Gedichte Neu

(24.06.2017 – Lange Tage lang)

PsychoSoul Chilly Kitty

Keinen Kontakt spüren können.
Nicht mal: den eigenen.
Vor allem: nicht den inneren.
Lange Tage lang.

Keine Stimme hören können.
Nicht mal: die eigene.
Vor allem: nicht die innere.
Lange Tage lang.

Keinen Halt finden können.
Nicht mal: den eigenen.
Vor allem: nicht den inneren.
Lange Tage lang.

Kein Licht sehen können.
Nicht mal: das eigene.
Vor allem: nicht das innere.
Lange Tage lang.

Keinem Rhythmus folgen können.
Nicht mal: dem eigenen.
Vor allem: nicht dem inneren.
Lange Tage lang.

Keine Dinge bewältigen können.
Nicht mal: die eigenen.
Vor allem: nicht die inneren.
Lange Tage lang.

Keine Wärme fühlen können.
Nicht mal: die eigene.
Vor allem: nicht die innere.
Lange Tage lang.

Keine Melodie vernehmen können.
Nicht mal: die eigene.
Vor allem: nicht die innere.
Lange Tage lang.

Keinen Stress aushalten können.
Nicht mal: den eigenen.
Vor allem: nicht den inneren.
Lange Tage lang.

Keine Tränen aufhalten können.
Nicht mal: die eigenen.
Vor allem: nicht die inneren.
Lange Tage lang.

Jahre langer Tage lang.

Fotografund Bildbearbeitung: PsychoSoul
https://www.facebook.com/psychosoul76/
Text: Heidi Klenke
Model: Chilli Kitty
https://www.facebook.com/Chillikittymeow/


(27.06.2017 – Splitter)
(TRIGGERWARNUNG SSV)

Peggy Axmann

Irgendwo ist es noch. Die Ahnung von Gefühl. Der Duft des Lebens.
Der Geschmack des Willens. Irgendwo, so tief verschüttet.
Splitter liegen oben auf. Scharfe Kanten, blutende Wunden, gerissen in helles Fleisch.
Atmen, sitzen. Starren an Wände. Schatten und Gedanken drehen wirre Kreise.
Schwindel, Übelkeit, Taubheit. Rennen, Stillstand, Verstand – völlig aufgelöst.
Kraftlos, Kämpfen, weinen, schreien im Schweigen. Splitter im Kopf, gefährliches Chaos.
Puzzle, was einst war. Das Bild zerfallen. Zur Unkenntlichkeit verkommen.
Es ist nicht mehr ganz. Alles, was bleibt. Splitter.

Fotograf und Bildbearbeitung: Peggy Axmann
Text und Model: Peggy Axmann


(29.06.2017 – Lasst uns Mauern einreißen, nicht errichten)

SilentHarmony Photography 3

Wenn Mauern sich bei Betroffenen in Höhen errichten,
sollten wir den Nebel um diese Mauern herum lichten.
Worte und Handlungen folgenschwer von uns Gesunden,
lassen diese Menschen gar nahezu leise verstummen.

Statt Verständnis, ernten sie oft Gelächter an diesem Ort
und Respekt, was solls, nur ein schnell gesagtes Wort.
Lernen unsere Schulter und Ohren ehrlich zu schenken,
bestehende Kunst, sich eben nicht herzlos abzuwenden.

Wir sollten errichtete Mauern versuchen einzureißen
und ihre Seelen nicht einfach, wie Müll wegschmeißen.
Sie sind ebenso wertvolle Menschen, wie Du und ich,
öffnet doch ein Mal Eure Augen, seht Ihr es denn nicht?

Geblendet von der Scheinwelt, Realität weit in der Ferne,
redet Ihr von Eurer geheuchelten Akzeptanz allzu gerne.
Statt hintenrum lustig machen und nur dumm zu reden,
solltet Ihr das Leben der Betroffenen selbst mal erleben.

Glaubt mir, wenn ich sage, das wollt Ihr bestimmt nicht,
denn dann würdet Ihr merken, wie alles zusammenbricht.
Nichts wird mehr für Euch sein, wie Ihr es einst kanntet,
und spüren, wie sich alles in diese Finsternis verwandelt.

Wärme erstarrt zu Kälte und Freude in tiefe Traurigkeit,
glaubt Ihr denn wirklich, Ihr wärt im Ansatz dazu bereit?
All diese Gefühle und Gedanken zwingen sie in die Knie
und dieses Extrem wollt Ihr im Leben mit Sicherheit nie.

Es ist echt an der Zeit, in Eurer Meinung umzudenken
und mit Toleranz, Betroffene in die Offenheit zu lenken.
Denkt mal daran, dass nicht jeder denkt und fühlt wie Ihr,
denn Euer „Stell Dich nicht so an“, braucht keiner hier.

Lasst uns lieber Mauern einreißen und gar nicht erst errichten,
denn nur so können wir das Stigma der Depression vernichten.

