Gedichte Neu

(06.01.2018 – Morbide)

Rosa H. LightArt

Innerlich wie äußerlich gebrochen,
Doch noch immer weit vom Tod entfernt.
Wie aus dem Sarge an die Erdoberfläche zurückgekrochen.
Mit leistungsschwachem Leib und kaputter Seele leben gelernt.

Genau so fühlt es sich an,
Tag ein und Tag aus.
Egal, ob mir begegnet Frau oder Mann,
Ich will einfach aus der Menschen Mitte heraus.

Hat ihre Falschheit doch noch mehr dazu beigetragen,
Ihre heuchlerischen Worte
und diesen entgegen wirkenden Taten,
Dass nun aus dem Herzen der Schwerter Schneiden ragen,
Als täten sie seit Jahren schon auf das Ende meiner warten.

Die Rede ist von zugesagten Hilfestellungen,
Die dann aber nichts bringen, gar wirken, als wenn sich eine Made ins Innere frisst.
Diese sich in einem damit anfühlen wie von Knüppeln erzeugte Prellungen
Und die dir das Zugesagten dann nicht einmal dazu stehen, wie es ist.

Genauso von Sätzen des Mitleides,
Hinter dem Rücken wird gelästert, lässt man sie vom Winde verwehen.
Wenn du jemanden darauf ansprichst, bist du Opfer des eigenen Neides.
Ein verwerfliches Verhalten, welches lässt die Seele schneller noch vergehen.

Neben der Seele verfällt auch der gutbürgerliche Leib.
Appetitlosigkeit aufgrund düsterer Gedanken ist schuld.
Er wirkt nun so, als warte er auf das Ende seiner Zeit,
Hat man doch statt zum Kochen nur noch zum Grübeln Geduld.

Ich denke zuviel nach, wie ich komme aus diesem Teufelskreis raus,
Will tonnenschwere Eisenketten endlich sprengen,
Über die zugemauerten Grenzen des Schattenreiches weit hinaus
Und nicht irgendwann an einem der hier immer kahlen Bäume hängen.

Unbedingt gebraucht wird jemand, der dir das Vertrauen wiederbringt,
Dann kommt wahrscheinlich von allein des Körpers natürlicher Aufbau.
Keinen, der mir Tipps ohne Nutzen wie Lieder vorsingt
Und damit zusieht, wie das Innere gefressen wird vom finsterem Grau-in-Grau.

Fotograf und Bildbearbeitung: Rosa H. LightArt
https://www.facebook.com/Rosa.H.LighatArt/
Text: Anima Corvum – 23.10.2017
https://www.facebook.com/anima.corvum.1
Model: Rosa H. LightArt


(07.01.2018 – Sonnenuntergang)

SilentHarmony Photography 9

Ich folgte einer Schwarzen Katze
bis in den Sonnenuntergang.
Kein Lichtstrahl stand an jenem Himmel,
die Finsternis durch alles drang.

Dort herrschte Trauer, keine Hoffnung,
es gab kein Licht, das hier gedieh.
Ein sich’rer Weg, ein tiefer Abgrund?
Wohin ich lief, ich wusst’ es nie.

Und plötzlich hörte ich ein Weinen
und fragte mich “Was ist das nur?”.
So fand ich, auf dem Boden kauernd,
gar kindgleich eine Kreatur.

Verkümmert schien sie, kaum am Leben,
so hielt ich ihre kalte Hand.
Ich klagte, konnte ihr nicht helfen,
der Lebensfreude, die mir schwand.

Möcht mich der Finsternis ergeben,
nun gibt’s nichts mehr, das mich erhellt.
Doch zog mich diese Schwarze Katze
zurück in meine finst’re Welt.

Fotograf und Bildbearbeitung: SilentHarmony Photography
https://www.facebook.com/SilentHarmonyPhotography/
Text: Keiji-Chan – 07.11.2017
https://www.facebook.com/KeijiChanETS/


(12.01.2018 – Ich bin so verzweifelt)

HeartMirror Photography 32

Sitz hier ganz allein
Ich bräuchte mal Hilfe
Hört niemand mein Schrei’n

Um Hilfe zu bitten,
Dass schaffe ich nicht.
Mein Stolz ist zu gross
Und du siehst es nicht.

Ich wäre so dankbar
Du wärst hier bei mir.
Es würde so helfen,
Das Reden mit dir.

Doch ich sitze sprachlos,
Gelähmt, ganz allein
In drückender Stille
Und hör nur mein Wein’n.

Es macht mich so reglos,
Das Gefühl tief in mir.
Und doch brennt der Wunsch,
Ich könnte zu dir.

Könnt dir das erzählen,
Was in mir mich quält.
Du würdest verstehen,
Das einzige, was zählt.

Doch wenn ich es schaffe,
Dich zu mir zu lassen,
Sind die Sorgen verborgen
Und nicht mehr zu fassen.

Dann sitze ich hier,
Bin nicht mehr allein.
Möchte alles erzählen,
Lass es doch lieber sein.

