Gedichte Neu

(02.04.2017 – Nur weil ich lächle)

Matthias Bauch Lena Sester

Nur weil ich lächle, bedeutet es nicht,
dass es mir heute sehr gut geht.
Nur weil ich lächle, bedeutet es nicht,
dass ich Freude empfinden kann.
Nur weil ich lächle, bedeutet es nicht,
dass ich voller Lebensenergie bin.

Nur weil ich lächle, bedeutet es nicht,
dass Du glauben kannst, was Du siehst.
Nur weil ich lächle, bedeutet es nicht,
dass Du spüren kannst, was Du siehst.
Nur weil ich lächle, bedeutet es nicht,
dass Du merken kannst, was Du siehst.

Denn mein inneres Wesen ist meist anders,
als das, was ich Dir von mir zeigen werde.

Fotograf und Bildbearbeitung: Matthias Bauch
https://www.facebook.com/matthias.bauch.fotografie
Quelle: http://www.tunnelblick-stiftung.com/
Text: Nadine Wagner
Model: Lena Sester
https://www.instagram.com/lena.sester/


(03.04.2017 – Traurige Gewissheit)

Ralf Oltmanns Photography 1

Traurig sacke ich in mir zusammen,
kann noch gar nicht so recht glauben
und doch ist es leider so wahr.

Mein Lachen,
es wird immer mehr verstummen.
Meine Freude,
sie wird immer weniger werden.
Meine Energie,
sie wird immer mehr Kraft kosten.

All dies nur,
weil das Leben mich so sehr zeichnete.
All dies nur,
weil ich dem ganzen nicht Stand hielt.
All dies nur,
weil meine Seele leise daran zerbrach.

Fotograf und Bildbearbeitung: Ralf Oltmanns Photography
https://www.facebook.com/ralfoltmannsphotography/
Text: Nadine Wagner


(04.04.2017 – Das Traumland)

Stefan Gesell Photography 6

dunkle Gestalten tanzen umher
ziellos und unbestimmt im Lichtermeer

die Figuren irren auf unbekannten Wegen
hin zum Wasser zu den Stegen
dort singen und spielen sie
verlorene Seelen leben allein durch Magie

schließlich sieht man sie springen
in die Tiefen
nichts was sie hält
in eine bessere Welt

und manchmal hört man sie rufen
ohne Reue ohne Scham
keiner der nach Hause kam
wo die Menschen sie schufen

Fotograf und Bildbearbeitung: Stefan Gesell Photography
https://www.facebook.com/fotosym/
Text: Lennard Surner


(06.04.2017 – Ich schreie es laut heraus)

Photo by Dämon Moriarty

In meiner Dunkelheit bin ich alleine
und diese besteht aus einer Endlosschleife.
Sie besteht aus Wut und Traurigkeit
aber auch aus furchtbarer Ungewissheit.

All das, was ich tief in mir drin fühle,
lässt mich immer mehr Angst verspüren.
Doch wem kann ich mich anvertrauen,
wo doch keiner ist, der verstehen kann?

Also verweile ich weiter in der Dunkelheit
mit all meinem seelischen Schmerz.
Alles was mir in dieser Einsamkeit bleibt
ist diese gänzlich zermürbende Ratlosigkeit.

Diesem innerlichen Druck standzuhalten,
gleicht fast schierer Unmöglichkeit.
Zusammengebrochen sitze ich nun hier
und so schreie ich all mein Leid laut heraus.