Fotograf und Bildbearbeitung: SilentHarmony Photography
https://www.facebook.com/SilentHarmonyPhotography/?fref=ts
Text: Nadine Wagner


(30.06.2017 – Stetig, wie die Flut)

HeartMirror Photography 22

Das Gesicht in meiner Hand vergraben,
Schau ich heut’ auf meine Narben.
Die Augen leer, der Blick ist starr,
Zeiten, als ich jemand And’res war.

Die Finger streicheln das Gewebe,
Ein Wunder, dass ich heut’ noch lebe!
Eine Träne rollt über die Wange,
Doch ist mir heute nicht mehr Bange.

Trag sie heut mit Stolz und Mut,
Damals nur voll Scham und Wut.
Keiner konnte mich verstehen,
Wollt’ man nur die Wunden sehen.

Die Narben soll’n ein Mahnmal sein,
Mach mich nun nie wieder klein!
Die schwersten Wege schon gegangen,
Ich musste dies von mir verlangen.

War von der Krankheit lang gefangen,
Sie ist große Zeit mit mir gegangen.
Mein Leben von bestimmen lassen,
Bekam das Glück nur schwer zu fassen.

Es sind heute nur Erinnerungen,
Hab diesen Dämon fast bezwungen!
Doch er ist stark und mächtig,
Man fühlt sich niemals völlig prächtig!

Der ewig’ Kampf bestimmt mein Leben,
Ich würd’ es heute nicht mehr geben.
Doch sei gewiss, bedenke gut…
Der Kampf ist stetig, wie die Flut!

Fotograf und Bildbearbeitung: HeartMirror Photography
https://www.facebook.com/heartmirror.photography/
Text: GedankenGlut
https://www.facebook.com/dunkleGedankenGlut/


(08.07.2017 – Wegbegleiter)

Komm, nimm meine Hand,
Ich gehe ein Stück deines Weges mit dir,
Führe dich, wenn deine Augen tränenverhangen sind,
Stütze dich, wenn du drohst zu stolpern.

Sprich, ich leihe dir mein Ohr,
Erzähl mir, was dich heute bedrückt,
Ich höre dir zu, wenn du anfängst zu reden,
Versuche zu verstehen, was du nicht sagen kannst.

Schweig, wenn deine Stimme versagt,
Wenn dir die Worte zu fehlen scheinen,
Lehn dich an meine Schulter,
Tanke Kraft und spüre die Ruhe.

Und wenn du den Weg wieder siehst,
Deine Tränen getrocknet sind,
Deine Stimme wieder weiss, wie man singt,
Werde ich deine Hand halten,
Um mich mit dir an Licht und Farbe zu freuen
und die Wärme des Lebens in mich einsaugen …
… für den Tag, an dem der Nebel wieder aufzieht …

Fotograf und Bildbearbeitung: ADK Productions
https://www.facebook.com/AdkProductions/
Text: Anja Corinna Wegst
Model: Miss REdreaming
https://www.facebook.com/Ms.Redreaming/


(09.07.2017 – Meine Maske)

Bellatrix_Le strange und Anke Klawes

Ich trage eine Maske,
wie der Clown in einem Zirkus …
ich bin höflich, ich lächle,
bin Mutter und Partnerin …
hinter meiner Maske fließen Tränen,
ich leide an Verletzungen meiner Seele,
die niemand sieht, ich bin verzweifelt,
verkrieche mich, habe Angst,
dass mir mein Leben entgleitet …
ich verstoße Menschen,
die mir die Hand reichen …
ich kann nicht anders
und doch tut es mir leid …
ich bin wütend auf mich selbst,
ich schreie – aber stumm –
denn meine Schreie würde man hören …
und so weine ich leise, setze meine Maske auf
und gehe in die Manege des Lebens

Fotograf und Bildbearbeitung: Somnia Aucupes Fotografien
https://www.facebook.com/AnkesFotografien/
Text: Bellatrix_Le”strange und Anke Klawes
Model: Bellatrix_Le”strange”
https://www.facebook.com/BellaRoseModell/


(14.07.2017 – Stein auf Stein)

Anita Paukner 1

Ich erwache aus einem Traum,
ein Traum, in dem alles rosig erschien.
Viel zu schnell holt die Realität ein,
schöne Seifenblasen ersticken im Keim.
Angekommen in der Wirklichkeit
in der nichts mehr so ist, wie es scheint.
Muss etwas ändern und bewegen,
sonst holt mich Vergangenes ewig ein.
Das hier und jetzt ist meine Zukunft
und nur ich kann sie lenken mit Vernunft.

Beginne für mich neu umzudenken
und mir meinen neuen Weg aufzubauen.
Will leben und diesen Pfad gehen,
ohne mich ständig demütig umzudrehen.
Gefangen will ich nicht mehr sein,
möchte lächelnd in die Zukunft blicken frei.
Stein auf Stein wird es nur gehen
und nie leicht, doch lohnend ist der Weg.
Qual und Tränen kein Sieger sein
und so ewig für mich kämpfen ganz allein.

