man selber sieht das nicht und realisiert das nicht wirklich, denn man ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Man hat das sich selber gesteckte Ziel nicht erreicht. Dumm nur, wenn man sich Ziele steckt, die gar nicht erreichbar sind. Für den Körper sind diese Abläufe ähnlich, wie wenn er Hochleistungssport betreiben würde. Denn ein abschalten und entspannen sind in der Phase schon gar nicht mehr möglich. Man scheint es einfach verlernt zu haben. Es gibt ab und an Lichtblicke, die guten Tage, da geht man auch mal raus und kann ein „normales“ Leben führen. Aber passiert etwas unerwartetes, das einem nun nicht gefällt, dann ist das ganz schnell vorbei. Die Laune schlägt um und man könnte den ganzen Tag nur noch heulen bzw man tut es hinter verschlossener Türe auch.
Eine Aussage, die gar nicht so gemeint ist, weil man sie für sich selber interpretiert, wie es einem grad eben in den Sinn kommt, ist plötzlich das größte Drama und der Weltuntergang schlechthin und alles und jeder hat sich gegen einen verschworen. Selbst die blöde Sonne, über die man sich gerade noch so sehr gefreut hat, nervt einen jetzt nur noch, weil sie ungünstig durch die Scheibe fällt. Sich 2 cm auf dem Sofa bewegen, würde das „Problem“ schnell lösen. Statt dessen ist alles scheiße, die Sonne, der Vogel, der zwitschert, die Katze ist urplötzlich doof, weil sie grad jetzt nicht ruhig liegen bleiben will. Und wenn man an so schlechten Tagen dann doch raus muss, dann hat man meistens eine Maske auf, man funktioniert. Man lächelt, ist freundlich.
Viele Außenstehende würden nie auf die Idee kommen, das diese Person depressiv / überlastet sein könnte. So ging es mir auch. Als ich mich meiner besten Freundin anvertraut habe, wie es mir geht, wie ich mich fühle, das ich mich selbst manchmal verachte und mich nicht mag, mich hässlich und zu dick finde. Sie war schockiert, nein eher überrascht. Sie hätte es nie gedacht, ich wäre für sie immer ein Vorbild gewesen, was Selbstbewusstsein angeht. Nach außen wirke ich wohl oft sehr tough, unnahbar und stark. Manche behaupteten auch schon mal, ich wäre dominant. Man lernt, das nach außen hin zu symbolisieren und auszustrahlen, was einem Menschen mit unangenehmen Fragen auf Distanz hält. Nur sehr wenige Menschen vermögen es noch hinter die Kulissen zu blicken und zu sehen, wie es einem wirklich geht.
Viele interessiert es auch einfach nicht. Solange man funktioniert ist alles gut. Aber wehe man hört auf, wie gewohnt zu funktionieren. Dann ist man ganz schnell abgeschrieben. Wenn man vorgibt glücklich zu sein, man lacht und alles toll ist, dann forscht keiner nach, dann kommen keine Fragen, mit denen man sich plötzlich, mit sich und seinen Gedanken und Problemen, auseinander setzen müsste. Man funktioniert nach außen hin einfach. Sagt zu allem Ja und Amen, nur um keinen Widerstand oder irgendeine unangenehme Situation daraus zu bekommen. Ich habe mir meine Gesundheit ruiniert, weil ich in der Firma und auch sonst, einfach nur funktioniert habe, alles private hinten angestellt habe und es einfach versäumt habe, mir meinen privaten Raum / meine Sicherheitszone zu wahren.
Das ging solange gut bis zum nervlichen Zusammenbruch an einer für mich wichtigen Prüfung. Es wäre gar nicht so schlimm gewesen diese nicht zu bestehen, der Prozentsatz derer, die im ersten Anlauf bestehen, war relativ gering. Doch ich hab mich selber dermaßen unter Druck gesetzt, das ich das schaffen muss, das ich dadurch komplett versagt habe. Das war der Anfang vom Ende. Sicherlich ist die aktuelle Situation blöd für mich. Gleichzeitig war es auch meine Rettung. Ich bin endlich aufgewacht und habe mir selber eingestanden, dass ich ein gewaltiges Problem habe, ein Problem das ich alleine nicht bewältigen kann und das mich bald, hätte ich weiter gemacht wie bisher, mit Sicherheit ins Krankenhaus befördert hätte. Die Warnzeichen waren schon seit Jahren da, nur ich hab sie fleißig ignoriert. Jetzt kam der Denkzettel.
