Gedichte Neu

(11.08.2017 – Hinter die Fassaden der Norm blicken)

MZ-Art Model Beta Carotin

Nicht immer ist das, was wir sehen, wahrnehmen leicht,
vor allem dann nicht, wenn es von einer Norm abweicht.
Doch was ist diese Norm, kannst Du es mir erklären?

Norm sagt man, ist das, was mit Strömen schwimmt,
sich nicht gegen diese stellt oder andere Wege nimmt.
Doch wer macht Normen, kannst Du es mir erklären?

Erklären kannst Du nicht, bist der, der sie selten bricht,
schwimmst lieber mit und wahrst Dein falsches Gesicht.
Geh doch einmal ab, nimm einen dieser anderen Wege
und Du wirst merken, dass ich gar nichts Böses hege.

Diese Normen machen viele Menschen seelisch kaputt,
setzen sie immer mehr und erneut unter größten Druck.
Ihre Devise, statt richtig zu leben, nur noch funktionieren,
weil die Mehrheit der Menschen so nach Normen gieren.

Durch Depressionen ein großes dunkles Loch entstand,
wo die einst gute Seele samt Gefühlen drin verschwand.
Werden von der dort herrschenden Leere verschlungen
und kriegen die Grenze hinaus nicht mehr überwunden.

Macht Eure Augen bitte auf, wird Zeit das Ihr mal reagiert,
ist in der Vergangenheit schon zu viel deswegen passiert.
Möchte nun kein schlechtes Gewissen deswegen machen,
doch ist es besser zu akzeptieren, statt darüber zu lachen.

Gehöre als Nicht-Betroffene lieber an der falschen Norm,
schwimme gegen und geh mit dieser Norm nicht konform.
Halte meine Augen stets offen, verrenn mich nicht blind,
und seh das sie, wie Du und ich Menschen 1. Klasse sind.

Lasst uns mit Verständnis und Akzeptanz Hände reichen,
nur so können wir die falschen Wege der Norm streichen.
Mit Toleranz machen wir das Leben Betroffener leichter,
denn unser Wille macht sie an guten Erfahrungen reicher.

Fotograf und Bildbearbeitung: MZ-Art
http://www.model-kartei.de/sedcards/fotograf/214198/mz-art/
Text: Nadine Wagner
Model: Beta Carotin
https://www.facebook.com/betacarotinmodelpage/


(13.08.2017 – Puuuh)

Wolfgang Honzejk ArtFotografie 12

Das Radio ist schon lange aus, der Fernseher ist voller Staub.
Der Geschirrspüler nicht ausgeräumt, der Mülleimer randvoll.
In den Briefkasten passt nichts mehr rein, die Klingel hat er abgestellt.
Das Telefon auf lautlos, der Kühlschrank fast ganz leer.
Seine Blumen sind vertrocknet, die Gardinen immer zu.
Seine Hemden nicht gebügelt, er spricht nur noch mit sich selbst.
Vor der Tür, da steht sein Fahrrad, die Reifen ohne Luft.
Das Gesicht im Spiegel unrasiert. Nein, lächeln tut es nicht.

Fotograf und Bildbearbeitung: Wolfgang Honzejk ArtFotografie
https://www.facebook.com/WHArtFotografie/
Text: Stefan Temme


(15.08.2017 – Leben hinter einer Wand Depression)

Andreas Wohlers Fotografie Model Chilli Kitty 1

Lebe hinter einer Wand,
Die jegliche positiven Gefühle hinter sich verband,
Handle wie reglos fixiert,
Weil mein Antrieb bei meinem Anblick
immer aufs Neue resigniert,
Rede und schreie stets allen Schmerz heraus,
doch keiner hört mein reden, die Schreie,
denn meine Worte reichen dafür wieder mal nicht aus
Ich will doch einfach überhaupt,
einmal heraus aus meiner Haut …

Fotograf und Bildbearbeitung: Andreas Wohlers Fotografie
https://www.facebook.com/andreas.wohlers.fotografie/
Text: Melanie Schmitt
Model: Chilli Kitty
https://www.facebook.com/Chillikittymeow/


(17.08.2017 – Der stumme Schrei)

Ralf Oltmanns Photography 2

Die stummen Schreie waren mit einer der qualvollsten Erfahrungen,
die ich in meiner tiefsten Depression erlebte.

Der Schrei war in mir gefangen,
es gelang mir nicht, ihn herauszuschreien.
Dabei spannte sich mein gesamter Bauchraum an.
Zugleich atmete meine Lunge so tief aus, wie nur möglich.
Sie verharrte so und atmete nicht mehr ein.
Zudem war der Druck in mir immens groß.
Alles in mir verkrampfte sich.
Es war, als schrie mein Körper.
Dann hörte ich den Schrei.
Es war grausam, ihn nicht herauslassen zu können.

