Gedichte Neu

(06.09.2017 – Grau)

Benjamin Brocks Model Maria Graufrauchen 1

Grau ist die Welt
Öde und freudlos
Du musst, Du musst, Du musst
Nein!
Nichts muss ich!
Ich kann nicht!
Ich bin nur aufgestanden, um
Die Jalousie zu schließen.
Wann geht das Telefon
aus, das Handy?
Ich geh nicht ran.
Ich kann nicht.
Kann nicht reden.
Nicht essen.
Ich mag nicht mehr,
Lasst mich in Ruhe
Hier liegen.
Unter Kissen mich
Vergraben
Warten
Den Blick auf der
Hellen Raufasertapete
Und doch kein Blick
Kein Gedanke. Nur Schlafen.
Grau ist die Welt
Öde und freudlos
Du musst, Du musst, Du musst
Nein!
Nichts muss ich!
Ich kann nicht!
Ich bin nur aufgestanden, um
Die Jalousie zu schließen.

Fotograf und Bildbearbeitung: Benjamin Brocks
Text: Christiane Kromp
Model: Maria Graufrauchen
https://www.facebook.com/maria.graumann.7


(09.09.2017 – Entgleist)
(TRIGGERWARNUNG Tod)

Anita Paukner 3

Nur einmal gestolpert, schon folgte ein tiefer Fall.
Sie sah nicht mal vorüber, fand sich plötzlich wieder im Tale seelischer Qual.
Nur einmal zu Boden gegangen, schon verschlungen von komatösem Schlaf,
In welchem ihr zarter Körper nunmehr die meisten Stunden des Tages verharrt.

Durchgängige Blässe zeichnet heute ihr schmales Gesicht
Und der strahlende Sonnenaufgang raubt den müden Augen lediglich die Sicht.
Das einst lockige Haar hängt nun nur noch spröde herab.
Wie in bösem Spiel geht es die restlichen Stunden für die Frau Berg ab.

Es war bei diesem Überfall, bei dem das Drama begann
Und bei der Täterflucht durch Stiche getötet wurde der Ehemann.
Der Schönen jetzt emotionslos anmutendes Herz war sofort wie schockgefroren.
Es scheint, als habe sich etwas garstiges die davor Überglückliche auserkoren.

Von da an wirkte es nach außen, als wenn jene für nichts mehr Gefühle hätt’,
So, als wäre sie wie schwarz tropfendes Rot auf glühenden Kohlen versiedet.
Der eigentlich scharfe Geist ist wie zurückgezogen, tief in sich,
Und die noch immer wie Gold schimmernde Seele weit entfernt von jedem Licht.

Seit diesem Augenblick wirkt die Schlanke so, wie ein Zug entgleist,
Gar wie in Zeitschleifen gefangen, wegen denen sie Tag um Tag durch erwähnte Tragödie reist,
So, wie durch einen unerwarteten Unfall von der Strecke abgekommen
Und ihre ihr inneliegende Wärme wie durch das Ereignis ewiglich zerronnen.

Fotograf und Bildbearbeitung: Anita Paukner
Text: Anima Corvum – 11.07.2017


(10.09.2017 – Melancholie)

SAW Bilderwerke 3

Ich ertrinke in dem tiefen Blau des Meeres
Verloren in deinen blitzenden Augen, die mich treffen,
über die Planken stoßen und mich
gen Himmel
fallen lassen in die verfluchte
Unendlichkeit der Hölle

Denn es schwankt
denn ich bin betrunken
denn ich kann nicht mehr
Kann das Gleichgewicht nicht mehr halten

Die Flammen schmeißen meine Bilder wild durch den Kopf
Gedanken,
überflutet von deiner Geborgenheit,
die mich einst wärmten
wie die Sonne
das Eis zum Schmelzen bringt
in vergessener Zeit

In der Zeit, in der keiner zu viel an Nichts denkt
und vergisst, wie der Wind die Tage verwischt
Die Schreie, die mich plagen,
Nacht für Nacht und jede Sekunde
Wiederhall in meinen Ohren

Es hört nie auf, im Schatten des Tages,
in der Tiefe meiner Träume
bist nur du,
ohne mich,
verlassen von dir,
so kalt
Ganz vorn, am Rande der Welt,
dort, wo alles zu Ende geht
Da steh ich und finde nichts
außer keinem Ausweg
Am Ufer des Lebens,
siehst du, wie es vergeht, fortfließt?

Genau da steh ich nun auf der Planke des Schiffes
Entscheide, allein zu gehen
Zu springen, gen Himmel
Schlage auf die Trümmer der Hölle

Doch es sind nicht die Schmerzen,
die so weh tun,
so hart sind, zu überstehen
Es ist der Verlust, die Verzweiflung, die Leere.
Die Zukunft und das Leben
ohne Dich zu sehen.

Fotograf und Bildbearbeitung: SAW Bilderwerke
https://www.facebook.com/sawbilderwerke/
Text: Muriel Wegner


(14.09.2017 – Warum?)