Wenn man sich hinter seiner Fassade versteckt und immer „funktioniert“, sich nicht wehrt, dann kann man zu Hause in all seinem Kummer und Weltschmerz versinken und sich einfach gehen lassen, sich den Süßkram in den Hals stopfen und immer unglücklicher werden. Die Welt ist ja so schlecht und ungerecht. Sicher ist nicht alles fair im Leben. Aber wer aufgibt hat schon lange verloren. Das Zuhause wird die Festung, mit großen grauen Mauern, die einen vor der bösen Welt zu schützen scheinen. In Wirklichkeit ziehen sie einen nur weiter hinein in den Sog aus Frust, Verzweiflung, Selbsthass und der absoluten Hoffnungslosigkeit. Der erste Schritt, um überhaupt aus dieser Spirale zu kommen, ist es sich selber einzugestehen, das man Hilfe braucht. Dann den Mut fassen, die Hilfe zu suchen.
Leider wird das auch heute noch von vielen Menschen herab gespielt. Leider auch von Ärzten, die einem Menschen helfen sollten, die unterstützen sollten, um diesen, eh schon mental verschüchterten Menschen, den Weg zu ebenen, wieder ein normales Leben führen zu können. Wenn man allerdings so einen Arzt bekommt wie ich (dem meiner Meinung die fachliche Approbation abgesprochen werden sollte) der einem trotz eindeutiger Diagnose vom Facharzt an den Kopf knallt, sich das alles nur einzubilden, dann ist das eher kontraproduktiv, bei dem Versuch irgendwie wieder fit zu werden.
An die psychische Belastung reihen sich oft noch verschiedene physische Beschwerden, denen keine organischen Beschwerden zugrunde liegen, die aber dennoch sehr real und oft stärker ausgeprägt sind. Gesagt zu bekommen, das man doch körperlich gesund sei, macht einen dabei fast wahnsinnig, denn die Schmerzen sind real. Hierbei spricht man von Psychosomatischen Beschwerden, die leider von vielen Ärzten gar nicht erst in Betracht gezogen werden.
Burnout / Depressionen, und seien es nur leichte Anzeichen dafür, sollten gleich ernst genommen werden und dem Betroffenen Hilfe angeboten werden. Wer stichelt und wohlgemeinte – lass dich nicht so hängen – Ratschläge vom Stapel lässt, der macht es meistens noch schlimmer. Ein offenes Ohr hilft am besten. Und wenn zum 10. mal dasselbe erzählt wird. Bitte einfach nur euren Freunden zuhören. Denn genau das ist es, was einem depressiven Menschen hilft. Keine klugen Sprüche oder gut gemeinten Ratschläge. Holt denjenigen mal ab für einen Spaziergang oder auf nen Kaffee zu trinken. Auch wenn Unlust geäußert wird. Von alleine schafft es ein depressiver Mensch nicht sich da zu überwinden. Depressionen / Burnout werden unterschätzt, es gibt mehr Leute denen es hinter ihrer Maske beschissen geht.
Wenn ihr bei Freunden etwas merkt, das sie sich zurückziehen, sich nicht mehr melden. Ihr seid ihnen nicht egal geworden…. sie können nicht anders, sie haben Angst vor Zurückweisung, Angst davor lästig zu sein, sie fühlen sich selber nicht liebenswert und überflüssig. Habt Verständnis. Sie melden sich nicht, weil sie es oft nicht anders können. Und nach längerer Sendepause sich oft einfach nicht mehr trauen, aus Scham, Angst und schlechtem Gewissen. Lasst die Menschen, die in die Spirale der Depression / Burnout gerutscht sind, nicht weiter abrutschen. Reicht ihnen die Hand, an der sie sich festhalten und wieder hinauf ziehen können.
Vielleicht versteht nun der eine oder andere, Verhaltensweisen von seinen Freunden besser.
Depressionen / Burnout haben nichts mit Charakterschwäche, Erziehungssachen, Launenhaftigkeiten zu tun, es handelt sich dabei nicht um ein „nicht wollen“, sich verschließen oder eine Trotzigkeit. Es ist eine ernstzunehmende, anerkannte Krankheit, die genauso wie Knochenbrüche, Grippe oder andere Krankheiten geheilt werden kann. Sie ist nur nicht so offensichtlich, da sie keinen „sichtbaren“ Verletzungen zeigt.

