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(08.05.2017 – Am Fenster der Vergangenheit)

Wolfgang Honzejk ArtFotografie 9

Sehe dich dort am Fenster sitzen, will dich was fragen fang an zu schwitzen? Fragen, die auf meiner Seele brennen, hoffe auf Antworten um mein Gemüt zu erhellen. Trete auf dich zu und fang an zu fragen, Gewissensbisse mich jetzt auch plagen. Will doch nur wissen warum und wieso, war doch als Kind bei euch schon nicht froh. Sehe an dir vorbei zum Fenster raus, auch deine Welt sieht grau und trostlos aus. Ist es die Antwort auf all meine Fragen? Konntest selbst Du deine Kindheit kaum ertragen? Ist es der Grund für fehlende Liebe, ist es der Grund für eure Hiebe?
Ich schrecke zurück und will es nicht mehr wissen, ich werde immer ein Stück Kindheit vermissen. Auch die Jugend – komm gib es zu – mit deinen Worten und Taten nahmst diese auch du. Ist es eine Entschuldigung für alle deine Taten, ist deshalb meine Kindheit und Jugend missraten? Ich lass dich dort sitzen, beginne zu verstehen ich muss meine eigenen Wege jetzt gehen. Lass dich zurück, mich stört es nicht. Habe eine eigene Familie was für ein Glück. Ich drehe mich um und sehe mein Kind, was glücklich mich in die Arme nimmt …

Fotograf und Bildbearbeitung: Wolfgang Honzejk ArtFotografie
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Text: Daniel Wagner
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(02.05.2017 – Spiegelbild)

Bernd Schomer 1

Schau in den Spiegel, du wirst nicht entzücken, einen alten Mann wirst du erblicken. Was hat die Zeit aus dir gemacht, womit hast du nur die Jahre verbracht? Hast gewartet auf das große Glück, wolltest Liebe und Geborgenheit. Im Weg stand dir die Vergangenheit, unendlich viele Tränen sind gelaufen, endlos war es, zum Haare raufen. Wieso fiel es dir so schwer die Kinderzeit doch so lange her? Schau nun in das Gesicht voll Falten, graue Haare auf dem Kopf, in der Wohnung ist kein Leben, wo willst du denn jetzt nach streben? Denkst nach all den Jahren dir, wirst noch mal das Glück erfahren? Spürst du die Arme um die Hüfte, atme ein weibliche Düfte. Schau in den Spiegel noch mal rein, sieh hin du bist nicht allein. Zierlich steht sie hinter dir, deine Kraft sie kommt von ihr. Schau, wie liebend sie doch schaut, deine Vergangenheit ihr wohl vertraut. Blieb auch da, als andere gingen, hielt dich fest als du wolltest springen. Hielt zu Dir bedingungslos, ihre Liebe grenzenlos.

Fotograf und Bildbearbeitung: Bernd Schomer
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Text: Daniel Wagner
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Model: Bernd Schomer


(27.04.2017 – Der Weg in der Dunkelheit)

HeartMirror Photography 16

In meinem Leben wurde ich immer wieder plötzlich von der Dunkelheit überrollt. Es wurde plötzlich so schwarz, dass ich den Weg, den ich gehen wollte, nicht mehr sehen konnte. Alles erschien mir ohne Sinn, die Pfeiler, die mein Leben stützten, brachen weg. Verzweifelt suchte ich nach einer Lösung, die sofort wieder Licht in die Dunkelheit bringt und den Weg für mich ausleuchtet, den ich weiter gehen konnte.

Ich hätte am liebsten jemanden gehabt, der mit einer Laterne in der Hand vorangeht und mich an die Hand nimmt. Mir den Weg vorgibt. Die Dunkelheit machte mir Angst und ich fühlte mich verloren. Doch dies geschah nicht und es wäre auch nicht MEIN Weg gewesen. Das, was ich vor allem lernen musste, war Geduld mit mir und dem Finden meines Weges und das Vertrauen, dass es wieder heller werden wird und ich eines Tages den Weg wieder finden werde. Und die Angst vor der Dunkelheit abzulegen. Denn so bedrohlich diese auch manchmal erscheinen mag, sie kann auch eine Chance sein sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, zur Ruhe zu kommen und den Weg zu verändern.

