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(20.04.2016 – Triggerwarnung!!!)

Sandy

Jedes mal, wenn ich aus der Depression raus bin, freue ich mich so sehr, dass ich nicht weiter meinen Weg gehe und dann… dann passiert es!
Die Depression steht wieder neben mir mit einem Grinsen. Sie sagt: „Hallo, dich kenne ich doch!“. Ich sage: „Nein dich kenne ich nicht, bitte lass mich in Ruhe!“. So ist es um mich geschehen, ich bin im Bann der Depression. Sie nimmt mich bei der Hand, gegen meinen Willen. Ich versuche mich los zu reißen, doch die Depression ist zu stark für mich. Sie schleift mich zurück und ich blicke meiner Zeit nach, doch sie geht verloren.
All die Zeit, in der ich gegen die Depression gekämpft habe. Mich zieht es nieder. Ich bin auf Knien und flehe die Depression an, zu gehen, doch da fängt sie an mich zu foltern. Jeder Schmerz von der Depression, lässt mich immer mehr an mir zweifeln. Ich werde gedemütigt. Nach einer Weile vergesse ich die Zeit um mich und lasse mich fallen. Ich falle tief und plötzlich ist ein Funke da, der mich mit jedem Schmerz, den die Depression mir gibt, stärker werden lässt. Ich falle nicht mehr, ich fasse den Boden unter meinen Füßen.
Es schien erst zwecklos, denn Rückschläge kamen. Aus diesen lernte ich und versuchte die Fehler anders zu umgehen, meist gelingt es mir. Die Depression wird wieder immer schwächer, somit wurde ich immer stärker, bis ich so stark wurde ,dass ich die Depression in meinen Händen trug. Ich ging freiwillig den ganzen Weg, den ich mir erarbeitete zurück und fesselte die Depression an einen Pfahl, der auf einmal da stand, als hätte der Pfahl auf jemanden gewartet und diesmal, war ich es nicht, die gefesselt wurde. Nein, ich schob sie an den Pfahl und bindete sie daran an. Ich ließ die Depression los und trat ihr mit meiner gesamten Wut überall hin. Bis ich die Traurigkeit in ihr sah und ging fort. Soweit ich konnte!


(21.04.2016 – Triggerwarnung!!!)

Colourful Mind

Nach außen hin scheint mein Leben perfekt zu sein. Objektiv betrachtet habe ich alles, was man braucht um glücklich zu sein. Außerdem bin ich gesund, wofür ich in klaren Momenten auch dankbar bin. Dann gibt es jedoch diese anderen Momente, in denen ich aus heiterem Himmel traurig, rastlos, nahezu panisch und verzweifelt werde. Ich bekomme Herzrasen, bin mit allem unzufrieden, besonders mit mir selbst. Ich weine dann, einfach so. Wenn mich jemand fragt, kann ich nicht definieren was los ist, denn es ist ja nichts vorgefallen.
Eine Mischung aus Selbstzweifeln, Versagensängsten, Unsicherheit, Verlustängsten und Zukunftsängsten trifft es am ehesten. Es gibt bessere – und es gibt schlechtere Phasen. In zweiteren sehe ich manchmal keinen Ausweg, obwohl ich eigentlich NICHTS habe, es ist nichts passiert. Zusätzlich mache ich mein Glück von anderen Menschen abhängig, nehme mir Kleinigkeiten zu Herzen, interpretiere zu viel, denke zu viel nach und denke letztendlich die ganze Welt hasst mich….

Fotograf: Dirk Ludwig Fotografie
https://www.facebook.com/Dirk-Ludwig-Fotografie-1486620414…/
www.dirk-ludwig.de
Bildbearbeitung: Tom’s Photography
Text: mir bekannt, um Anonymität gebeten
Model: Colourful Mind


(25.04.2016 – Die Zucker Theorie oder mein mobbender Begleiter)

