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Feb/MärzSeite: 01 – 02


(03.02.2018 – 2. Geburtstag Gib Depressionen ein Gesicht)

GDeG 2. Geburtstag

Happy Birthday Gib Depressionen ein Gesicht ! Heute feiert unser Depressionsprojekt seinen 2. Geburtstag. Heute vor 2 Jahren haben wir das allererste ausdruckstarke Foto gemeinsam mit einem berührenden Text zum Thema Depressionen gepostet. Seit diesem Tag setzen sich Timmi, unser Maskottchen, Nadine Wagner und ich mich für die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen ein. Nadine und ich arbeiten schon seit 2 Jahren ganz intensiv zusammen, obwohl wir uns bisher nur telefonisch und über facebook kannten. Jetzt anlässlich des Geburtstages unseres Projektes mussten wir uns endlich mal persönlich kennenlernen! Und unser Treffen war so schön.
Nadine und ich sind unheimlich stolz darauf, was sich seit den zarten Anfängen in unserem Projekt entwickelt hat . Es ist einfach faszinierend zu sehen und damit hatten wir am Anfang nie gerechnet. Im Laufe unseres Bestehens sind immer wieder Menschen auf uns zu gekommen, die unser Projekt ehrenamtlich unterstützen wollen. Beispielhaft möchten wir einige wenige hier namentlich erwähnen: Feli Dae, die unsere Projektgruppe gemeinsam mit Nadine mit ganz viel Herzblut und Engagement führt. Der Eishockey-Spieler Stefan Goller und der Fotograf Thorben Hoffmann, die sich in der Eishockey-Szene sehr öffentlichkeitswirksam für unser Projekt einsetzen. Jan Heilig – Autor, der Filmemacher, der ein sehr berührendes Video für unser Projekt gemacht hat, welches sich schon mehr als 100.000 Menschen allein auf facebook angeschaut haben. Für unser drittes Jahr haben wir einiges an Weiterentwicklungen in unserem Projekt geplant. Z.B. schreibt der Musiker Andy Maul von Black Tears bereits an einem exklusiven Song zum Thema Gib Depressionen ein Gesicht. Lasst Euch überraschen, was noch so alles in Vorbereitung ist.
Allen Fotografen, Models, Digitalartisten, Malern, Autoren, Filmemachern, Musikern und auch allen Anderen, die unser Projekt aktiv unterstützen danken wir im Namen der Betroffenen und Angehörigen. Ihr seid großartig und unterstützt damit den guten Zweck unseres Projektes.


(05.02.2018 – Wieso?)
(TRIGGERWARNUNG: Selbstverletzendes Verhalten, Ritzen)

Andreas Wohlers Fotografie Model Moira 2.jpg

Wie?
Wie konnte es so weit kommen??
Wieso konnte ich es nicht vorher bemerken?

Ja, eigentlich hatte ich etwas bemerkt. Irgendwas stimmte da nicht. So viel lief schief, über Monate … Kummer und Leid. Das Unglück warf schon länger seine dunklen Schatten auf meine Seele.
Während das Selbstwertgefühl in Bodennähe sank, ich plötzlich schweißnass aufwachte, jeden Morgen, vielmehr war es ja noch Nacht.
Spätestens als ich zum ersten Mal zum Messer griff, um mir in die Haut zu schneiden, hätte mir ein Licht in Größe einer Stadionbeleuchtung aufgehen müssen.
Ach was, alles wird gut.
Eines Morgens war es plötzlich anders. Aufstehen? Ging nicht mehr, es ging einfach nicht mehr. Für Stunden, unmöglich. Auch nicht am nächsten Tag, den Tag darauf, nicht anders.
Dazu kamen die dunklen Gedanken. Sie kamen plötzlich und gingen auch nicht wieder weg. Gedanken, so schwer, so düster, dass sie mich noch mehr ans Bett fesselten.

Zum Glück ließ mich mein Resthirn feststellen, dass immer mehr Narben an immer mehr Körperstellen gepaart mit so häufig wiederkehrenden Endgedanken Hilfe bedürfen.

Die Therapie beginnt nächste Woche.