Der Weg ist lang und es gibt immer wieder dunkle Stellen, die wenig ausgeleuchtet sind, aber es gibt auch immer wieder kleine Lichter am Rande des Weges, die das Leben und meinen eigenen Weg heller machen.Ich muss sie nur finden für mich, für meinen Weg. Heute habe ich verstanden, dass die dunklen Etappen einen Sinn haben und dass es danach immer wieder Laternen gibt, die den Weg etwas aufhellen. Für mich geht es nicht mehr darum einen Weg direkt gerade und ausgeleuchtet bis zum Ende verfolgen zu können, vielmehr hangel ich mich von Laterne zu Laterne am Wegesrand und hangel mich voran auf meinem Weg durch die Dunkelheit …

Fotograf und Bildbearbeitung: HeartMirror Photography
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Text: Alena


(22.04.2017 – Die Treppe der Vergangenheit)

Holger Dankelmann 14

Es ist dunkel, ich bin alleine und die Stille tut ihr Übriges. Meine Gedanken fangen wieder an zu kreisen und ich beginne – wie so oft – über meine Vergangenheit nachzudenken. In aller Ruhe gehe ich vorsichtig zur Treppe und setze mich hin. Oftmals hilft sie mir, denn sie ist für mich, wie der Weg zwischen Vergangenheit und Zukunft und ich sitze genau in der Mitte und muss mir über vieles klar werden.
Wenn ich in meine Vergangenheit blicke, müsste ich die Treppe eigentlich weiter runter gehen. Dort herrscht so viel an Dunkelheit, Schmerz, Traurigkeit, Wut, Demut und Angst. Es tut weh darüber nachzudenken und umso mehr ich diese Gedanken zulasse, desto mehr packen mich wieder meine Selbstzweifel. Zu viele Fragen, die noch unbeantwortet sind und auf die ich Antworten suche.

Hätte ich was anders machen können, um bestimmte Situationen ins Positive umkehren zu können? War es falsch, es unversucht zu lassen sie zu ändern? Ich weiß es nicht, denn ich habe sie damals so in diesen Momenten als gegeben hingenommen. Zu groß war meine Scham und meine Angst davor, wie es ausgehen könnte und so hielt ich lieber inne, sagte nichts und fraß lieber alles in mich hinein.
Wenn ich aber in meine Zukunft blicke, müsste ich die Treppe wieder stetig Schritt für Schritt hinaufgehen. Meine Vergangenheit prägte mich zwar und holt mich auch durch die Depressionen oftmals wieder ein, doch heißt es nicht, dass ich mich selbst aufgeben darf. Nein, ich sollte, so oft es mir möglich ist nach vorne schauen und für mich alleine versuchen das Beste daraus zu machen.

Jede einzelne Stufe, die ich hochgehe, sollte ein Ziel beinhalten. Zu erkennen, dass ich an Depressionen erkrankt bin. Sie für mich zu akzeptieren, anstatt nur weiterhin stur gegen sie anzukämpfen, denn das macht es eher schlimmer als besser. Mir fachliche Hilfe zu holen, umso vielleicht immer offener darüber – was mir nicht leicht fällt – reden zu können und meine Vergangenheit aufarbeiten zu können.
Ich möchte es schaffen, Freunden, Bekannten und Verwandten zu erzählen, wie und was in mir vorgeht. Ihnen meine Erkrankung nahe bringen, damit sie verstehen können und ich somit meine imaginäre Maske absetzen kann. Die Maske aufrechtzuerhalten, verlangt mir sehr viel Kraft ab, Kraft die mir diese Erkrankung nimmt, die ich kaum noch besitze und die ich doch so dringend für mich benötige.