Jay Rasgón 2

Nach dem aufwachen merke ich seine Anwesenheit. Meine Glieder sind so schwer, ich bin traurig und müde. Ich heiße Anne und habe Depressionen. Um besser damit umzugehen habe ich ihr den Namen Arnold gegeben. Meinen treuen, nicht erwünschten, ständigen Begleiter.Unsere schönsten Tage sind wenn ich ihn nicht spüre. Er sozusagen schläft. Sobald er aufwacht fängt er an von meiner Energie zu zehren, bis er alles hat und ich nichts mehr. Dann ist es wie heuteIch liege herum, habe keinen Elan mehr etwas zu tun. Besitze nicht mal die Kraft für Emotionen wie Freude. Wenn man keine Freude mehr empfindet bleibt nur eines übrig, unendliche Traurigkeit oder manchmal auch gar nichts. Dann frage ich mich wofür ein Mensch lebt, wofür ich lebe. Denn ohne Gefühle sind wir nichts und wenn man sie so leicht nehmen kann, soll es scheinbar nicht sein.
Oft vergesse ich das Arnold Schuld ist, dann gebe ich sie anderen. Schreie meine Eltern an, beleidige meine Schwester und fliehe vor meinen Freunden. Doch meistens gebe ich sie mir selbst. Denn ich bin nicht für diese Welt gemacht, nutzlos, nichts Wert und ungeliebt. Manchmal dauert es Tage, dann wieder Wochen. Doch plötzlich lässt er mich wieder in Ruhe, Freude überkommt mich und ich versuche meine liegengebliebene Arbeit zu bewältigen und es bei meinen Liebsten wieder gutzumachen. Doch es geht nicht, denn zu schnell kommt Arnold wieder und nimmt mich in Besitz. Nie weiß ich wann, doch die Gewissheit das er mich wieder aufsucht bleibt. Bis dahin muss ich weitermachen und mein bestes geben.
Ich bin Arnold und erzähle dir von meinem Lebensinhalt. Es gibt viele Namen für mich. Psychische Erkrankung ist ein Oberbegriff. Viele kennen mich auch unter Depression oder Burnout. Meist verbunden mit Angstzuständen Mein Lebensraum ist der Körper von Menschen. Nicht von allen, meine Art gibt es zwar oft doch nicht so oft. Ich begleite Anne. Sie ist ein lebensfrohes Mädchen und ich liebe ihre Energie, mein persönlicher Zucker. Jeden Tag hat sie welchen und stetig nehme ich davon. Sehr oft so viel, dass sie keinen mehr hat. Dann liegt sie im Bett und schafft es nicht mal mehr fröhlich zu sein. Sie liegt nur herum und tut nichts, denn ich habe ihre Energie. Es macht mich sauer dass sie dann nichts zustande bringt und ich flüstere ihr zu dass sie wertlos ist, niemand sie mag und ich sie hasse. Das teile ich durch keine Stimme mit, sondern übermittel meine Gefühle. So kommt es ihr vor als wären es ihre. Manchmal mache ich es tagelang, dann wieder Wochen.
Jeden Tag esse ich den Zucker bevor sie es kann. Bis ich satt bin und müde vom aufregen. Dann gehe ich schlafen und lasse sie in Ruhe. Am Rande bekomme ich mit wie sie voller Energie die liegengebliebene Arbeit wieder aufnimmt. Während meines Schlafes habe ich Vorkehrungen getroffen, sie soll sich nicht zu frei fühlen. So bekommt sie Panikzustände oder Angst bei den kleinsten Sachen und kann nicht zu weit gehen. Nicht zu viel machen in meiner Abwesenheit. Denn ich bin da und werde nie wieder verschwinden. Demnächst bin ich wieder da, hungrig vom vielen schlafen. So unregelmäßig das niemand sagen kann wann es wieder losgeht. Arnold, das bin ich, der schlechteste Partner den man haben kann.

Fotograf und Bildbearbeitung: Dirk Ludwig Fotografie
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www.dirk-ludwig.de
Text: http://www.lupusdiary.de/sonstiges/die-zuckertheorie/
Model: Jay Rasgón


(23.05.2016 – Der Puppenspieler)

Model NN 31

Es gab eine Zeit, da war ich ziemlich auf dem Tiefpunkt. Neben der Therapie hatte ich fast niemanden mehr, auch in der Beziehung war die Situation angespannt. Dieses Gefühl der Ohnmacht begleitet mich schon sehr lange, hat mit 8 Jahren angefangen. Irgendwann habe ich resigniert. Die Folgen waren fatal, ein mehrmonatiger Krankenhausaufenthalt war letztlich die Konsequenz. Kurzfristig hat das auch geholfen, aber erst mit der Zeit habe ich gelernt, die Schatten besser zu kontrollieren. Ich fühlte mich wie eine Marionette in meinem eigenen Leben.

Fotograf und Bildbearbeitung: Charlie D. Picture Productions
http://charlie.d.pictureproductions.eu/
Text: NN


(24.05.2016 – Der letzte Patient)

Model NN 33

Irgendwann fühlte ich mich wie gefangen und vergessen. In der Situation ist es fast nicht mehr möglich, Hilfe von aussen anzunehmen. Soziale Isolation, Suizid-Gedanken und kein Licht am Ende des Tunnels bestimmten damals meinen Alltag. Die Kinderbetten im Bild symbolisieren hier die Schatten der Vergangenheit, meiner Kindheit.

In der Situation hatte ich das unglaubliche Glück, einen Partner an meiner Seite zu haben, die mir etwas Halt geben konnte. Heute weiss ich, wie sehr sie darunter gelitten hat…

Fotograf und Bildbearbeitung: Charlie D. Picture Productions
http://charlie.d.pictureproductions.eu/
Text: NN


(24.05.2016 – Ein Zug rollt heran – Symptome für eine Depression)

Sugar Junky 2

Ich merke schon seit Tagen, dass etwas angerollt kommt – sind es etwa Symptome für eine Depression?