Fotograf und Bildbearbeitung: Photo by Dämon
https://www.facebook.com/photobydamon/
Text: Nadine Wagner
Model: Moriarty


(07.04.2017 – 2te besetzung)

Thomas Tomtom Holtz

wehmut treibt mich aus
ich fliehe hoch
weit hoch zu den leoniden
lass meinen körper
körper sein

wie sie
leuchte ich auf
beleuchte mein tun anders
völlig anders sieht es aus
von der ferne
die mir nah ist
so sehr hingewünscht
schnuppt der himmel mich zurück
in die fremde
aus der ich kam

die schatten fallen nun anders

Fotograf und Bildbearbeitung: Thomas Tomtom Holtz
https://www.facebook.com/profile.php…
Text: Birute Rosemann
Model: Thomas Tomtom Holtz


(08.04.2017 – Eine alte Bekannte)

Wolfgang Honzejk ArtFotografie 5

Eine alte Bekannte klopft an meine Tür.
Erst ganz sanft, dann immer lauter.
Sie kommt stets unangemeldet und ohne Avis.
Ihre Umarmung ist erdrückend und kalt.
Guten Abend, Angst!

Meine Gedanken rasen, ein klaffendes Loch
in meinem Magen – doch ihr Blick hypnotisiert.
Ich schaffe es dennoch die Augen zu schließen
und versuche das Licht zu sehen

Nichts – nur Schwärze.

Sie sieht meine Tränen, ich weiß, sie ist durstig.
Sie fletscht ihre Zähne und schärft sich die Krallen.
Sie starrt auf mein Herz und verzehrt sich danach.

Ich weiß, es wird schmerzhaft
und versuch zu entkommen.
Doch völlig benommen bin ich wie gelähmt.
Lokomotiven fahren durch meinen Kopf,
doch es gibt keinen sicheren Bahnhof.

Jetzt ist es wieder soweit. Was jetzt kommt,
kenne ich schon…

Habe ich schon erwähnt, dass sie Trophäen sammelt?
Was wird sie diesmal mitnehmen?
– Mein Herz hat sie schon.

Endlich ist sie verschwunden.
Wie spät ist es?
Die Uhr des Schicksals tickt.

Ich blicke in den Spiegel.
Meine Augen sind müde, müde vom Leben.
Doch da ist noch etwas im Abbild
– direkt hinter mir –
Zwei dunkle Schatten.
Das müssen ihre Schwestern sein,
Paranoia und Depression.
Ich drehe mich um; sie sind nicht mehr da.

Das Fenster steht offen.
Es hat begonnen zu schneien.

Fotograf und Bildbearbeitung: Wolfgang Honzejk ArtFotografie
https://www.facebook.com/WHArtFotografie/
Text: Frank Thomas Flachmeier


(12.04.2017 – Bonjour Tristesse)

Wolfgang Honzejk ArtFotografie 8

Ach wie fad, und gar so trist
hört Leute ihr mein Klagen?
Es ist so grau, fast wie mein Ist,
die Jammertöne tragen.

Ist’s so wenn man das Gelb vergisst,
wenn düst’re Farben nagen,
und man sein Glück nur daran misst,
was neidig Zungen sagen?

Tagaus, tagein der Schwermut List,
ich werd’ noch dran verzagen.
Mit Freud’ und Freud’ steh ich im Zwist.
Muss trübe mich ertragen.

Fotograf und Bildbearbeitung: Wolfgang Honzejk ArtFotografie
https://www.facebook.com/WHArtFotografie/
Text: Birute Luise Rosemann


(13.04.2017 – An deinem Grab)

Frank Müller

An deinem Grab tanzten Engel, brachen Flügel und starben Seelen…
An deinem Grab, der Schatten im Satz, die Kälte der Wärme, mein Lieblingsplatz…
An deinem Grab, es flossen Meere, versiegten Stimmen, verblieb die Leere…
Ja, an deinem Grab, da schmolz der Regen, da schrie der Wind, da brach das Leben…
Und an deinem Grab, waren es endlose Tage, die Gespräche im Mond, die eine Frage…
Es war an deinem Grab, die glanzlose Nacht, die grenzenlose Ohnmacht, dein Gesicht, das lacht…
Es war an deinem Grab, ein Traum im Sand, der Schrecken des Todes, unser Leben der Hand…
Es war an deinem Grab, der Sprung ins Licht, der Tausch der Sinne, das Herz, das bricht…
Es war an deinem Grab, die Geißelung der Stille, der zuckende Schmerz, der fließende Wille…