Fotograf: Anita Paukner
Bildbearbeitung: Anita Paukner
Text: Nadine Wagner


(15.07.2017 – Tiefer Sturz)

PhotoVision Eckhard.Schwabe Fotograf Model The woman next door

Matt und spröde herab hängt heute das blonde Haar.
Der ganze Leib wirkt träge, auch wie vor Müdigkeit starr,
Bei Weitem nicht so elegant, wie noch einige Monate zuvor,
Bis zum Zeitpunkt, an dem traten diese Symptome hervor.

Ja, bis dahin lief alles, wie im Buche beschrieben.
Im Job und privat ließ sie sich von nichts unterkriegen,
Doch dann begann der Alltagsstress, die Schlanke zu verschlingen.
Nun sollten jene Stimmungsschwankungen
und Schlaflosigkeit niederringen.

Die geregelte Arbeit wurde kaum noch erfüllbar
Und zu Hause lief nichts mehr so, wie es früher war.
Immer schlimmer wurden heimischer Streit, dazu berufliche Kritik,
Brachten letztlich dem Burnout einen verheerenden Sieg.

Diesen nach Wochen mit letzter Kraft halbwegs überstanden,
Sich weiterhin Depressionen, wie Efeu um das Herz der Dame rankten.
Das eigene Äußere war auf einmal nicht mehr wichtig
Und auch unbeschwerte Momente für das Wohlbefinden nichtig.

Selbstwert wie Leistungsfähigkeit Richtung Keller sanken
Dank der Krankheit unvorstellbar kräftigen Pranken.
Schlechte Laune und hohe Reizbarkeit schmissen jene in ein finsteres Loch,
In dem die Betroffene bis heute in dunkelster Ecke hockt.

Unsichtbare Tränen schmücken stets der Frau blasses Gesicht.
Das Innerste ist unendlich weit entfernt von jedem Licht.
Ihre Seele scheint zertrümmert und gar wie gestorben.
Es gibt Tage, da wünscht sie, sie wäre nie geboren worden.

Fotograf und Bildbearbeitung: PhotoVision Eckhard.Schwabe Fotograf
https://www.facebook.com/esphotovision/
Text: Anima Corvum – 14.06.2017
https://www.facebook.com/anima.corvum.1…
Model: The woman next door
https://www.facebook.com/thewomannextdoormodel/


(16.07.2017 – Bloß eine Hülle)

Elke Waill

Ich führe ein Leben, verdunkelt vom Schatten,
der mich seit so vielen Jahren begleitet.
Der alles beeinflusst, Gedanken und Taten,
weil er sich in meiner Seele ausbreitet.

Schon bald stand ich unter des Schattens Kontrolle,
nahm mir die Kraft, mich dagegen zu wehren.
Die Freude am Leben, das Licht in den Augen,
Finsternis liebt es, dies Licht zu verzehren.

Ich bin heute abgestumpft, bloß eine Hülle,
nunmehr verdammt, bloß noch zu vegetieren.
Mein Geist ist zerbrochen, hab keine Gefühle,
nur noch mein Körper scheint zu funktionieren.

Fotograf und Bildbearbeitung: Elke Waill
Text: Keiji-Chan – 18.06.2017
https://www.facebook.com/KeijiChanETS/


(19.07.2017 – Wenn Tore sich schließen)

SilentHarmony Photography

Wenn Tore sich hinter uns ab und an schließen,
so erklärt man uns ja meist mit einem guten Rat,
gilt einer unserer Lebensabschnitte als beendet.

Tore würden wir zu gerne wieder vor uns öffnen,
denn dort lag doch einst unsere Zukunft verborgen
und dennoch bleiben sie verschlossen voller Sorgen.

Angst vor dem Unbekannten wird entfacht in uns
und doch brauchen wir für neue Wege diese Kraft,
ist es doch die Stärke, die uns verleiht diese Macht.

In Erinnerungen bleiben uns alte Wege stets erhalten,
werden mit der Zeit nur etwas ins grau verblassen
und doch werden wir diese niemals ganz verlassen.

Neue Tore werden erscheinen habe keine Scheu,
und fremde Tore enthalten eine reale Chance bereit,
also betrete Zukunft und verlasse diese Vergangenheit.

Im Lauf der Zeit und der Dinge ist es meist doch so,
dass ein neues Tor Glück besitzen kann, für jeden,
daher verschließe nicht die Augen und geh entgegen.

Gehe weiter des Weges, dies ist die schwere Kunst
und nicht immer verkehrt, wenn ein Tor ins Schloss fällt,
denn vielleicht ist ja hinter diesem Tor, was Dir gefällt.

Fotograf und Bildbearbeitung: SilentHarmony Photography
https://www.facebook.com/SilentHarmonyPhotography/
Text: Nadine Wagner

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