Fotograf und Bildbearbeitung: Dirk Ludwig Fotografie
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Text: Steffi Schliebe
Bildbearbeitung: HiQ-Visions


(19.03.2016 – Ich will leben, aber nicht so)

Darya

Es ist 8:15. Nach dem Arztbesuch ist ein Marsch in den nahegelegenen Wald, eine willkommene Möglichkeit, im Einklang mit der Natur den Tag zu beginnen.
Aber mein Hirn ist da anderer Meinung. Ich gehe, ein angenehm zügiges Tempo. Die Sonne ziert sacht die Baumwipfel der entfernten Hügel.
Ich spüre plötzlich eine zunehmende Anspannung. Mein Schritt wird schneller, ich laufe gegen die aufwallende Anspannung…Unbehagen, innere Leere machen sich breit. Ich weiß nicht was los ist und warum. Ich finde den MP3-Player in meiner Tasche…Volle Orchesterklänge dringen in mein Ohr, mein Innerstes bleibt unbeeindruckt starr finster…die Stille, die Natur, der Morgen- Der perfekte Tag zum Sterben!
Warum?? Ich weiß nicht so recht….endgültig Ruhe und Frieden finden im Schoß der Natur und gleichzeitig extreme Angst, vor der ewigen Ruhe, nicht mehr zu sein…ich spüre mich nicht mehr…was machen? Ich will doch leben!! Aber nicht so. Ich bete zu Gott, er möge mir Kraft geben und einen klaren Gedanken.
Ich suche einen Weg ins hier und jetzt. Ich ziehe meine Wanderschuhe von den Füßen und laufe über den schotterigen Waldweg….nach und nach spüre ich die Unebenheiten, die Kälte des zum Teil durchnässten Bodens, werde achtsamer im Schritt, beginne langsam mich wieder zu spüren. Die Anspannung mildert sacht ab, endlich Besserung! Immernoch Musik, aber nicht nur ins Ohr sondern auch ins Herz dringend, beruhigend. Die Sonne bahnt sich zusehends den Weg in den Tag. Hunde und ihre Besitzer kommen mit einem freundlichen “ Hallo“ entgegen. Wie schön doch Gottes Schöpfung sein kann.
Nach einem heftigen Gefühlsgewitter, Sonnenschein mit einem versöhnenden Regenbogen.


(25.03.2016)

Model NN 22

Alles fing an als ich klein war.
Ich wusste dass ich nicht wie die anderen war und das etwas nicht mit mir stimmt. Ich wurde immer von anderen gelobt wie brav ich doch sei, doch hat niemand bemerkt, dass mir etwas fehlt und ich traurig war. Mit 9 kam der „Umzug“ zu meinen Großeltern. Ab da nahm alles seinen Lauf. Ich ertrank in der tiefen Dunkelheit die mich umgab und meine Großeltern waren verzweifelt mit mir.
Kurzzeitig wurde es besser als ich Freunde in der Schule fand. Ich dachte ich habe diese Dunkelheit überwunden, doch als ich 14 Jahre alt wurde, kam alles anders. Ich hatte nicht bemerkt, dass die Dunkelheit mich schleichend wieder einhüllt und dann eines Tages schlug sie gnadenlos zu. Ich hatte das Gefühl Tage, Wochen und sogar Jahre in einem tiefen schwarzen Meer zu ertrinken. Ich sank bis auf den Grund des Meeres. Jeder in meinem Umfeld wusste nicht wie man mir helfen konnte…
Dann kam eine Vorstellung beim Arzt und es wurden schwere Depressionen festgestellt, der Arzt sagte dies geht auch wieder vorbei. Dem war aber nicht so.
Immer wieder wenn ich dachte, dass es besser wird schlug die Trauer, die Leere und die unendliche Dunkelheit wieder zu. Immer wieder viel ich in ein schwarzes Loch und kam nicht mehr heraus. Ich rollte mich ein, verkroch mich in meinem Zimmer und habe niemanden an mich heran gelassen. Als ich eines Tages daran dachte, einfach aufzugeben, nicht mehr zu versuchen aus dem Loch, in das ich gefalllen war, heraus zu klettern und nicht mehr vom Grund der dunklen Meeres aufzutauchen, kam ein kleiner Lichtblick. Jemand war plötzlich da für mich und half mir wieder auf. Es war wie eine Lampe die man in der Dunkelheit nutzte, um den Weg zu leuchten. Meine Familie atmete auf, doch irgendwann begann wieder alles von vorne nur schlimmer. Immer wieder gab es Leute die mir den Weg zeigten und ihn ein Stück mit mir zusammen gingen. Dennoch fühlte ich mich hilflos und aussichtslos.
Heute mit fast 22 Jahren habe ich zwar auch noch oft Probleme mit der Depression zu leben, aber es ist besser geworden. Dennoch ist sie wie der Schatten, der an dir gefesselt ist. Sie ist wie dein Spiegelbild, die Depression sieht meist aus wie du. Sie lauert wie ein Jäger auf seine Beute, wie das Monster in deinem Schrank oder unter dem Bett. Man versucht sie zu verdrängen, aber es funktioniert nicht. Auch noch heute hab ich in der Depression das Gefühl, alles beenden zu wollen. Einfach zu ertrinken oder einfach zu springen.
Man hat immer noch das Gefühl, dass man zerberstet.Die Seele zersplittert in tausend kleine Teile und dennoch rafft man die Scherben zusammen, weil man dieses innere Monster seiner selbst, was einem die Depression bringt, versucht zu zerstören. Wenn die Depression zuschlägt ist die Welt nur noch schwarz weiß und es gibt nur bestimmte Menschen, die dir die Farbe wieder zurück bringen. Selbst Menschen die einem wichtig sind, stößt man weg und man fühlt sich noch mieser, weil man diese Personen gekränkt hat. In der Phase des Ertrinkens lebt man in seiner eigenen Welt, solange bis jemand nach deiner Hand greift und dich aus dem Wasser zieht.
Und wenn du aus dem Wasser raus bist, ist Welt schon wieder etwas besser und du weißt das diese Dunkelheit, diese Trauer weiter darauf lauert dich komplett zu verschlingen und das Licht nie wieder eine Chance hat. Dennoch hast du Freunde und Familie die sich mit dir für die nächste Schlacht bereit machen und mit dir gemeinsam in diesen Kampf ziehen.