An deinem Grab, das kochende Blut, die geballte Faust, meine innerste Wut…
An deinem Grab, es weinten Berge, verbrannten Flammen, verschwand der Ferge…
Ja, an deinem Grab, da klangen die Diebe, da klauten die Töne, da ist meine Liebe…
Und an deinem Grab, brannte immer ein Licht, öffneten zahme Zungen, die vernebelte Sicht…
Es war an deinem Grab, der Flug zur Sonne, die Lethargie, dein Gesicht voll Wonne…
Es war an deinem Grab, eine Stimme im Wind, der dunkle Hauch, das Leben im Kind…
Es war an deinem Grab, die schwarze Schmiede, die Klinge der Folter, der sterbende Friede…
Es war an deinem Grab, der Zahn der Zeit, das Spiel der Welt, die Einsamkeit…

Fotograf und Bildbearbeitung: Frank Müller
http://frankjoergmueller.de/
Text. Philipp Helmer


(14.04.2017 – Schwarz ist keine Farbe)

Matthias Bauch 1

Schwarz ist der Tod, die Vergangenheit
-und vielleicht auch die Zukunft…

Die Gegenwart ist grau.
Wie ist die Farbe des Himmels?
Es gibt keinen – sagt Schwarz.

Schwarz war früher weiß, aber es hatte
Rot und Grün verloren und wollte deshalb
zum Regenbogen gehen.
Doch die Nacht brach zu früh an;
Schwarz schluckte Weiß, doch Weiß
starb nicht und Schwarz wurde zu Grau.

Nun vergoss Grau schwarze Tränen,
denn es gab kein Ende
-und Schwarz blieb ihm verwehrt.

Grau ist keine Farbe.
Grau ist die Gegenwart,
die Liebe und Hoffnung überschattet…

Die Erlösung ist weiß.
Doch wie ist die Farbe der Liebe?
Es gibt keine für Grau!

Grau hatte die Wahl:
Regenbogen oder Feuer.
Und obwohl das Schwarze im Grau
sich immer noch nach weiß sehnte,
wählte Grau das Feuer.
Doch der Regen setzte zu früh ein,
und so starb Grau nicht
– nur ein Teil von ihm verbrannte.

Die jetzt roten Tränen von Grau
tropften auf schwarze Asche.
Es gab kein Ende
– und Rot blieb eine Illusion!

Weiß ist keine Farbe.
Weiß ist der Anfang, die Unschuld
– und ein Trick des Lichtes…

Das Leben ist nicht weiß
– und auch nicht schwarz.

Doch wie ist die Farbe der Hoffnung?
“Grau, nimm endlich deine rosarote Brille
ab, sonst wirst du ihre Farbe nie erkennen!”

Grau hatte keine Wahl mehr,
denn der Regenbogen war verschwunden.
Die schwarzen Wolken hatten sich versteckt
und das Lachen der Sonne war falsch
… aber ihre Strahlen verwandelten Grau wieder in Weiß!

Das Ende der Schmerzen?

wer weiß…

Fotograf und Bildbearbeitung: Matthias Bauch
https://www.facebook.com/matthias.bauch.fotografie
Quelle: http://www.tunnelblick-stiftung.com/
Text: Frank Thomas Flachmeier


(16.04.2017 – Meine dunkle Welt)

HeartMirror Photography 15

Meine dunkle Welt in der ich lebe …
Kannst Du mich in der Dunkelheit sehen?
Willst Du mich sehen?

Ich schaue täglich aus dem Fenster –
sehe Dich, sehe Sonne, Regen, Wolken…
Aber siehst auch Du mich?

Fotograf und Bildbearbeitung: HeartMirror Photography
https://www.facebook.com/heartmirror.photography/
Text: Andreas Wohlers

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