Die Angst, dir zu zeigen,
Wer ich wirklich bin.
Ist stärker als mein Mut,
Das macht keinen Sinn.

Mein Leben scheint sinnlos
Verdorben und leer,
Ich möcht so nicht sein,
Es fällt mir so schwer.

Ich rufe um Hilfe,
Ganz vorsichtig nur.
Will dich nicht belasten,
Mit meiner Tortur.

So dreht sich mein Leben
Stetig im Kreis.
Also bleibe ich sitzen,
Ratlos und leis’.

Fotograf und Bildbearbeitung: HeartMirror Photography
https://www.facebook.com/heartmirror.photography/
Text: Anja Corinna Wegst


(16.01.2018 – Bumerang)

RT Lichtbild Fotografie 2

Ich habe gelogen, ich habe betrogen,
mein eigen Wort mit Gold aufgewogen.

Im Reich des Mammons war auf mich kein Verlass.
Die Quittung kam schleichend, geschrieben in Hass.

Egoismus und Leichtsinn, sie kommen zurück.
Die Strafe wirkt täglich: Ein Manko an Glück.

Mein Herz gebrochen, das Ego gekränkt,
mit Tränen aus Wein die Schmerzen ertränkt.

Pflaster für Seelen gibts schon lange nicht mehr.
Ein klaffendes Loch, unendlich leer.

Aus Asche geboren, schon lange verbrannt.
Dieser Frust, diese Schmerzen
– sie töten Verstand!

Mein Vater war Nihil, meine Mutter hieß Qual.
Hab diese Welt nie gewollt, doch es gab keine Wahl.

Kann nicht mehr schlafen, will auch nichts mehr essen,
ich schließe die Augen, doch es folgt kein Vergessen.

Fotograf und Bildbearbeitung: RT Lichtbild Fotografie
https://www.facebook.com/rtlichtbild/
Text: Frank T. Flachmeier


(17.01.2018 – WÜNSCHE…)

Angel-A Photography

Sieh mich, fühl mich, sei mir nah…
…schau mir in die Seele,
auch wenn sie von mir gut versteckt wurde hinter einer Maske.
…fühl meine Liebe,
auch wenn ich sie selten offen zeigen kann.
…nähere Dich,
auch wenn ich nur allzu oft die Menschen zurückstoße.

Fotograf und Bildbearbeitung: Angel-A Photography
https://www.facebook.com/theangelaphotography/
Text: Die Regenbogenscherbenwelt Nya – 08-2015
https://www.facebook.com/Regenbogenscherbenwelt/
Model: Philipp Müller – Model
https://www.facebook.com/PhilippModel2017/?fref=mentions


(20.01.2018 – Depression)

Wolfgang Honzejk ArtFotografie 16

Grau ist das Labyrinth
Dem die Leere entspringt
Hier sind Tränen Willkommen
Wird dir alles genommen
Während Freude gerinnt

Viel zu fern ist die Hand
Ich bin ohne Verstand
Tag und Nacht sind verschwommen
Meine Seele benommen
Ich ertrinke an Land

Und vielleicht bin ich frei
Ist erst alles vorbei
Was Vergessen verspricht
Jede Zuversicht bricht

Und vielleicht wird es schnell
In der Dunkelheit hell
In den Armen der Nacht
Die mich hoffnungslos macht

Bitte geht nicht vorbei
Hört den tonlosen Schrei
Seht mein stummes Gesicht
Das euch Leben verspricht

Bitte geht nicht vorbei
Es ist Lüge dabei
Ich bin nicht wirklich frei
In den Armen der Nacht
Die mich hoffnungslos macht
Bin ich nicht wirklich frei
Geht nicht an mir vorbei
Vorbei, vorbei

Trostlos, öde und schwer
Zieht es mich hin und her
Nicht in Worte zu fassen
Zwischen Leben und Lassen
Ich erkenn mich nicht mehr

Monster sind überall
Weiden sich an der Qual
Ich kann sie nicht mal hassen
Rettungsringe verblassen
Lassen mir keine Wahl

Bitte geht nicht vorbei

Fotograf: Wolfgang Honzejk ArtFotografie
https://www.facebook.com/WHArtFotografie/?ref=br_rs
Bildbearbeitung: Wolfgang Honzejk ArtFotografie
Text: Birute Rosemann


(23.01.2018 – Das Haus (oder warum?)

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Warum quäle ich mich selbst?
Warum zieht es mich immer zurück an den Ort meiner Kindheit
– obwohl ich weiß, dass es besser für mich wäre, dieses Kapitel
im Buch meines Lebens für immer zuzuschlagen??
Doch es ist wie eine kranke Faszination, fast schon wie Magie.
Die Neugier obsiegt,
so wie es den Täter immer wieder an den Ort
seiner Verbrechen treibt.

Wann immer sich mir durch meine Arbeit die Gelegenheit bietet,
fahre ich an diesem, großen, dunklen Haus vorbei.
– Ist es von wem bewohnt?
Ich sehe nie Licht.