Auf dieser Treppe wieder so hoch oben stehen zu können, damit ich meinem Leben erneut einen positiven Sinn geben und es phasenweise auch wieder lebenswert gestalten kann, das sollte mein Ziel sein. Denn die Augenblicke, in denen ich aufrichtig genießen kann, sind viel zu selten und zu oft die Momente, wo mich die Depressionen wieder in die Dunkelheit zerren und mich dort gefangen halten.
Die Vergangenheit gehört zu meinem Leben, das ist vollkommen klar. Sie hat mich sehr geprägt und zu dem gemacht, der ich heute bin. Vieles war nicht schön, nein oftmals sogar sehr schmerzhaft aber löschen oder gar umschreiben kann ich sie nicht mehr, denn sie ist ein Teil von mir. Doch was ich dort oben auf der Treppe sitzend versuchen kann, ist meine Zukunft wieder positiv für mich zu schreiben.

Fotograf und Bildbearbeitung: Holger Dankelmann
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Text: Nadine Wagner


(19.04.2017 – Wenn der Frühling erwacht)

Saskia Sophia Prodromidis

Wenn die Sonne uns wieder oft ihre schönen Strahlen zeigt und uns Wärme spüren lässt. Wenn die Natur uns wieder aus einem kahl und braun, eine grüne und bunte Welt zaubert. Genau dann ist die Zeit, wo der Frühling wieder in all seiner wunderbaren Pracht erwacht.

Der Winter, der vielen gesunden aber auch an Depressionen erkrankten Menschen, ein Gefühl von Enge, tristen und trüben Gedanken gab, verliert nun immer mehr seine Wirkung. Negative Stimmung wird erfolgreicher von unserem ach so herrlichen Frühling, nach dem wir uns doch so sehr sehnten, verdrängt und wir sind wieder neugieriger auf das, was kommen mag.

Er lockt uns wieder vermehrt raus, lässt uns wieder bessere Laune bekommen und beschenkt uns mit positiver Energie. Wir fühlen uns wieder freier, Straßen sowie auch die Parks werden wieder gerne und lange durch uns Menschen gefüllt. Wir gehen mit offeneren Augen und dem Blick für das Schöne durch diese Zeit, denn der Frühling gibt uns so vieles.

Stück für Stück wird alles bunter und auch der Duft wirkt schön belebend auf viele von uns. All unsere Sinne werden sensibler, Glücksgefühle erwachen endlich aus ihrem viel zu langen Winterschlaf und vieles wird nun durch uns wieder intensiver wahrgenommen. Genau dies ist Balsam für unsere Seelen und vermittelt uns auch ein gewisses Gefühl von Sicherheit.

Fotograf und Bildbearbeitung: Saskia Sophia Prodromidis
Text: Nadine Wagner


(15.04.2017 – Dieser Tag im Nichts)

Andreas Wohlers Fotografie Chilly Kitty

Wenn ich an meinem Fenster sitze und die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings zu meinem Fenster hineinscheinen, verspüre ich große Traurigkeit. Statt Freude und Glücksgefühl habe ich zu große Angst vor dem, was mich dort draußen erwarten würde. Diese Traurigkeit besitze ich nicht, weil ich nicht die Zeit dazu hätte rauszugehen, um dieses schöne Wetter dort draußen zu genießen. Nein, ich spüre sie, weil ich es wieder mal nicht schaffen werde rauszugehen.
Ich kann mich nicht an der Sonne erfreuen, wie ihr und ich kann auch nicht die wärmenden Strahlen auf meiner Haut tanzen sehen. Die Ersten blühende Blumen, die ihr sofort entdeckt und euch denkt „Oh, wie wunderschön sie doch sind“, lösen diese Emotionen in mir nicht aus. All dieses Wissen löst heftige Enttäuschung in mir aus, da ich mir dann immer denke, dass ich mal wieder maßlos versagt habe und ich nichts von dem, was ich versuche, auf die Reihe bekomme.

Abgeschnitten von der Außenwelt und isoliert durch mich selbst bleibe ich alleine zurück, während meine Freunde sich draußen amüsieren, Spaß haben und miteinander lachen.Sie unternehmen schöne Dinge und ich sitze weiterhin alleine vor meinem Fenster und grüble über vieles nach. Gedanken und Gefühle kreisen in mir und ich halte mich selber klein, weil die Depression mir stetig aufzeigt, dass ich all dies nicht wert bin und kein Anrecht auf dieses Glück besitze.
Ich bin ein Mensch und ich weiß, dass auch ich dieses Anrecht auf Leben habe, doch die Depressionen rauben mir meine Kraft und das nicht nur seelisch, sondern auch körperlich. Zu schwer fällt mir das Aufstehen und Erledigungen sind sehr oft nur mühsam möglich, weil mir die Konzentration und der Wille dazu fehlen. Der starke Wille, den diese Erkrankung in mir erfolgreich gebrochen hat und der mir einst den Mut und die Energie gab für all das, was für euch normal ist zu kämpfen.