Wie ein herannahender Zug, dessen leise Geräusche sich auf der Trasse übertragen, obwohl vom Zug selbst nichts zu sehen ist. Ein beklemmendes Gefühl, eine nicht fassbare Grundstimmung, die sich über alles legt wie ein sehr lichte Wolke über die Sonne. Noch ist sie nicht so dunkel, dass sie das ganze Licht nimmt, aber sie nimmt einen Teil der Wärme und kostet Energie.

Der Zug ist in Fahrt

Ich spreche hier bewusst in Metaphern, weil ich das, was in der Vergangenheit als schwere Depression diagnostiziert wurde, weit hinter mir lassen möchte. Ich habe Angst davor, dass es mich wieder einholt, und setze mich bewusst mit ersten Anzeichen auseinander, anstatt sie wie früher zu ignorieren und zu überspielen. Ich bin achtsamer mit mir und vor allen Dingen mit dem, was mir durch meine Kinder gespiegelt wird. Denn gerade das Verhalten meiner sensiblen Kinder hat meistens etwas mit mir selbst zu tun und genau das passiert gerade.

Dabei hält mir die Kleinste recht eindeutig den Spiegel vor, denn seit einigen Tagen ist sie sehr wechselhaft und trotzt sehr extrem bei Grenzen, während sie auf der anderen Seite ständig auf den Arm möchte und teilweise klammert. Auch die Große klammert wieder sehr und sucht ständig meine Nähe. Sie spüren, dass ich mich zurückziehe, mich entferne und in eine entfernte Welt abzudriften drohe…

Wenn ich diese Erfahrungen mit beiden Kindern nicht schon öfter gemacht hätte, würde ich ja denken, dass ihre Eigenarten mit ihnen selbst zu tun haben und sie gerade Entwicklungsphasen durchmachen. Da ich nun aber sensibler und achtsamer mit mir selbst umgehe, weiß ich nur zu gut, dass sie instinktiv handeln und sich an mir festhalten, da sie Unsicherheit verspüren. Der Zug ist in Fahrt und hat ihre Mama mit an Bord – sie rollt und entfernt sich. Sie halten sich an mir fest und versuchen, den Zug aufzuhalten… Deutlich spüren sie mögliche erste Symptome für eine Depression, die sie doch nicht wissentlich erfassen können.

Nach dem Hoch fällt die Energie ab

Vor einigen Wochen noch hatte ich ein richtiges Hoch. Mir gelang wirklich alles und ich schwebte quasi über dem Wasser. Ich sprühte vor Lebensfreude, ruhte in mir selbst und blieb auch bei kleineren Katastrophen ruhig und gelassen. Jetzt merke ich, wie diese Gelassenheit von mir abweicht und ich von meiner inneren Mitte abrücke. Ich werde empfindlicher und fühle mich schneller gestört. Das Ticken der Uhr, ein weinendes Baby in der Nachbarschaft, ein Türsummer, das Surren der Lampe im Lehrerzimmer oder aber Geräusche der spielenden oder streitenden Kinder machen mich nervös. Ich kann das alles nicht mehr ausblenden und rege mich unnatürlich innerlich darüber auf. Nach außen trage ich es noch nicht, obwohl meine ansteigende Reizbarkeit nicht gänzlich verborgen bleibt. Auch das können Vorboten sein und Symptome für eine Depression darstellen…

Die Energie, die ich in den letzten Wochen durch das Laufen und die vielen Kilometer mit flotter Musik beim Anblick des herannahenden Frühlings im Wald eingesogen hatte, ist fast völlig verschwunden. Vorbei der Antrieb, die Freude auf das Abstellen der Schultasche nach dem Unterricht und den frischen Duft der gewaschenen Laufklamotten. Es geht gerade nicht! Eine Erkältung vor mittlerweile knapp drei Wochen hat Spuren hinterlassen. Ich bin zwar wieder fit, aber der Rhythmus, an jedem zweiten Tag die Laufschuhe zu schnüren, ist nicht mehr drin. Ich akzeptiere das und messe dem Ganzen kein Gewicht bei, aber ich bemerke auch, dass sich diese Antriebslosigkeit auf weitere Aspekte übertragen hat. Negative Gefühle und Stresshormone durch Bewegung abzubauen, ist gerade keine Option mehr. Ich bin raus…

Sozialer Kontakt

Auch wenn ich mich freue, Freunde und Bekannte mehr oder weniger zufällig zu treffen, fällt es mir schwer, überhaupt noch Verabredungen einzuhalten. Ich habe schlichtweg keine Lust mehr auf Gesellschaft oder Telefongespräche und freue mich, wenn Termine aus irgendwelchen Gründen abgesagt werden. Ich genieße es, allein zu sein und den Abend stumm zu verbringen. Meistens stört mich dann sogar das Vibrieren, wenn jemand Nachrichten schreibt. Aus Höflichkeit antworte ich und bleibe dabei recht kurzsilbig. Ich bemerke die Veränderungen und akzeptiere sie, denn ich hoffe, dass es eine Phase ist.