Jedes Mal zerriss es mich innerlich.
Absolut nichts konnte ich dagegen tun.

Ich schrie und schrie immer und immer wieder.

KEINER KONNTE MICH HÖREN …!

Erst nach vielen Wochen konnte ich wieder weinen
und damit hörte endlich der stumme Schrei auf.

Fotograf und Bildbearbeitung: Ralf Oltmanns Photography
https://www.facebook.com/ralfoltmannsphotography/
Text: Sabine Schaub


(18.08.2017 – Einsam und allein)

Dirk Ludwig Fotografie Bahn

Er sitzt in seiner kleinen Wohnung,
fühlt sich einsam und allein.
So beendet er nun seine Schonung,
beschließt, ein Teil der Außenwelt zu sein.

So stellt er sich der Öffentlichkeit,
in einem voll besetzten Bus.
Dort quält er sich durch all das Leid,
er weiß, dass er das jetzt ertragen muss.

Durch die Straßen führt sein nächster Weg,
vorbei an manch zwielichtig’ Gestalt.
Wo sich ein Schatten um seine Schultern legt,
an ihm zerrt, mit steigender Gewalt.

Dann endlich ist er doch am Ziel,
bei jener, die über allen Schmerzen thront.
Der Schmerz, das Zittern wird zu viel,
er erträgt es, weil’s für Sie sich lohnt.

Sie zeigt Verständnis, schenkt Vertrauen,
der Schatten kämpft gegen dieses kleine Licht.
Er weiß, er kann auf ihre Treue bauen,
das Licht hält Stand, doch siegen kann es nicht.

Einst sah er Sie am liebsten täglich,
nun bringt ein Kurzbesuch schon große Pein.
Der Schmerz wird beinah’ unerträglich,
nun bleibt er lieber einsam und allein.

Fotograf und Bildbearbeitung: Dirk Ludwig Fotografie
https://www.facebook.com/dirk.ludwig.fotografie/
http://dirk-ludwig.de/
Text: Keiji-Chan – 19.07.2016
https://www.facebook.com/KeijiChanETS/


(20.08.2017 – Dunkel)
(TRIGGERWARNUNG Todessehnsucht)

Matthias Schüßler - Fotografie Model Tom Jung Modelpage

Nur Finsternis umspült mein Herz
Gedankenleer such ich den Schmerz
Der mir beweist, ich lebe noch
Hier unten in dem düstren Loch
Was bleibt mir noch in dieser Not?
Gar etwas andres als der Tod?
Ich muss ihn suchen, mich ihm stelln
Wird er wohl meinen Weg erhelln?
Gefangen bin ich und versklavt
Hab längst schon meinen Feind entlarvt

Der mich hindert, Glück zu finden
Der mich anwies zu erblinden
Ihn zu finden, ihn zu kriegen
Dieses Monster zu besiegen
Hat das Schicksal mir beschieden
Dabei darf ich nicht ermüden
Jetzt hab ich den Ort gefunden
Hier kann ich ihn gar verwunden
Denn ohn’ jeglich Schutz und Siegel
Blicke ich in einen Spiegel

Die Furcht ist größer als mein Mut
Der Spiegel reflektiert die Wut
Und zeigt mir, dass ich wirklich nie
Entfliehe dieser Agonie
Die Finsternis lässt mich nicht los
Behütet mich in ihrem Schoß
So bin ich Opfer und auch Kind
Zumindest bin ich wieder blind
Und suhl mich abermals im Leid
In der vertrauten Dunkelheit

Fotograf und Bildbearbeitung: Matthias Schüßler – Fotografie
https://www.facebook.com/Matthias.Schuessler.Fotografie/
Text: Vanik
Model: Tom Jung Modelpage
https://www.facebook.com/modelpagetomjung/


(25.08.2017 – mit aller macht)

Martina Kilian 1

mit aller macht
da kommt die nacht
es ist dunkel und kalt
und da sieht sie es bald

bilder voller schrecken
fast jede nacht sie wecken
sie sagt , sie will das nicht
und sucht immer wieder nach dem licht

am nächsten morgen dann
sind diese bilder nicht mehr dran
am liebsten würde sie vergessen
doch sie weiss, es wär vermessen

sie muss hinschau’n
was ihr sagt der traum
doch sie hat angst
und sich verschanzt …

Maler und Bearbeitung: Martina Kilian
Text: Nadja


(29.08.2017 – Das Schloss)

Heartmirror Photography 24

Das Innere meiner Seele
gleicht einem großen Labyrinth.
Durch das ich meine Gedanken quäle,
damit sie vor mir sicher sind.