Doch auch ich habe gute Phasen und in diesen Momenten, wenn sie auch noch so kurz sein mögen, gewinnt die Depression, die dieses grässliche Monster in mir wohnen lässt, durch mich keine überhand. Es sind die Momente, die ich dann für die schönen Dinge des Lebens nutze und sie förmlich in mir aufsauge. Nie wissend, wie lange ich diese Kraft besitzen werde, die Krallen der Depression, die ewig nach mir greifen zurückhalten und sie im Zaum halten zu können.
Es ist ein ewiger Kampf, doch ganz wird mich dieses Monster nie bekommen, denn ich weiß, dass ich es schaffen kann, wenn ich für mich einen Weg finden werde, dieses Monster zu akzeptieren, anstatt es zu bekämpfen. Für mich zu merken, dass dieses Monster kein Monster ist und mir vielleicht mit seinem Verhalten versucht aufzuzeigen, dass es falsche Wege sind, die ich versuche zu begehen und mich umlenken lässt, weil es zu viel wird, was ich von mir selber fordere.

Irgendwann werde ich diesen Weg raus, aus diesem „Tag des Nichts“ finden und nicht mehr alleine hinter meinem Fenster sitzen und in Selbstmitleid versinken, weil ich etwas nicht erreichen kann. Dann werde auch ich wieder raus gehen, die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut tanzen sehen und mich wieder an frisch bunt erblühten Blumen, die gut duften erfreuen.
Ich werde mit meinen Freunden wieder in guten Phasen zusammen sein können und Spaß haben. All das wird mir dann, wie euch – ohne meine Maske, die ich sonst nach außen hin immer trug – ein ehrliches Lächeln ins Gesicht zaubern. Ich werde es aufrichtig genießen, weil ich es mir wert sein werde und ich mein Anrecht auf Leben einfordern werde. Es wird ein langer und steiniger Weg werden, doch ich kann es für mich schaffen.

Fotograf und Bildbearbeitung: Andreas Wohlers Fotografie
https://www.facebook.com/andreas.wohlers.fotografie/
Text: Nadine Wagner
Model: Chilli Kitty
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(11.04.2017 – Der Steg)

Model NN 112

Schwimmend ziehe ich die Bahnen im See meines Lebens. Sie führen mich durch tiefe Stellen und seichte, ruhige und wilde. Kleine Inseln und Stege geben mir Halt und Zeit zu ruhen. Die meiste Zeit schwimme ich alleine, doch hin und wieder kreuzt jemand meine Bahn oder begleitet mich ein kleines Stück. Manchmal schwimme ich ruhig, manchmal mit Kraft, den Kopf über Wasser, aber hin und wieder auch darunter.

Es gibt aber Zeiten, da fallen mir die Bahnen schwer. Dann schwimme ich zu einem Steg und will das Wasser verlassen. Verlassen um zu ruhen, zu rasten und einen Überblick über mein Leben zu bekommen. Ich brauch Sicherheit und Halt.
Ich sehe den Steg schon ganz nahe und mobilisiere meine Kräfte. Der Steg ist vor mir, zum Greifen nahe. Meine Hand berührt den Steg, fühlt das Holz. Ich spüre seine Stabilität und hoffe auf Halt. Ich greife nach den Planken und zieh mich aus dem Wasser.
Plötzlich spüre ich eine Kraft. Eine Kraft wie eine Hand, die mein Bein umgreift. Die Hand hat mich mit festem Griff und will mich zurück ins Wasser ziehen. Immer wieder rutsche ich von den Planken ab. Wieder und wieder kämpfe ich mich zurück und fasse die Planken. Die Hand lässt nicht los. Mir schwindet die Kraft.