Your-Picture Model Lisa Invisible

Warum bist Du nicht mehr die Frau, die Du mal warst?
Ja warum bin ich das nicht mehr?
Wo ist das unbeschwerte Leben hin?
Ungezwungen lächeln, ungezwungen in die Zukunft schauen?
Traurigkeit, Ängste, Zweifel, Selbsthass
bereichern dafür mein Leben!
Alles umhüllt sich in einen tiefen schwarz!
Ich bin die geworden, was man aus mir gemacht hat!
Kaputt!!!
Das Negative tief eingepflanzt …
ich versuche täglich das positive zum Vorschein zu holen!
Es gibt Tage, da klappt es super, aber dann,
gibt es halt mehr diese anderen Tage!
Warum bin ich so?
Ich hab´s mir nicht ausgesucht, auf einmal war es da!
Warum ich nicht mehr die bin, die ich einst war?
Glaubt mir, ich wäre gerne wieder ein Teil davon!
Man gab mir Wege, die ich gehen sollte,
die meine Seele so tief hat fallen lassen!
Wie soll ich da die Alte bleiben?
Schicksalsschläge, die ich keinem wünsche!
Und Ihr fragt mich, warum ich so geworden bin?

Fotograf und Bildbearbeitung: Your-Picture
https://www.facebook.com/YourPicture.DirkHolstein/
Text: Andrea Kult
Model: Lisa Invisible
https://www.facebook.com/Lisa-Invisible-318792864974336/


(15.09.2017 – Depression)

Hans Noll Model Raven

Sie kann jeden zu jeder Zeit treffen!!!
Sie kommt plötzlich und unerwartet.
Viele Menschen wissen gar nicht,
dass sie da ist.
Sie ist wie ein wildes Tier …
Es versteckt sich
und wartet auf den passenden Moment,
um uns zu zerfetzen.
Sie ist der Strick um deine Kehle,
der das Atmen schwerer macht.
Jegliches Glücksgefühl verschwindet
und das, was bleibt, ist verbrannte Asche,
da wo einmal Hoffnung war.
So viele Fragen im Kopf
und nichts ergibt einen Sinn.
Das Leben scheint sinnlos
und nur weh zutun.
Viele lassen sich davon besiegen,
denn die Selbstmordrate steigt wie nie zuvor.
Ein falsches Lächeln im Gesicht,
damit wir niemandem fallen lassen.
Nur wer es kennt, kann es verstehen!

Fotograf und Bildbearbeitung: Hans Noll
http://www.hansnoll-fotodesign.de/
Text: Raven
Model: Raven
https://m.facebook.com/ravensleben/


(17.09.2017 – “Herz brennt”)

Schattenbildner Model Susanna

endlich alles gut – neu sortieren – nachdenken – das schwere loslassen –
nachdenken – alles auf Anfang – da ist noch was – Verletzung – steck`s weg –
nachdenken – alles gut – alles gut? – nachdenken – arbeiten – verarbeiten –
nachdenken – loslassen – wein ruhig – ist gut – Herz brennt – atme – lass los –
denk nach – nichts ist gut – wein ruhig – wird schon – wird schon – fallen lassen –
nur kurz – atme – lass los – sortieren – weiter machen – wird schon –
Herz brennt – Herz brenn… – Herz bren…Herz bre … Herz br… Herz b… Herz

Fotograf und Bildbearbeitung: Schattenbildner
https://www.facebook.com/Schattenbildner/
Text: Sabine Kerperin Natschke
Model: Susanna
https://www.facebook.com/Hobbymodel.MV/


(19.09.2017 – Die Macht der Depression)

Maid of R Pictures Model P Photosite

Die Sonne geht auf und der Wecker, er klingelt,
Zeit, sich bereit für die Arbeit zu machen.
Und doch dreh’ ich mich sofort wieder zur Seite,
möchte nicht heute, nicht jemals erwachen.

Erst fünf Stunden später kann ich langsam aufsteh’n,
ausdruckslos, leer starre ich nur nach unten.
Warum hab’ ich dieses Bett bloß verlassen?
Jegliche Motivation scheint verschwunden.

Gar vollkommen unrasiert und ungewaschen,
werde ich heute zu Hause nur bleiben.
Mein Telefon lautlos, ich gehe nicht ran,
gleich welche Leute anrufen und schreiben.

So ziehe ich mich von meinen Freunden zurück,
kann nicht mehr ertragen, dass sie mich so seh’n.
Den Vorwurf, das Flüstern will ich nicht mehr hör’n,
die Macht der Depression wollen sie nicht versteh’n.

Fotograf und Bildbearbeitung: Maid of R Pictures
https://www.facebook.com/Maid-of-R-Pictures-750351728345314/
Text: Keiji-Chan – den 27.04.2014
https://www.facebook.com/KeijiChanETS/
Model: P Photosite
https://www.facebook.com/PPhotosite/?fref=mentions


(20.09.2017 – Innerlich Zerrissen)

Charmed Wall Fotografie Model Jennifer Becker

Was ist das für eine seelenfressende Schwärze in mir,
Welche mich hält hinter Gittern gefangen wie ein geknechtetes Tier?
Aus welchem Grund kommt sie mich holen, wo stammt sie her
Und warum lässt diese werden, mein Herz wie tausend Steine schwer?