Vielleicht eine kleine Pause, um neue Kraft für das Leben zu schöpfen, das mit seinen Achterbahnfahrten immer wieder Überraschungen bereithält…

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf eine Ansammlung solcher Zeichen – Symptome für eine Depression sind verschieden und je nach Typ zu sehen. Die Summe dieser kleinen Veränderungen birgt jedoch eine Gefahr mit sich. Eine Gefahr, derer ich mir bewusst bin und gerade deshalb große Hoffnung damit verbinde, sie durch bewusste Auseinandersetzung nicht zu einer Depression anwachsen zu lassen. Ich sehe es als Hinweis und nehme ihn ganz bewusst zur Kenntnis.

Fotograf: Dirk Ludwig Fotografie
https://www.facebook.com/Dirk-Ludwig-Fotografie-1486620414…/
www.dirk-ludwig.de
Bildbearbeitung: www.lachgeist.de
Text: Lima Liso http://limalisoy.de
Model: Sugar Junky


(26.05.2016 – Böses Erwachen)

Model NN 34

Mit der Zeit wurde ich Lichtscheu. Am Morgen war es am schlimmsten. Wochenlang habe ich die Vorhänge im Schlafzimmer nicht geöffnet. Wie in der Kindheit – machen wir die Augen zu, vielleicht sehen sie und dann nicht.

Auch am Tag war ich die meiste Zeit im Bett. Der Fernseher ist immer gelaufen, die Stille war ebenso unerträglich. Musste ich doch mal raus, war es echt schwer, den Weg aus dem Bett zu finden…

„Das böse Erwachen“ ist mir in einem der helleren Momente passiert…

Fotograf und Bildbearbeitung: Charlie D. Picture Productions
http://charlie.d.pictureproductions.eu/
Text: NN


(03.06.2016)

Lou Noir OD Photography

Mir fehlt morgens der Antrieb, am liebsten ziehe ich mir dann die Decke über den Kopf und möchte warten, dass die dunklen Gedanken alle vorüberziehen.
Ich fühle mich in meinem eigenen Körper gefangen! Wo ist die sonst so fröhliche, starke, mutige und euphorische Person???
Mein Umfeld, meine engste Familie, weiß dann zwar, gut heute geht es ihr furchtbar schlecht, aber sie verstehen nicht warum … Ich verstehe es ja selber nicht!!!
Ohne Antidepressiva wäre ich ein NICHTS, würde überhaupt nichts auf die Reihe bekommen und doch zwingt mein Körper mich oft genug in die Knie.
In einen Moment war ich noch fröhlich, im anderen Augenblick weine ich.
Warum? Ich weiß es nicht!
Niemand versteht mich! Ich versteh mich ja noch nicht mal selbst, wie sollen mich dann Außenstehende verstehen …

Nun gut, wir, welche unter Depressionen leiden, sollten offener damit umgehen, denn es ist eine anerkannte Krankheit!

Fotograf und Bildbearbeitung: OD Photography
https://www.facebook.com/grimnirart/?fref=ts
Text: Lou Noir


(05.07.2016 – Sackgasse)