Fotograf und Bildbearbeitung: Dirk Ludwig Fotografie
https://www.facebook.com/Dirk-Ludwig-Fotografie-1486620414…/
www.dirk-ludwig.de
Text: Yuuki
Model: NN


(13.04.2016 – Triggerwarnung!!!)

J'adore - Modelpage

Was mache ich hier eigentlich? In meinem Kopf denke ich, ich bin geheilt, doch im wahren Leben, bin ich es nicht. Die Sehnsucht zu schneiden, ist so stark! Fast jeden Tag erbreche ich! Warum tue ich das? Warum fühle ich mich so alleine? Bin ich allein? Verwirrung. Angst! Habe ich mich überschätzt mit meinem Ziel?! Scheitere ich mal wieder? Nun ich breche mal wieder zusammen und möchte am liebsten aufgeben!
Aufgeben, um nicht mehr stark zu sein! Depression ist ein Arschloch, doch hat sie mich wieder in der Hand und ist wieder da… Was mache ich nur? So ganz allein. Ich müsste strahlen, denn meine Probleme sind eigentlich so klein, doch mein Kopf macht sie so riesig. Wo bleibt das Strahlekind, es wurde geraubt. Geraubt von einem Schleier. Dem Schleier, der Depression. Der Schleier hat die Macht und verwandelt das Strahlen in eine Stille. Eine Stille, die bis zur Unerträglichkeit geht. Fliehen ist vergebens, denn der Schleier kennt deine Wege. Die Wege, mit denen du versuchst zu fliehen. Es gibt einen anderen Weg, doch erstmal tappt man im Dunkeln, denn der Schleier lässt keine Sonne hinein. Keinen Strahl, denn der Schleier ist zu dicht. So dicht das Mikro-Strahlen keine Chance haben, dich zu erreichen. Die Augen sind offen, doch man sieht nichts, alles ist schwarz.
So schwarz, als wäre es die Seele auch. Der Schleier erreicht nicht die Seele. Sie ist zu mächtig, um schwarz zu werden. Die Farben der Seele, blenden den Schleier, um dass der Schleier die Seele nicht fangen kann. Warum kann die Seele einen nicht helfen? Sie kann nicht helfen, da sie nicht durch den Schleier deines Körpers, Kopfes und Geistes hindurch kommt. Es ist wie ein Bann für dich. Ein Bann, den du nicht erschufst, sondern der einfach mit deinem Leben entstand, ohne dass man es gemerkt hat. Im Inneren kämpft man, doch schafft man es nicht den Schleier zu durchbrechen. Irgendetwas hält einen auf, nur was ist es. Wie hat man es beim letzten Mal geschafft. Es ist immer wieder ein Rätsel. Ein Rätsel, auf das man gerne verzichten kann.

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