Fotograf und Bildbearbeitung: Andreas Wohlers Fotografie
https://www.facebook.com/andreas.wohlers.fotografie/
Text: lady.stardust.s
https://www.instagram.com/lady.stardust.s/?hl=de
Model: Moira


(11.02.2018 – Winter)

Stefan Gesell Photography 11

Die Welt um mich herum lebt, atmet, spielt, tobt und scheint glücklich zu sein. Nachbarn grüßen sich, plaudern über die Enkelkinder oder die erfolgreiche Tochter, die ihr Studium abgeschlossen hat. Ich kann sie von meinem Zimmer aus hören. So viele To-Do-Listen, die noch abzuhaken sind. So viel Leben noch vor sich.
Ich sitze in meinem Zimmer. Es ist kalt hier und dunkel, obwohl es Sommer ist und die Sonne scheint. Es ist kalt und dunkel in mir selbst, obwohl auch ich lebe, doch ich bin kein Teil von allem. Ich bin wie aus dem Rahmen gefallen, treibe wie eine ausgerissene Pflanze hilflos auf dem Meer und kein Land in Sicht. Ich bin leer und gleichzeitig voller Trauer, so schwer, erdrückend, erstickend, dass ich nicht mehr atmen kann. Ich kann nicht essen, nicht schlafen, kann nicht allein sein und auch nicht ein Teil von etwas. Ich bin hilflos, verzweifelt und starr. Meine Gedanken beschimpfen mich als wertlos, als lächerlich und schwach. Die Leute verstehen nicht. Sie sagen: “Stell dich nicht so an.” Oder “Das ist nur eine Phase.”
Aber es ist nicht nur eine Phase.
Es ist Winter in mir. Und ich bin eingeschneit, ohne Strom, ohne Licht, ohne Hoffnung. Ich weiß, dass es Hilfe geben muss, irgendwo da draußen, und ich schreie und schreie, tarne es mit kleinen Zeichen, die schwerer zu lesen sind als Brailleschrift, in der Hoffnung diese eine Person zu finden, die zu mir durchdringt.
Die sagt: “Es wird alles wieder gut. Es ist in Ordnung, Angst zu haben. Es ist okay, dass du traurig und verzweifelt bist. Es wird vorübergehen, so wie ein Strum, der abflaut. Der Wind wird immer wehen, aber er wird dich nicht mehr umwerfen. Du bist wertvoll. Du bist kostbar und du wirst geliebt. Du bist stark und wunderschön. Du bist ein Teil von allem.”

Fotograf und Bildbearbeitung: Stefan Gesell Photography
https://www.facebook.com/fotosym/
Text: Heike Oldenburg
heike.oldenburg-autorin@web.de


(14.02.2018 – Depressionen)
(TRIGGERWARNUNG: Selbstverletzendes Verhalten, Ritzen, Suizidgedanken)

MZ - Art 3

In der früh stehe ich auf, nur um meine Medikamente zu nehmen. Medikamente gegen Depressionen. Medikamente die meinen Körper schwächen aber die mich am Leben erhalten. Dann sitze ich im Zimmer. Zusammengekauert, unter der Decke, wie ein kleines Kind, dass Angst vor der Dunkelheit hat, und hofft das sie schnell wirken. Was wird das heute für ein Tag, frage ich mich dann. Ein Tag, der mich runter zieht oder ein Tag, der halbwegs lebenswert ist. In letzter Zeit sind dass Tage, die mich nur runterziehen. Es ist für mich sehr schwer, damit umzugehen. Düstere, finstere Gedanken, die ich hab. In meiner Brust ein Brennen mein Herz fängt an zu rasen, du es nicht, du es nicht schon wieder, aber es geht nicht anders, ich kann dagegen, gegen dieses Gefühl nicht ankämpfen, wieder passiert es, wieder verlier ich meine Kontrolle.

Die Kontrolle das Messer zu nehmen und mich zu verletzen. Und dann fließt das Blut meinen Arm hinunter und das ist ein Gefühl der Freiheit, da spüre ich mich leben. Einen kurzen Augenblick von Glück. Es hält nicht sehr lange eben nur einen kurzen Moment. Und dann noch ein Schnitt und noch ein Schnitt. Wie in Trance, wie im Rausch von meinem tun, mach ich weiter und weiter. Desto mehr Blut desto besser, denke (spüre) ich. Ich verletze mich, oft, sehr stark und denke eigentlich du brauchst nur einen Schnitt zu machen dann ist alles vorbei. Dann musst du nicht mehr leiden. Einen einzigen Schnitt und dann ist der Albtraum Leben vorbei. Niemand der mir seelische Schmerzen zufügt, niemand mit dem ich stundenlang streiten muss. Es wäre so einfach das zu beenden.