Mit weit aufgerissenem Maul droht jene das Innere zu verschlingen,
Will erbarmungslos in unfreiwilligem Kampfe mich niederringen,
Zerstört ohne Umschweife wenige Hoffnungsschimmer, welche erhellen ewige Nacht,
Solang, bis alles Positive an mir im eigenen Geiste ist, dahingerafft.

Egal, wie schnell ich laufe, das Freude vernichtende Finstere ist überall,
Um zu ertränken, das in jedem liegende Licht, im Meere der mentalen Qual.
Somit dürfte nun auch der Letzte einsehen, man kann ihr nicht entkommen,
Muss sich in verbissenster Schlacht Dämonen stellen, bevor jegliche Gegenwehr zerronnen.

Das ist das abscheuliche Wesen der seelenfressenden Schwärze in mir,
Welche mich hält hinter Gittern gefangen wie ein geknechtetes Tier,
Die grundlos kam mich zu holen, aus dem Nichts stammt sie her
Und lässt immer wieder werden, mein Herz, wie tausend Steine schwer.

Mit unaufhörlichen Gedankenstürmen sie oft schon raubte den Schlaf,
So viel endloses Grübeln über Sehnsüchte und Sorgen ins Hirn mir warf.
An anderen Tagen war selbst der Tod nicht in der Lage mich zu wecken,
Ich weit entfernt von Wohlgefühlen, konnte mich nur in Träumen verstecken.

An ein normales Leben ist dank beschriebener Bestie nicht mehr zu denken,
Ist diese doch fähig jeden Hoffnungsschimmer in bodenlosen Abgrund zu lenken.
Doch wandert auch über verwelkende Wiesen der entmutigte Blick,
So will ich trotzdem kämpfen, nicht enden am selbstgeknotetem Strick.

Gegen das Wesen der seelenfressenden Schwärze in mir,
Damit sie mich nie mehr hält hinter Gittern gefangen wie ein geknechtetes Tier.
Gegen die, die grundlos kam mich zu holen, aus der Hölle stammt sie her,
Denn sonst lässt jene werden, das Herz wie tausend Steine schwer.

Fotograf und Bildbearbeitung: Charmed Wall Fotografie
https://www.facebook.com/CharmedWall/
Text: Anima Corvum – 25.05.2017
Model: Jennifer Becker


(24.09.2017 – Kopfwolken)

Bernd Schomer 2

Wenn dunkle Wolken wieder im Kopf aufziehen,
versuchen zuerst die Gedanken zu fliehen,
schwirren ganz verwirrt umher,
als gebe es für sie kein Morgen mehr.

Ich bemerke die Situation erst ganz ruhig,
mein Kopf fängt an mir wehzutun,
er schlägt von innen mir an die Stirn,
was er mir jetzt unbedingt und sofort sagen will.

Möchte das aber nicht hören und möchte nichts sehen,
denn er lässt mich oft leiden
und es ist jedes Mal grausam und nicht schön.

Er kreiert die schmerzhaften Gedanken,
die mich auch immer wieder in ihren Bann einfangen.

Bis mein Kopf hat endlich fertig gedacht,
übernehme ich so stark meine Macht.
Wische mir meine letzten Tränen mit einem Tuch vom Gesicht
und weiß für mich: DU KRIEGST MICH NICHT!

Fotograf und Bildbearbeitung: Bernd Schomer
https://www.facebook.com/profile.php?id=100014576643244
Text: Andrea Eckert
Model: Bernd Schomer


(27.09.2017 – Dämonen tanzen im Kopf)

Wolfgang Honzejk ArtFotografie 13

Dämonen tanzen im Kopf
wer spukt in meinem Kopf herum?
wer nimmt mir, die Luft zu atmen?
wer klaut mir meinen Mut zum Leben?
wer lässt mich vor Angst heftig zittern?
Dämonen, die die Anderen nicht sehen
Dämonen, die die Anderen nicht hören
Dämonen, die nur noch mich fertigmachen
warum, sieht mich denn keiner leiden?
warum nimmt mich jetzt keiner in den Arm,
wenn ich es doch so nötig habe?
ich bin gerade am Zerbrechen, ohne das jemand das merkt!
ich kann es schlecht beschreiben, was mich so sehr quält,
bin ein armer geschundener Mensch
Bin so allein am Leiden, was soll ich tun?
Ich werde die Dämonen vertreiben
Dann wäre ich endlich wieder froh!
Ein Besen kehrt in meinem Kopf herum,
kehrt alle raus kehrt alles raus,
sollen sie doch Andere plagen, nein das wünsche ich keinen!
Dämonen tanzen nicht mehr in meinem Kopf

Fotograf und Bildbearbeitung: Wolfgang Honzejk ArtFotografie
https://www.facebook.com/WHArtFotografie/
Text: Holger Buß

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