Steine Dirk Ludwig

Ich liege auf dem Hochbett und lese für die Uni Martin Walsers “Seelenarbeit”. Joëlle hockt drüben im Wohnzimmer und näht aus Reststoffen eine Hose. Bald wird sie zu ihrer Verabredung gehen. Ich kann mich nicht konzentrieren. Ich habe wieder Schnupfen. Erinnerungen strömen auf mich ein. Unsere Floßfahrt im letzten Sommer, die Hütte in Kroatien und die Phantome der Großstadt, die in mein Leben treten, um Joëlle abzuschleppen. Seelenarbeit? Welch Hohn! Ich müsste selbst Seelenarbeit leisten. Schon wieder eine Packung Tempotücher alle.
Der Text reißt mich nicht mit. Meine Gedanken schweifen ab: Nebelschwaden über dem Fluss; die aufgehende Sonne schimmert milchig hindurch. Das Floß treibt langsam den schwedischen Kläralven hinunter. Die bewaldeten Hügel senken sich zum Ufer hin. Es sieht aus wie im Traum, verwoben, verschwommen. Joëlle schläft, im Schlafsack eingerollt. Ich lehne an dem festgetauten Holzbalken, genieße und rauche Pfeife. Auf einem Bergrücken grasen zwei Elche; vorhin ist ein Reh durch den Fluss geschwommen. In der Ferne höre ich das Rauschen von Stromschnellen. Ich dränge nicht auf den Abbruch der Floßfahrt; ich suche das Abenteuer, und wenn es in der Katastrophe endet.
Gedankenversunken wandern meine Augen an den Reihen der Wörter entlang, ich rutsche aus den Zeilen und muss den Absatz noch einmal lesen. Kroatien. Wir rasten auf einem Feld neben Weinbergen. Feuer lodert; der Rauch brennt uns in den Augen; im verrußten Kochtopf haben wir Wasser für Tee aufgesetzt. Fleisch brutzelt über den Flammen. Nach dem Essen fahren wir mit den Rädern an die Küste. Es wird dunkel. Die berüchtigte Bora heult über die karstigen Bergrücken und wühlt die See auf. Es wird eine stürmische Nacht werden. Die Bora wird stärker, wir müssen schieben, der Sturm reißt uns fast die Räder aus den Händen.
“Salut, Florian. Ich fahre jetzt zu Sergej.” Ich blicke von meinem Buch auf. “Keine Angst, von dem will ich nichts mehr. Da kannst du ganz beruhigt sein. Er will mir nur die Haare schneiden. Tschüss dann. Bis heute Abend. Mach dir keine Sorgen, wenn es ein bisschen später wird. Mit dem passiert wirklich nichts.” Ich gucke Joëlle verschnupft vom Balkon aus hinterher. Sie winkt mir zu. Ich bin alleine. Wieder alleine. Die normalste Sache der Welt! Sie geht zu Sergej und lässt sich die Haare schneiden. Aber der Zweifel! Der Argwohn! Aber bitte, dafür bin ich tolerant! Und vor dem Abgrund!
Ich will ein anderer sein! Ihr eine Szene machen? Darf ich das denn, verdammt noch mal? Sie ist doch nicht mein Eigentum! Ich habe es mir schon längst abgewöhnt, eifersüchtig zu sein, denn ich will sie nicht verlieren. Ich fresse die Eifersucht in mich hinein, und irgendwann wird meine Seele kotzen, einfach nur kotzen, alles auskotzen! Soll sie doch gehen, zu wem sie will, Hauptsache, sie bedeutetet mir mit jeder Geste, dass ich die Nummer eins in ihrem Leben bin! Schon wieder dieser grässliche Schnupfen. Ich lege mich aufs Bett und lese die Seite zum dritten Mal. Noch immer nicht das Thema der Magisterarbeit gefunden. Ich habe überhaupt noch nichts gefunden. Ich schwimme. Null Bock, über einen bekannten Autor zu schreiben. Über Walser schon gar nicht. Heine vielleicht. Oder Tucholsky.
Die könnten mir gefallen. Doch über die haben schon so viele geschrieben. Ich will etwas Besonderes. Natürlich! Was keiner kennt. Vielleicht Kinder- und Jugendliteratur? Christiane Nöstlinger oder James Krüss. Davon habe ich aber keine Ahnung. Ach, ist das alles kompliziert! Wann sind bloß endlich wieder Semesterferien? Da klaut sie mir wenigstens keiner. Auf dem Land habe ich sie für mich alleine. Neulich habe ich Bel-Ami gelesen. Ich müsste auch mehr Bel-Ami sein. Mir von dem eine Scheibe abschneiden! Werde mich mal nach anderen Frauen umschauen. Wenn nur nicht dieser Schnupfen wäre! Joëlle liegt noch immer in ihrem Schlafsack eingerollt; das Floß schwebt lautlos über den Fluss.
Ich lege “Seelenarbeit” beiseite, gehe ins Arbeitszimmer und suche im Bücherregal nach einem Buch, das ich in einem Antiquariat aufgestöbert habe: “Eichhörnchenzeit oder Der Zoo in Mamas Kopf.” Ein Kinderbuch. Das könnte mein Thema werden. Ich hatte das Buch mit Joëlle während unserer Floßfahrt gelesen, wir waren begeistert. Alles in einer authentischen Sprache geschrieben, aus Sicht des beobachtenden Kindes. Traurig, humoristisch, liebevoll. Die Geschichte eines neunjährigen Mädchens, das eine verrückte Mutter hat. Ich lege das Buch beiseite und zünde mir eine Zigarette an. Meine Gedanken rasen durch ein Laufrad: Die Sonne vertreibt allmählich den Nebel.
Ab und zu schaue ich vom Zoo im Kopf auf und genieße die Stille. Am liebsten würde ich Joëlle wecken, damit sie an meiner Freude teilhat. Vielleicht sehen wir noch mehr Elche. Ob sie noch beim Friseur ist? Das Floß treibt an rot gestrichenen Holzhütten vorbei, und wir finden ein verlassenes, verfallenes Bauernhaus an der kroatischen Küste im Windschatten der Bora. Tatsächlich!, da vorne wieder ein Elch. Wir sind in Schweden und sehen richtige Elche! Ich werde Joëlle wecken. Das muss sie sehen. Es ist schon halb elf. So lange kann ein Haarschnitt doch nicht dauern.