Immer wieder diese unzähligen Weinanfälle, die Angst etwas falsch zu machen, immer wieder diese Gedanken. Wird man mich vermissen, wenn ich nicht mehr da bin? Würde ich eine große Lücke hinterlassen? Viele dieser Gedanken, denke ich. Es gibt nichts mehr, was mir Freude bereitet. So zu Leben ist schwierig, es ist kaum zu ertragen. Würde mich am liebsten in meiner Wohnung einschließen, nicht mehr rausgehen, einfach nur alleine sein, damit keiner meine Tausend Tränen zu sehen bekommt. Dass niemand sieht, wie verletzt und kaputt ich bin. Wie viele Tränen muss ich noch weinen, wie viele dieser Gedanken kommen noch?

Ich kann nicht mehr, ich fühle mich so schwach. Wann wird der Tag kommen, an dem alles vorbei ist. Wann? Ich fühle mich zu müde, zu verletzt, um zu leben. Gedanken, die ich habe, fühle und leben muss, doch wie lange noch? Wie lange halte ich diesen Druck noch aus?

Fotograf und Bildbearbeitung: MZ – Art
http://www.model-kartei.de/sedcards/fotograf/214198/mz-art/
Text: Erika Sonst
Model: Beta Carotin
https://www.facebook.com/betacarotinmodelpage/


(21.02.2018 – Dunkelheit)

Wolf Anders Model Mirjam Gianna

“Und plötzlich ist es dunkel in mir. Gestern war es noch hell… Zumindest dachte ich das. Jetzt ist es kalt, dunkel. Und ich habe keine Ahnung, warum. Ich ziehe mich zurück, niemand kommt an mich heran. Das soll auch so sein; ich will es so! Erst, wenn es mir besser geht, komme ich wieder aus meinem “Loch” hervor. Doch wann wird es mir besser gehen? Geht es mir jemals wieder besser? Ich weiß es nicht…
Ich weiß gar nichts mehr. Und das macht mich noch trauriger und wütend. Ja, wütend… Ich weiß gar nicht so genau auf wen, und warum. Doch, irgendwie weiß ich es: auf die Welt, auf mich selbst, auf alle! Die Wut und die Trauer wechseln sich ab, in meinem “schwarzen Loch”. Ich sehe nur noch dunkelste Schwärze. Freunde kommen vorbei, ich sehe sie nicht. Sie versuchen es, und das weiß ich ja auch, aber es hat keinen Sinn. Sie gehen wieder. Wie beim letzten Mal.
Und wie beim letzten Mal versuche ich mich von alleine aus diesen Tiefen des dunklen Strudels herauszureißen. Es wird immer schwerer.
Aber irgendwann merke ich, dass etwas passiert. Hoffnung kehrt zurück; ich “sehe” ein helles Licht, am Ende des dunklen Tunnels. Und ich weiß, dass ich es doch wieder geschafft habe. Vorerst, für jetzt. Bis zum nächsten Mal…”

Fotograf und Bildbearbeitung: Wolf Anders
Text: Daniela
Model: Mirjam Gianna


(24.02.2018 – September 2016 / An mein Ich im Juni 1997!)
(TRIGGERWARNUNG: Suizidgedanken, Selbstverletzendes Verhalten, Ritzen)