Dennoch – der hektische Alltag verlangt meine volle Aufmerksamkeit,
ich beginne zu verdrängen…

Aber eines Tages: Da ist sie, die Fahrt, dort ist die Straße,
die ich nur zu gut kenne.
Ein Kampf in mir selbst.
Blinker rechts oder links?
Abfahrt zur Qual oder in die Ignoranz?!
Kein Weg führt mich nach Rom.
Die Gedanken rotieren.
Herzrasen.
Muss mich selbst davon überzeugen, dass “alles in Ordnung” ist,
dass dieser verwunschene Ort auch weiterhin ohne Leben ist.
JA, ICH FAHRE DORTHIN, ICH FAHRE ZUM HAUS!

Was ich sehe, irritiert mich
– ich bin verwirrt:
Ein Container, Bauschutt, ein Maschendrahtzaun.
Neue Bewohner? Ein Umbau?
Ich sehe Erinnerungen aus Holz und Steinen.

[…]

Ich lege den Gang ein, der Schmerz wird zu groß.
Wie gerne hätte ich noch einmal einen Fuß über die
Schwelle gesetzt,
das Tor zu meiner Vergangenheit aufgestoßen.

´´Face To Face´´ mit den schrecklichen Ereignissen.
Doch dieser Wunsch wurde mir verwehrt.

Ich gebe Gas.
Meine Augen tränen – muss wohl ein Staubkorn sein…

Fotograf: MZ-Art
http://www.model-kartei.de/sedcards/fotograf/214198/mz-art/
Text: Frank T. Flachmeier
Model: Beta Carotin
https://www.facebook.com/betacarotinmodelpage/


(21.01.2018 – Schuldfrage)

Yetifoto

Am Boden
Leidet
Warum ich

Unterste Sohle
Ordner
Innenleben

Zufallsfund
Fehler
im eigenen System

Fotograf und Bildbearbeitung: Yetifoto
https://www.facebook.com/yetifotoart/
Text: Birute Rosemann
Model: Jenni Be
https://www.facebook.com/mrsjenniferbecker?fref=mentions


(26.01.2018 – Eine Alltags Geschichte)

HeartMirror Photography 34

Der ungemein stressige Alltag,
Erst der harte Job, dann das Kümmern um die Kinder,
Ist vom zeitlichen her schon hart,
So, als wolle jemand der jungen Dame Schlaf verhindern.

Der Vater von zwei Söhnen
Ist einfach gegangen, hat früh die Familie verlassen
Und, ohne es zu wollen verschönen,
Wirkte es, als täte er Frau und Nachwuchs hassen.

Deshalb kümmert sich nur alleinerziehende Mutter
Mit größter Mühe und Liebe aufopferungsvoll um die Beiden,
Tut vor ihnen immer, als sei alles in Butter
Und hofft, dass diese niemals mitbekommen ihr nächtliches Leiden.

Schlaflosigkeit, Ängste, auch Sorgen
Lassen sie seit langem nicht mehr ruh’n.
Mit Grübeln oder dem Kopfe schon im Morgen
Verfliegen die für Erholung bestimmten Stunden im nu.

Viel Mehrarbeit und viele Überstunden
Sind notwendig, um der Kleinen Willen, für das notwendige Geld,
Lassen den Geist nicht im Traume gesunden,
Sollen aber mal ermöglichen den Kindern eine weitaus bessere Welt.

Doch wird dadurch der schlanke Leib geschwächt,
Auch wenn er noch so wirkt, als bringe ihn nichts runter.
Irgendwann kommt der Tag, an dem er sich rächt,
Denn ist die hübsche Frau leider niemals wirklich munter.

Heute Morgen beim Frühstück
War es endgültig soweit,
Die bereits überstandenen Tage nur Glück,
Sie erst launisch wie immer, fiel dann in von Übermüdung erzeugtes Leid.

Eine Nachbarin war dabei,
Wie die Kämpferische mitten im Leben Ohnmacht überkam,
Wusste, dass es Zeit für den Notarzt sei
Und dank jener ein Krankenwagen die junge Dame mit sich nahm.

Fotograf und Bildbearbeitung: HeartMirror Photography
https://www.facebook.com/heartmirror.photography/
Text: Anima Corvum – 25.11.2017
https://www.facebook.com/anima.corvum.1


(27.01.2018 – Ich bin ein Baum)

Jez

Ich kann auf andere wirken wie tot, bin es aber nicht.

Ich kann völlig vertrocknet sein, aber meine Wurzeln leben noch.

Immer mal wieder verliere ich jeden Lebensmut, schaffe es aber ins Leben zurück zu finden.

Ich kann nicht sprechen, dennoch genießen viele meine Anwesenheit.

Ich bin nicht sehr gesellig, dennoch diene ich als Lebensraum.

Ich kann oft nicht richtig atmen, Spende aber Sauerstoff.

Ich bin ein Baum

Maler: Jez
Text: Jez

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