Werde mich auch mal nach anderen Mädchen umsehen. Wir haben ein wenig Ordnung in die Hütte am Meer gebracht und die Schlafsäcke ausgebreitet. Floh, wollen wir das Haus ausbauen und immer in Kroatien leben? Dieser verfluchte Schnupfen! Was kann das nur sein? Ich habe eine Allergie, bloß gegen was? Sie suchen ja schon seit einem dreiviertel Jahr, ritzen mir die Haut auf und testen mich auf Hausstaub, Katzenhaare und Schimmelkäse. Aber sie finden nichts. Die finden einfach nichts! Den Zoo im Kopf könnte ich als Prüfungsthema nehmen. Darüber könnte ich schreiben. Herr J., seit vier Monaten machen wir die Allergietests mit Ihnen. Wir können einfach nichts finden. Aber wir haben das Präparat gegen Milben noch nicht probiert.
Joëlles Neugierde ist geweckt worden, sie liest jetzt auch in der “Eichhörnchenzeit.” Manchmal liest sie mir vor, manchmal ich ihr, während die Landschaft wie ein Film in Zeitlupe an uns vorüberzieht. Am nächsten Morgen pfeift die Bora immer noch um das Haus; einige Ziegel sind bereits weggerissen worden. Auf dem Meer tänzeln weiße Schaumkronen. Florian, lass uns hier für immer bleiben. Das wird unsere Villa. Hör auf zu spinnen. Das geht doch nicht! Joëlle, sei vernünftig!!! Ich muss doch erst meinen Magister machen! An sich hat sie Recht. Einfach Reißaus nehmen und immer so leben mit ihr! Aus meiner Haut fliehen! Ein anderer sein!
Joëlle lehnt nackend an dem Geländer des Floßes und liest mir vor, während ich ihre Brüste fixiere. Ich gucke auf die Uhr. Die letzte U-Bahn ist durch. In zehn Minuten müsste sie da sein. Sie kommt nicht, und ich kann nicht schlafen. Ob sie ein Taxi nimmt? Ich werde über die verrückte Mutter schreiben. Sie reizt mich. Ich liege noch weit nach Mitternacht im Bett, Haufen von zerknüllten Tempos liegen um mich herum. Die Bora stürmt; auf dem alten Feuerherd kocht der Tee, und ich kämpfe mit meinem Schnupfen. Der Sturm hat einen Ziegel heruntergerissen.
Floh, hoffentlich reißt die Bora unser Traumhaus nicht ein! Herr J., es tut uns Leid, aber die Präparate, die wir Ihnen gegen Ihre Allergie verschrieben haben, waren zu alt. Wir müssen alles noch einmal von vorne beginnen. Wollen Sie mich verscheißern, oder was? Ich fühle genau, dass etwas mit mir nicht stimmt. Florian, könnte es sein, dass du allergisch gegen deine Freundin bist? Ach Vater, lass mich doch in Ruhe mit deinem Scheiß. Komm, los! Entscheide dich für den Zoo im Kopf!
Aber trotzdem, ich müsste auch mal andere Mädchen kennen lernen. Die kleine Italienerin aus dem Linguistikseminar hat mich doch letzte Woche auf der Wiese vor der Uni so lieb angelächelt. Ich höre das Geräusch des Schlüssels an der Haustür. Sie hat die erste U-Bahn genommen. Ich tue, als ob ich lese. Joëlle kommt ins Schlafzimmer und steigt zu mir ins Hochbett. “Florian, du schläfst ja noch gar nicht.”
Ich antworte nicht, spiele auf böse.
“Versteh doch! Es ist so spät geworden. Da habe ich die letzte U-Bahn verpasst.”
“Wenn der so lange an dir herumgeschnippelt hat, wie du weg warst, müsstest du jetzt eine Glatze haben.”
“Verzeih mir. Ich mache dir jetzt auch die Liebe.”
“Lass mich, ich studiere. Außerdem habe ich Schnupfen.”
Ich lasse mich weiter von meinen Gedanken treiben wie das Floß von der Strömung, während wir in unserer kroatischen Hütte auf das Ende des Sturmes warten. Wir beschließen, mit unserem Camcorder einen Spielfilm zu drehen. Joëlle filmt. Die Aufnahmen verwackeln wegen der Bora. Ich komme als einsamer Wanderer müde und hungrig des Weges und entdecke ein verlassenes Bauernhaus. Ich lehne an der Gartenmauer und schlafe ein. Jetzt filme ich. Eine Kräuterhexe schleicht aus dem Haus und reibt sich beim Anblick des Wanderers den Magen. Sie will ihn fangen und fressen, da wacht der Wandersmann auf und flüchtet. Joëlle spielt die Kräuterhexe. Die will mich auffressen! Die spielt ihre Rolle!! Die frisst mich auf!!! Mal filme ich, mal sie.
Der Sturm reißt uns beinahe die Kamera aus der Hand. Der Wandersmann flüchtet vor der Hexe, springt in eine flache Betonröhre, die ein tiefer Brunnen sein könnte, und hinter der Flussbiegung rauschen kilometerlange Stromschnellen. Florian, das ist Selbstmord. Unser Floß wird zerschellen! Ach was! Wagen wir’s! Die Hexe fischt den Wandersmann aus dem Brunnen, und ich ahne, ich werde die Prüfung nicht bestehen. Joëlle schmiegt sich an mich, und ich rotze und schniefe, während die Stromschnellen immer reißender werden. Das Floß treibt auf einen Wasserfall zu, meine Gedanken werden in ein Chaos stürzen. Die Taue, die die Balken halten, sind abgewetzt, und die Gedanken, die mich mit der Realität verbinden, werden immer sprunghafter; ich werde ohnmächtig vor stiller Wut, als ich erfahre, dass Joëlle und der Friseur Sex hatten. Ausrasten! Brüllen, explodieren!! Fliehen, ein anderer sein!!! Aber ich habe Steine im Mund … meine Stimmen sind für diesen Schrei verbraucht.
Der Wasserfall nähert sich bedrohlich, und die Hexe frisst jetzt den Wandersmann mit Haut und Haaren, während ich in die Küche gehe, den Kühlschrank öffne und eine Flasche Wein entkorke. Ich gehe auf die Toilette, hole eine Rolle Klosettpapier, schnaube mir die Nase, und Joëlle schaut mir ängstlich in die Augen, klammert sich an das Geländer des Floßes und schreit gegen das Donnern des Flusses: Wir schaffen es! Wir stürzen mit dem Wasserfall in die Tiefe, das Rauschen des Wassers hallt durch die Schlucht, und die Hexe frisst den Wandersmann mit Haut und Haaren. Ich liege erschöpft im Zelt am Ufer des Flusses: Ich bin ein Mörder! Ich wollte sie umbringen!, und Joëlle nörgelt: “Bist du verrückt, um diese Zeit noch zu trinken?”
Irgendwann, wenn sich der Fluss wieder beruhigt hat, werde ich über den Zoo in meinem Kopf schreiben.