Konterfei Photography 1

Erschrick nicht, wenn Du den Absender liest. Schreiber und Leser sind tatsächlich ein und dieselbe Person. Was uns trennt, ist nicht der Raum, sondern die Zeit – knapp zwanzig Jahre. Es wird nicht mehr lang dauern, bis Du zum ersten Mal die Stimme in Deinem Kopf dröhnen hören wirst. Das Schlimmste werden ab dann die Nächte sein. Hier hat das Dröhnen vollen Zugriff auf Deine Psyche. In der Silvesternacht 1999/2000 wirst Du Dich zum ersten Mal schneiden, weil Du es nicht mehr aushältst. Und diese Sehnsucht nach Schmerz und Tod wird sich permanent steigern. Das Dröhnen wird immer lauter in Deinem Kopf. Wirst Du so manches Mal am Abgrund stehen und springen wollen? Oh ja, das wirst Du; immer und immer wieder. Doch es wird Dich immer irgendetwas hindern. In den ersten Jahren ist es die Angst vor dem Akt des Suizids, später dann so etwas wie ein schlechtes Gewissen gegenüber unseren Angehörigen. Und heute, im Hier und Jetzt, während ich Dir gerade diese Zeilen schreibe, weiß ich, dass ich schon immer ein Mensch ohne Moral und Gewissen gewesen bin.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich noch lebe. Es ist ein undefinierbarer Überlebenstrieb in mir, der am Rande meines Verstandes, die Angriffe pariert und in seiner letzten Verzweiflung, mich zur Rasierklinge, statt zum Strick greifen lässt. Wenn Dir dann jemand sagt, dass das Leben doch schön wäre, dann lach ihm bitte nicht ins Gesicht. Man meint es wirklich gut mir Dir. Dass man Dich selten verstehen wird – zumal Dir Vieles in den kommenden Jahren gelingen wird, musst Du einfach akzeptieren lernen. Ich könnte Dir noch so Vieles darüber schreiben, was Dir alles Schöne widerfahren wird. Man wird Dich so manches Mal darum beneiden. Doch Du wirst diesen Neid nie verstehen können, weil keiner von denen merken wird, wie abgrundtief schlecht es Dir dabei ergangen ist. Also, Kopf hoch – alles im Leben endet irgendwann gut!

Dein Ich

Fotograf und Bildbearbeitung: Daniel Reischek / Konterfei Photography
https://500px.com/konterfei-photography
https://www.facebook.com/konterfei.photography/
Text: Jan Büchsenschuß
Model: Päddy Gree Gree


(25.02.2018 – Gedankenchaos)

Schnaps & Schuss

Ich bin gefangen in mir selbst, die Depression ist zurück. Ich kann nicht schlafen kaum essen, weil das Gedankenkreisen mich erdrückt. Ich weiß nicht wohin ich weiß nicht was ich machen soll, ich dachte, mit den Tabletten wird es besser aber anscheinend doch nicht. Ich will ausbrechen weglaufen ganz egal wohin alle meine lieben hinter mir lassen, um zu finden, was mich bedrückt. Aber ich weiß doch es ist die Depression und das Borderline das mich so denken und handeln lässt und trotzdem will ich weglaufen.
Wo hin? Ganz egal Hauptsache weg dahin, wo mich keiner kennt. Mein Leben noch mal neu anfangen und versuchen, ob es dann besser klappt. Aber ich hab doch alles. Einen Mann der mich liebt eine Mama, die immer für mich da ist und Freunde, die alles für mich tun würden. Momentan seh ich das alles nicht, ich sehe nur schwarz.
Bin ich nicht gut genug? Nein! Ich bin wertlos, keiner liebt mich, keiner kann mich ausstehen und vor allem kann mich keiner verstehen. Oder will mich keiner verstehen? Ich weiß es nicht … Es kommt mir so vor, als wäre mein Leben ein Schutt Haufen und alles was ich mir aufgebaut habe bricht zusammen. Oder war das nur eine Mauer um nichts an mich ran zu lassen? Die Mauer, wenn sie eine ist, ist jetzt gebrochen. Die Depression hat es geschafft. Mal wieder … ich kann nicht mehr. Ich fühl mich leer, allein und verlassen!

Fotograf und Bildbearbeitung: Schnaps & Schuss
https://www.facebook.com/schnapsundschuss/
https://www.instagram.com/schnaps_und_schuss/
Text: Désirée
Model: Kathi Katinka
https://www.facebook.com/profile.php?id=100000376495593


(27.02.2018 – Tote Seele)
(TRIGGERWARNUNG: Suizid)

Rosa H. LightArt 2

Nicht die Ewigkeit ist es, die sie in ihren Bann zieht, als sie beschließt, dem Drama ihres Lebens ein Ende zu bereiten. Es ist die Ignoranz, die sie umgibt, egal wo sie sich befindet. In der Schule, zu Hause, unter denen die sich sogar Freunde nennen. Keiner will sie verstehen. Ist sie wirklich so anders, so befremdlich, unnahbar? Ob sie je eine Antwort auf diese Frage bekommt? Wahrscheinlich nicht, denn sie hat ja vor, auf diese Antwort nicht mehr zu warten.