Im tiefsten aller Kerker
wütet all mein purer Zorn.
Viel gefährlicher und stärker
wurde er dort einst wiedergebor’n.

Kontrollierten wird er von oben
wo die Selbstbeherrschung thront.
Bestien können dort nicht toben,
solange dieser Herrscher hier wohnt.

In einer Besenkammer
hat die Furcht sich gut versteckt.
Sie unterdrückt all ihr Gejammer,
damit der Zorn sie nicht entdeckt.

Und auf dem höchsten Turm
war die Verzweiflung eingekesselt.
Doch in einem gewaltigen Sturm
hat sie nun ihre volle Macht entfesselt.

Und der König hat versagt,
die Schloss- und Kerker-Mauern brechen.
Die Gefangenen geh’n nun auf die Jagd,
um sich an ihren Peinigern zu rächen.

Fotograf und Bildbearbeitung: HeartMirror Photography
https://www.facebook.com/heartmirror.photography/
Text: Keiji-Chan – den 27.04.2014
https://www.facebook.com/KeijiChanETS/


(30.08.2017 – Bleiengel)

Frank Löhr Model Lalu

Das Gewitter tagt wie das letzte Gericht
Aus dem Gesicht
Schwindet das letzte bisschen Angst
Und das letzte bisschen Schmerz

Der Blitz leuchtet und funkelt
Wie das Licht am Ende des Tunnels
Kurz darauf ein grollen und grummeln
Der Hammer schlägt ein
Soll wohl so sein

Ein.. Aus..
Der Atem ist warm
Trifft kalten Wind auf dem Gesicht
Haare wirbeln darin wie Gischt
Ein Funkeln im Auge
Die letzte Glut
Ein.. Aus..

Der Sturm vermischt sich mit dem Rauch
Grau taucht ein in grau
Sturm und Asche nur ein Hauch
Umspielt die Wangen lau

Ein letztes Lächeln schmeckt die Tränen
Scheint zu erwähnen wies damals war
Bevor das dunkel kam
Bevor das Lachen ging

Zu viele Schulden auf den Schultern
Zuviel blieb zulang ungesagt
Bis zu dem Tag an dem die Sonne fehlte
Da die Hölle offen lag

Glut und Glut vermischen sich, all das Schwarz im Himmel bricht,
grauer Nebel lichtet sich, die Mauern fallen Schicht für Schicht
und dann da ist das helle Licht!
Doch verdient das ist es nicht

Feuer lodert immer höher
Trifft das Leuchten

Färbt es rot

Verzerrtes Lächeln, Blick hinauf …und gibt dann die Befreiung auf
Schritt für Schritt zum Höllenritt
Die Schultern sind zu schwer zum Fliegen …

Warum hast du nur geschwiegen?

Fotograf und Bildbearbeitung: Frank Löhr
https://www.facebook.com/frank.lohr.946
Text: Elena Grundmann
Model: Lalu
https://www.facebook.com/Lalu-1473052193009598/


(31.08.2017 – Die Ruine – Das Schloss II -)

HeartMirror Photography 25

Das Innere meiner Seele
gleicht längst verfallenen Ruinen,
durch die ich meine Gefühle quäle,
da sie mir nicht länger dienen.

Im einst so prachtvollen Thronsaal
herrscht ungehindert all mein Zorn.
Er erhebt sich und mit einem Mal
beginnt der stete Krieg in mir von vorn’.

Ratschlag er von der von der Linken,
die Selbstbeherrschung soll sie geben.
Sie kann viel tiefer nicht mehr sinken,
entlohnt wird sie mit ihrem Leben.

Die Furcht sitzt zu des Zornes Rechten,
als Mündel in des Königs Lehre.
Er lernt von seinen verborgenen Mächten,
auf dass er sie nutze und vermehre.

Doch ein Jeder wird von Schreck erfüllt,
als die Verzweiflung sich in die Lüfte schwingt;
das Antlitz der Sonne hoffnungslos verhüllt,
erneut Schatten über meine Seele bringt.

Das neue Zeitalter, es hat begonnen,
niemand vermag sich zu verstecken.
All die Jahre des Glückes sind zeronnen,
von nun an herrschen Angst und Schrecken.

Fotograf und Bildbearbeitung: HeartMirror Photography
https://www.facebook.com/heartmirror.photography/
Text: Keiji-Chan – den 12.05.2015
https://www.facebook.com/KeijiChanETS/

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