Fotograf und Bildbearbeitung: Dirk Ludwig Fotografie
https://www.facebook.com/Dirk-Ludwig-Fotografie-1486620414…/
www.dirk-ludwig.de
Text: Text: Peter Mannsdorff
www.shift-selbstverlag.de


(27.07.2016 – Mobbing unter Kindern und dessen Folgen)

In der heutigen Zeit nimmt das Thema Mobbing leider immer mehr Gestalt an und auch Platz ein. Das sich Kinder mal streiten und beschimpfen, ist vollkommen klar, aber dies ist ja eher normal und auch nur mal kurzzeitig. Sie haben ihren eigenen Kopf und versuchen ihre Meinungen und ihre Rechte durchzusetzen. Kinder sind nun mal sehr offen und ehrlich und schlagen dabei schon mal zu gern unüberlegt über die Stränge.

Doch ab wann beginnt nun Mobbing?
Sprichwörtlich sagt man ja immer „Mobbing beginnt ab 2 Personen“ aber stimmt das so wirklich? Ich finde nein, denn es ist situationsabhängig und individuell zu sehen. Mobbing beginnt für mich persönlich als Mutter schon dort, wo ein Kind dauerhaft und regelmäßig von einem einzelnen und viel stärkeren Kind wohl wissend und sehr massiv geärgert wird.

Es sind oft die freundlichen, schwachen, sensiblen und in sich gekehrten Kinder, die es dabei erwischt. Oftmals auch Kinder, die einfach nur etwas korpulenter gebaut sind oder etwas kleiner für ihr Alter als normal. Wenig eigene Markenprodukte werden häufiger leider auch noch zum Thema gemacht. Die „Großen“ tun es als Schleimerei ab, wenn die „Kleinen“ oder „Dicken“ respektvoll zu Lehrern sind. Es wird optisch nicht gern gesehen, wenn sie in No-Name Anziehsachen rumlaufen.
In der heutigen Zeit gilt so was unter vielen Kids ja als extrem uncool und mega peinlich, sich mit solchen Kindern zu zeigen und es wird immer ernster. Oftmals wird es gerade unter den Kids, die selber mobben nicht ernst genug genommen. Sie machen sich keine wirklichen Gedanken mehr darüber, welche schwerwiegende Folgen es für die Zukunft haben kann, wenn sie einen Mitschüler dauerhaft einzeln oder zu mehreren so bösartig drangsalieren, beleidigen und in die Ecke treiben, und ziehen dieses schreckliche Szenario immer weiter durch.

Schüler werden zu mehreren richtig bösartig schlecht geredet, ausgelacht, geärgert und körperlich verletzt. Solche Kinder fühlen sich dadurch stark und haben sogar oftmals keine Skrupel mehr davor, andere Kinder regelrecht zusammenzuschlagen und sie in einer für sie sehr demütigenden Situation als Opfer zu filmen. Diese Videos werden dann zu gerne weitergeschickt oder kursieren sogar auf Youtube, weil sie sich mit solchen Videos profilieren wollen.
Solch ein Verhalten stößt bei mir als Mutter auf totales Unverständnis und erzeugt eine gewisse starke Wut, denn jedes Kind sollte eine unbeschwerte Kindheit genießen dürfen und das vor allem in einem Miteinander, statt einem Gegeneinander. Sie sollten doch eigentlich unvoreingenommen anderen gegenüber groß werden können und sich nicht gegenseitig ärgern, nur weil es Kinder unter ihnen gibt, die mal anders sind.