Ist es Selbstverleugnung oder die Verleugnung durch die anderen, die immer so tun als wäre sie nicht da? Die sie aber auf der anderen Seite quälen, mobben, stalken, belächeln, hinter ihr her tuscheln, wo es nur irgend geht. Was ist eigentlich mit ihr, wieso geschieht das alles? Fragen über Fragen und keine Antworten. Schon lange hat sie es aufgegeben mit jemand darüber zu reden. Von allen wird sie nur beschwichtigt, es wäre doch nicht so schlimm und sie solle sich mal nicht so haben. Richtig hört ihr sowieso keiner zu. Noch bevor sie sagen kann, was sie bedrückt, wissen die anderen schon eine Antwort. Doch diese Antworten sind wie Peitschenhiebe und treiben sie immer mehr in ihre Verzweiflung.

Heute oder nie, sagt sie sich, wird sie es schaffen. Sie hasst sich gerade so sehr, dass sie kaum klar denken kann als sie einen kurzen Abschiedsbrief schreibt. In ihm steht nur „Ich kann nicht mehr – ich will nicht mehr!“ Dann wirft sie sich ihre Jacke über um zu ihrem Lieblingsplatz am See zu gehen. Bald läuft sie durch den Wald und atmet den harzig schmeckenden Duft ein. Kalt ist ihr, trotz der dicken Jacke. Sie rennt, doch davon wird es nicht warm, in ihr ist es kälter als draußen. Von ihrem See will sie Abschied nehmen. Hell scheint der Mond auf das Wasser in dem sich ihr Abbild spiegelt.

In der Ferne hört sie ein Käuzchen rufen, das lässt sie frösteln. Dann zieht sie ihre Jacke aus, streift den linken Ärmel hoch und nimmt die scharfe Klinge fest in ihre rechte Hand. Im Mondlicht glänzend ist es als würde von der Klinge ein Lichtstrahl auf sie zu kommen. Doch für Licht hat sie jetzt keinen Sinn mehr. Ein letztes Mal wird sie sich schneiden, doch diesmal tief. Rot läuft der Lebenssaft aus einem Leben, welches nicht mehr leben will. Sanft, fast als ob sie schwebt, gleitet sie auf das weiche Gras. Bevor ihre Sinne sie verlassen, ist es, als würde sie auf einen Flügel gehoben. So leicht ist ihr.

Fotograf und Bildbearbeitung: Rosa H. LightArt
https://www.facebook.com/Rosa.H.LighatArt/
Text: Folkmar Drechsel


(28.02.2018 – Depression)

Schattenbildner 1

Liebes DU, lieber Mitmensch, liebes Mitglied der großen Familie hier auf Erden, sei geehrt und wertgeschätzt! Du fühlst Dich hier auf der Erde nicht mehr verstanden und Dir fällt auf, dass die wahren Werte wie Liebe, Mitgefühl, gegenseitiger Respekt und Achtung nicht mehr die Größen sind, auf die die Menschen ihr Leben aufbauen. Das macht Dich traurig und Du stehst davor, zu resignieren.
Tief in Dir weißt Du aber, wer Du wirklich bist, von wo Du herkommst. Dein kleines Kind in Dir weiß es noch sehr genau. Wir waren alle einmal vereint … eine große Familie, verschmolzen in unvorstellbarer Liebe und jedes Mitglied war eine einzigartige Schöpfung.
Lass Deiner Sehnsucht freien Lauf. Versetze Dich wieder dort hinein. Fühle dieses wahre Zuhause. Ist es nicht das, was Du die ganze Zeit suchst? Du findest es nicht hier auf Erden, alles wirkt fremd und aufgesetzt … und niemand scheint Dich zu verstehen.
Hebe nun einmal Deinen Kopf, schaue hoch, sieh in die Augen Deiner Seele, siehe ihre totale Liebe zu Dir, ihre volle Hingabe, ihr vollstes Verständnis für Dich! SIE ist mit Dir verschmolzen, SIE ist Dein umfassenderes Selbst. Sie ist voller Dankbarkeit für all das, was DU für sie auf der Erde erlebst. Erinnere Dich, mit welcher Freude Du wieder auf diese Erde wolltest. Du sagtest damals, es sei doch ganz leicht, Du würdest Dich sofort erinnern, wer Du in Wahrheit bist. Aber Du musstest es vergessen. Du wolltest es allein wiederentdecken. Das fiel Dir bisher aber so schwer unter all diesen Umständen hier.
Deine Seele würde Dich trösten, aber Du würdest es im Moment nicht wahrnehmen können.
Sei Dir vollkommen sicher, dass sie in inniger Verbundenheit jeden Augenblick bei Dir ist, in allergrößter Liebe … ohne eine Bedingung, ohne eine Erwartung … nur mit allertiefstem Mitgefühl.
Komm jetzt, richte Dich auf, spüre diese Gewissheit, fühle neue Kraft! Du schaffst es! Erstrahle in Deinem Glanz, siehe Deine Augen leuchten! Weck damit die Menschen wieder auf! Bringe ihnen neue Leichtigkeit! Schaue in den Spiegel … siehst Du dort nicht einen Engel?