Ich hebe meinen Kopf und erkenne sie. Ich erkenne sie, die Hand eines guten Freundes, der mir sie reicht. Er hilft mir aus dem Wasser und einen Moment zu ruhen. Jetzt erst erkenne ich, dass ich nicht alleine bin im See meines Lebens. Ich habe die vielen lieben Menschen um mich herum nur nicht gesehn. Was bin ich froh sie zu haben und zu wissen, dass sie da sind. Das gibt mir Kraft, bald wieder den Steg zu verlassen und weiter meine Bahnen zu ziehen.

Fotograf und Bildbearbeitung: Dirk Ludwig Fotografie
https://www.facebook.com/dirk.ludwig.fotografie/?fref=ts
http://dirk-ludwig.de/
Text: Markus Ziegler


(10.04.2017 – „Ich sehe …)

Beate Köhler

Deine Zerrissenheit … Die Angst vor zu viel Nähe, vor dem Dich selbst verlieren und dem Vereinnahmen und doch die Angst vor dem Verlassen werden.

Deine Liebe zu mir … Gewaltig, wahrhaftig und rein in jeder Sekunde. Und doch distanzierst Du Dich und ignorierst mich, wenn die schmerzhafte Sehnsucht zu groß wird.

Deinen Willen mich in Dein Leben zu lassen … Ganz und gar zu allen Zeiten. Und doch versuchst Du alles Schlechte, Böse und alle Sorgen von mir fernzuhalten.

Deine Sicht über Dich … Ein „Monster“, das es nicht verdient hat zu leben, glücklich zu sein, sich immer wieder selbst dafür straft und doch die Hoffnung, dass jemand in Dein Leben tritt, der Dir zeigt, dass es nicht wahr ist.

Deine Einsamkeit … Selbst gewählt und doch unerträglich.

Deinen Wunsch … So geliebt zu werden, wie Du bist, gesehen und angenommen zu werden. Und doch stößt Du die, die Du liebst und die Dich lieben, manchmal unbeabsichtigt zurück.

Deine Angst … Erneut zu zweifeln, weil alles vielleicht doch nicht so ist, wie es zu sein scheint. Und doch möchtest Du so sehr vertrauen.

Deine Albträume … Unverarbeitetes und Ängste, die Dich quälen. Und doch denkst Du, es längst bekämpft zu haben.

Deine Furcht … Wenn man Dir tiefe Gefühle entgegen bringt oder sie äußert. Und doch tust und äußerst Du es ohne Vorbehalt mir gegenüber.

Deine Gedanken … Das nur Du wissen kannst, wie es Dir geht, nur Du weißt, wie Du Dich fühlst und empfindest. Und doch ist da die Hoffnung, dass Dich endlich jemand versteht.

Meine Hand … Ich strecke sie Dir entgegen, ergreifst Du sie, werde ich sie halten und nie mehr loslassen. Und doch werde ich Dich nie in Ketten legen.

Meine Arme … Sie bieten Dir Geborgenheit an. Und doch sollen sie Dich nie einengen.

Meine Augen … Die nur für Dich so strahlen und glitzern können. Und doch können sie Dir auch helfen wieder zu sehen.

Meine Ohren … Die Dir lauschen und zuhören. Und doch ist da manchmal der Stachel der Angst, nicht gehört zu werden.

Meine Lippen … Sie wollen Dich berühren, Dich fühlen. Und doch können sie Dich auch spüren lassen, wie ich fühle.

Meine Stimme … Die Dir liebevolle Worte flüstert. Und doch will sie auch eines Tages für Dich singen.

Mein Herz … Es schlägt nur für Dich, egal wie weit Du entfernt bist. Und doch fühlt es sich Dir immer nah.

Meine Seele … Die nach langer Suche, den einen Menschen erkannt hat, dessen Seele ihr Gegenstück und ihre Ergänzung ist, so wie sie es für ihn sein kann. Und doch wird sie Dich nie zu etwas zwingen, was Du nicht willst.

Meine Liebe zu Dir … Sie ist unendlich und wird sich niemals ändern. Und doch musst Du lernen, sie anzunehmen.