Kinder, die solch einem Mobbing zum Opfer fallen, leiden sehr, sehr intensiv unter diesen Attacken und den dauerhaften Situationen. Sie ziehen sich immer mehr zurück, werden noch stiller, als sie es zuvor vielleicht eventuell schon waren. Sie haben Angst, ja sogar Panik raus vor die Tür oder in die Schule zu gehen, weil sie genau wissen, was sie dort wiederkehrend erwartet.
Sie kommen innerlich nicht mehr richtig zur Ruhe, denn durch dies alles machen sich sehr viele Zweifel in ihnen breit. Seelisches Verschließen in solchen Situationen ist schon fast vorprogrammiert und das auch immer mehr privat bei sich zu Hause. Kinder sind sehr oft gute Schauspieler und so gelingt es ihnen des öfteren, sich vor ihren Eltern weiterhin als glückliches Kind zu zeigen, was momentan einfach nur keine Lust hat raus zugehen.

Stillschweigend machen diese Kinder das mit sich selber aus, trauen sich auch zu Hause nichts zu sagen. Sie fürchten sich zu sehr vor den Konsequenzen des Kindes, welches verpetzt wurde und das seine Eltern die Schule oder die Eltern privat, darauf ansprechen, um so eine Lösung zu finden und um weitere Attacken gegen ihr Kind zu unterbinden. Oft schweigen sie aber auch, weil es ihnen sogar vor den eigenen Eltern zu peinlich und zu demütigend ist, darüber offen zu reden, was mit ihnen geschieht.
So kommt es dann leider vermehrt dazu, dass diese Kinder traurigerweise in einen großen Teufelskreis geraten, aus dem sie alleine nicht mehr herauskommen. Immer mehr macht sich diese andauernde Traurigkeit bemerkbar und hält sie wie gefangen. Kein Lachen dringt mehr wirklich nach außen hin durch, denn Selbstzweifel und das Gefühl an allem selbst schuld zu sein, brennen sich immer mehr in ihre Seelen ein und so geht ihnen ihre komplette Lebensfreude verloren.

Sie wollen nicht mehr raus und möchten auch nicht mehr wirklich, etwas mit Freunden unternehmen, denn sie fühlen sich vermehrt lustlos und haben große Angst unter Menschen zu gehen. Hinzu kommt noch, das sie in der Schule leistungsmäßig stark abfallen, weil sie sich nicht mehr richtig konzentrieren können und ihnen schon leichte Aufgaben schwer erscheinen. Sie fühlen sich ungeliebt, nutzlos, nicht mehr verstanden und fressen all ihre Probleme nur noch in sich rein.
Dieser Teufelskreis Mobbing und „das sich nicht öffnen können“, hinterlässt oftmals so schwerwiegende Spuren, die diese Kinder ein Leben lang begleiten werden und aus denen sie nicht mehr rauskommen. Depressionen sind im schlimmsten Fall die Folge, unter denen sie unter Umständen lange leiden müssen, wenn sie nicht frühzeitig erkannt und behandelt werden. Ich kann daher nur an die Erziehung der Eltern solcher Kinder das Wort richten, immer die Augen offen zu halten.

Erklärt Euren Kindern, was sie solchen Kindern damit für ihr langes Leben antun, wenn sie andere Kinder mobben und welche schlimmen Ausmaße so eine Depression in der Regel annimmt. Informiert Euch über diese Erkrankung, um es ihnen so realistisch wie möglich nahe bringen zu können, damit sie umdenken und auch einlenken. Vermittelt Euren Kindern immer wieder aufs Neue, auf welche Werte es wirklich im Leben ankommt. Kinder sehen meist nur den Moment, wo sie so etwas Grausames tun, aber nicht die Spätfolgen, die es mit sich ziehen kann, denn die schwere Erkrankung Depression sagt vielen Kindern in der Regel erst mal rein gar nichts.
Doch auch Eltern von Kindern, die sich plötzlich verändern und sich zurückziehen, sollten bei den ersten Anzeichen hellhörig werden. Nehmt Eure Kinder ernst, wenn sie mit Problemen zu Euch kommen, und wirken diese für Euch selbst noch so klein und harmlos. Reagiert und unterstützt Eure Kinder, um sie so vor dieser Erkrankung – so gut es geht – zu beschützen. Sprecht die Schule an, wenn das Kind Euch von immer wiederkehrenden Vorfällen erzählt, in denen sie sich immer unwohler fühlen.

Passt bitte auf Eure Kinder auf, seit offen für Veränderungen und gebt ihnen das Vertrauen und die Hilfe, die sie benötigen, um dieser schlimmen und hinterlistigen Krankheit „Depression“ zu entkommen, damit auch sie eine unbeschwerte und sorgenfreie Kindheit untereinander genießen können.

Fotograf und Bildbearbeitung: HeartMirror Photography
https://www.facebook.com/heartmirror.photography/
Text: Nadine Wagner

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