Fotograf und Bildbearbeitung: Schattenbildner
https://facebook.com/schattenbildner
Text: Akademie Für Ganzheitliches Bewusstsein
https://www.facebook.com/Akademie-F%C3%BCr-Ganzheitliches-…/
Models: Tanja Bruno https://www.facebook.com/tanja.bruno70
Ilka Tomhofer https://www.facebook.com/ilka.tomhofer


(02.03.2018 – Das Ende vom Kind sein)
(TRIGGERWARNUNG: Unfalltod/Kind, seelisch/verbale Erniedrigung)

Krieger-Artwork

Ich war 5 Jahre alt, als wir wie immer zu Ostern zu meinen Großeltern wollten. Als unsere Mutter nach uns rief, liefen wir zurück nach Hause. Ich vorne weg. Als wir die Landstraße überqueren mussten, blieb ich direkt vor ihr stehen. Meine Schwester wollte jedoch als die Gute vor mir da sein und lief ohne zu gucken an mir vorbei auf die Straße. Ich sah nur noch 2 Schuhe fliegen und meine Schwester lag ca. 10 Meter weiter auf der Straße mit dem Gesicht nach unten. Das Auto, das sie erfasst hatte, war so schnell, dass ich noch nicht einmal die Farbe des Wagens hätte sagen können. Auch sah ich den Wagen nirgends anhalten. Ich guckte erst nach anderen Autos und ging dann zu ihr hin. Sie rührte sich nicht mehr und unter ihrem Kopf war Blut. Ich lief sofort nach Hause, klingelte und sagte: “Mama, Brigitte ist vom Auto überfahren worden”. Sie ließ mich stehen und rannte sofort zu ihr hin.

Aufgrund ihrer schweren Kopfverletzungen entschied man, meine Schwester sterben zu lassen. Was dann auch um 15.45 Uhr geschah. Der Fahrer des Wagens hatte übrigens defekte Bremsen und kam erst viel später in einer Seitenstraße zum Stehen. In einem Gerichtsverfahren wurde er freigesprochen. Er starb einige Jahre später selber. Meine Großmutter hatte seine Todesanzeige immer in derselben Schublade aufbewahrt wie die von meiner Schwester.

Ich erinnere mich an das spätere Familientreffen bei den Großeltern in Meschede. Die Schwester meiner Mutter war ebenfalls anwesend. In der guten Stube beriet man das weitere Vorgehen. Meine Tante sagte: “Schade, dass es das Mädchen und nicht den Jungen erwischt hat” Meine Großmutter gab ihr Recht und niemand in diesem Raum widersprach den beiden. Ich schaute zu meiner Mutter hoch, aber auch sie sagte nichts. Innerlich gaben wir ihnen wohl alle recht. Ich glaube, dies war die erste Gerichtsverhandlung in meinem Leben und das Urteil war das Ende meiner Kindheit.

Fotograf und Bildbearbeitung: Krieger-Artwork
www.planet-black.de
https://www.facebook.com/kriegerart/
Text: Peter Schmidtmann

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