Mich … Die Ähnliches erlebt hat und es deshalb verstehen kann. Und für immer mit Dir gemeinsam durch das Leben gehen möchte.

Dich … Sehr sensibel, einfühlsam, wertvoll, liebevoll, liebenswert und, und, und … Und für immer von mir geliebt.“

Fotograf und Bildbearbeitung: Beate Köhler
Text: Die Regenbogenscherbenwelt (Nya)
https://www.facebook.com/Regenbogenscherbenwelt/
Model: Beate Köhler


(09.04.2017 – Kellergewölbe)

Wolfgang Honzejk ArtFotografie 6

Gib deine Hand und führe mich, nimm meine Hand und ich führe dich. Zeige mir den Weg durch das Dunkel und folge mir Schritt für Schritt. Komm ich nehme dich mit, während Du mich zu Treppe bringst. Langsam, es ist dunkel und schlecht ist die Treppe zu sehen mit einem Handlauf aufgequollen von der Feuchtigkeit. Feucht wie dieser Keller, feucht wie deine Wangen durch die Tränen der Vergangenheit. Lass uns gehen, lass uns die Treppe rauf gehen langsam und vorsichtig. Sie ist nicht steil, aber sie ist morsch und rutschig.
Nimm meine Hand und führe mich, während Du mir folgst. Vorsichtig, halte den Handlauf, halte mich, fang mich auf, wenn ich rutsche. Halte mich, wenn Du fällst, wenn die Stufe nachgibt und bricht, warte auf der Stufe darunter, wo ich schon stehe und dich auffange. Gemeinsam, einsam, Hand in Hand, die Treppe rauf. Du schaffst es auch, nimm meine Hand ich führe Dich, wenn Du mich mit Dir nimmst. Stufe für Stufe komm und folge mir, bis wir erreichen, die Kellertür.
Dreh den Knauf und mit meinem Gewicht, stoß sie auf komm mit ins Licht. Sonnenstrahlen allein in deinem Gesicht, trocknen deine Tränen nicht, nimm meine Hand und wisch sie fort. Fühle mich mit Dir befreit, es trocknen die Tränen der Vergangenheit.

Fotograf und Bildbearbeitung: Wolfgang Honzejk ArtFotografie
https://www.facebook.com/WHArtFotografie/
Text: Daniel Wagner
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(05.04.2017 – Dunkel ohne Licht)

Headlight Pictures Lady of Sunshine 1

Man findet sich in einem dunklen, völlig im Schwarz daliegenden Raum wieder. Die Hand fährt automatisch zur Seite, tastet nach einem Lichtschalter – einem Schalter, der nicht da ist. Es kommt oft vor, dass man sich in der Finsternis seines Selbst wiederfindet, nichts erkennt und nicht die Kraft hat, nach etwas zu suchen, das Licht ins Dunkel bringt. Warum auch? Tagtäglich kämpft man sich durch das Leben, gibt mehr als man eigentlich geben kann, trägt ein Fake-Lächeln auf den Lippen, obwohl man nur noch heulend in die Knie brechen will, weil alles zu viel ist.

Depressionen sind nicht nur der Wunsch sich die Arme aufzuschlitzen. Depressionen sind nicht nur der Wunsch nach Schlaftabletten. Viele sehen Depressionen nur im Kontext mit Selbstmord. Nicht jeder leidet an Selbstmordgedanken, nicht jeder hat schon den Abschiedsbrief geschrieben und überlegt nur noch, wie er am besten unbemerkt von anderen abtreten kann. Depressionen sind vielseitig, sie treten in verschiedenen Formen auf, sind nicht nur schwarz-weiß. Sie sind grau, manchmal auch bunt. Aber sie sind keine Fantasie, keine Einbildung – keine Trendkrankheit, die man breittreten oder lustig machen sollte. Es gibt sie.

Man sieht es den Menschen nicht an. Man sieht ihnen ins Gesicht und weiß nicht, was in ihnen vorgeht. Vielleicht ist es das, was den anderen die Akzeptanz so schwer macht. Man sieht Depressionen nicht, wie man vielleicht eine Grippe sieht. Man sieht nicht an jedem depressiven Menschen tiefe, lange Narben an den Armen oder Augenringe von schlaflosen Nächten. Depressionen sind komplex, individuell und keineswegs immer sichtbar. Antriebslosigkeit macht das Leben schwer. Dinge, die man vorher gern getan hatte, machen keinen Spaß. Der Sinn hinter dem täglichen Aufstehen fehlt, der Appetit fehlt, zum Sport zwingt man sich inzwischen schon.

„Es wird besser“, sagen sie. „Du stellst dich nur an“, sagen sie. „Aufmerksamkeit bekommst’e so auch nicht mehr“, sagen sie.

Es ist nicht ein „Anstellen“, es ist kein „Betteln nach Aufmerksamkeit.“ Man redet schon gar nicht mehr darüber. Man spricht nicht aus, was einen durch den Kopf geht. Gedanken laut äußern – ein No-Go. Die Frage „Wie geht’s dir“ beantwortet man mit einem gut eingeübten, falschen Lächeln und einem „Alles bestens. Und dir?“. Es ist jeden Tag dasselbe. Funktionieren. Lächeln. Bloß nichts anmerken lassen. Dieser Kampf ist es, der einem so viel Kraft raubt, die man ohnehin nicht mehr hat. Das Funktionieren, das „Etwas-leisten-müssen“ treibt einen doch im Endeffekt nur noch tiefer in diese Abwärtsspirale der Depression, gebt der Krankheit das Messer in die Hand und sagt „Stich zu!“.

Dieses Funktionieren ist es, dass uns dazu bringt, Angst vor der Zukunft zu entwickeln. Es färbt die Zukunft so tiefschwarz. Denn, funktioniert man nicht, wird man ausgetauscht. Zukunftsangst ist ebenso keine Erfindung. Immer besser sein zu müssen, als alle anderen, lädt einen enormen Druck auf uns, zwingt uns zu mehr. Zwingt uns auch zu durchgearbeiteten Nächten, zwingt uns mit Kopfschmerzen zur Arbeit oder zur Uni zu fahren. Man zweifelt; man hat Angst, nicht gut genug zu sein; man fragt sich, ob es reicht. Aber reicht es wirklich? Was hat man hinterher von all der Arbeit, die man investiert?

Von all der Kraft, all der Zeit, die man trotz allem opfert, weil da ein Funken Hoffnung ist. Ein Funke, der mit jedem Tag mehr, an dem keine Antwort auf all die Fragen kommt, von der Angst erdrückt wird. Aber mit wem soll man darüber sprechen? Die wenigsten sind bereit, sich solche Dinge anzuhören. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das Handy schnell interessanter wird, als das, was man seinem potenziellen Gesprächspartner zu sagen hat.
Also bleibt man in seinem kleinen, dunklen Raum voller unausgesprochener Gedanken, Probleme und Ängste, weil der Lichtschalter nicht in Reichweite ist.

Fotograf und Bildbearbeitung: Headlight Pictures
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https://headlightpictures.de/ein-kleiner-hoffnungsschimmer-…
Text: Eleanor Nowak
https://www.facebook.com/eleanor.nowak.official/
Model: Lady of Sunshine

2 thoughts on “Artikel

  1. Was für ein toller Blog! Danke für deine Offenheit. Oft sehe ich in deinen Texten wie in einen Spiegel. Das ist genau das, was wir brauchen. Raus aus dem Stigma, denn wir machen uns doch selbst schon genug Vorwürfe. Darum zu kämpfen, das ist etwas, wozu es sich zu leben lohnt. Mach weiter, bitte.

    1. Hallo Frances.
      Danke für Dein Kompliment. Hinter Dirk Ludwigs Projekt „Gib Depressionen ein Gesicht“ steht natürlich ein ganzes Team und sehr viele großartige Menschen stellen uns ihre Texte und Bilder dafür zur Verfügung. Ihnen allen ist es mit zu verdanken, das Gib Depressionen ein Gesicht so besteht, wie es ist. Wir werden uns weiterhin große Mühe geben und viel Herzblut investieren, um unsere Unterstützung zu geben und bei der Entstigmatisierung zu helfen. LG

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