Gedichte Neu

(17.04.2017 – Das Leben und die Gedanken)

Bernd Schomer

Niemand behauptet,
das sein Leben zu leben,
immer einfach zu sein scheint.
Niemand behauptet,
das sein Leben zu leben,
immer schön zu sein scheint.
Niemand behauptet,
das sein Leben zu leben,
immer perfekt zu sein scheint.
Niemand behauptet,
das sein Leben zu leben,
immer lustig zu sein scheint.

Sein Leben zu leben,
bedeutet oftmals auch,
dass man Leid, Traurigkeit
und Wut verspüren wird.
Mal über sich selbst
aber auch anderen gegenüber.

All dies gehört mit zum Leben
und es formt uns immer wieder
auf unserem Lebensweg.
Wir lernen dadurch vieles
und wachsen stets weiter daran.

Es zieht uns tief runter,
reißt uns verletzt zu Boden,
doch irgendwie hat alles,
was uns widerfährt seinen Grund
und lässt uns wieder aufstehen.

Vieles hinterlässt schmerzende Spuren,
Narben auf einer verwundbaren Seele,
Worte und Gesten, die wehtun werden,
doch niemals sollten wir eines aufgeben.

Wir sollten nie aufhören
an unser Leben zu glauben,
denn es wird auch immer wieder,
diese wunderschönen Momente geben.
Geschenkt durch Menschen
und durch bestimmte Situationen,
die unserem Leben einen Sinn geben
und uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Fotograf und Bildbearbeitung: Bernd Schomer
https://www.facebook.com/profile.php…
Text: Nadine Wagner


(18.04.2017 – Hoffnung)

SAW Bilderwerke

Als ich dachte es ist aus
War ich weit weg von zu Haus.
Als ich glaubte ich bin Heim
War ich wieder mal allein.

Hoffte ich, das Ziel ist nah
War der Zweifel wieder da.
Kleiner Teufel, höre zu.
Lass mir endlich meine Ruh!

Heute fass ich an mein Herz,
überwinde meinen Schmerz,
feg die Stimmen forsch vom Tisch
und bin endlich wieder Ich.

Fotograf und Bildbearbeitung: SAW Bilderwerke
https://www.facebook.com/sawbilderwerke/?fref=ts
Text: Lisa Lenardi
https://www.facebook.com/LisaLenardi/?fref=ts


(20.04.2017 – Hingefällt)

SilentHarmony Photography

Laut klagt die Leere weh
Wo Linden einst ihr Haupt gewiegt
In Wetter und in Wind
Ihr Blattwerk Vogelheimat war
Es raschelt nun nicht mehr

Noch höre ich ihr Weinen fleh’n
Das steht in stillen Lüften
Mein Blick, der aus dem Rahmen fällt
Weiß grenzt er Blau und grün

Erinnerung ist Mahnmal mir
Doch stetig wächst das Grau

Fotograf und Bildbearbeitung: SilentHarmony Photography
https://www.facebook.com/SilentHarmonyPhotography/
Text: Birute Luise Rosemann


(21.04.2017 – Blue)

Helmut Cillessen

Einsame Fußspuren im Schnee.
Gedämpfte Geräusche verschluckt
vom Schlaf der Stadt.
Ein Schaufenster, ein Spiegelbild,
eine amorphe Gestalt im Zwielicht.

Schlurfender Gang, geneigter Kopf,
Augen ohne Glanz, der Blick ziellos.

Die Gedanken driften ab.
Kopfleere.
Warten auf Linie 8 “Sehnsucht und zurück”.
Nach einem Augenblick, der wie eine Ewigkeit
erscheint, öffnen sich die Türen.
Er steigt ein.
Nihilismus, Tunnelblick, die Mitreisenden nicht
wahrnehmend.
Es kam noch nie ein Kontrolleur.

Daher weiß er nicht, dass seine Dauerkarte hier
keine Gültigkeit besitzt.

Er starrt aus dem Fenster.
Kopfkino.
Blasse Farben, Schemen, aber kein Durchdringen
zum eigenen Drehbuch.

Nach 7 Stationen ist Terminus. Das Haus liegt am
Ende der Sackgasse, Wendehammer für Linie 8.

Ein einsamer Schlüssel dreht sich im Schloss.
Ein dumpfes Knacken.
Kein “Hallo”, kein Bellen und kein Schnurren.
Nicht mal ein Echo seines eigenen Schweigens.
Anonymität im persönlichen Nirwana mit Zentralheizung.
Die Wohnung ist winzig, aber nicht zu klein für Alpträume.

Jeden Tag das gleiche, fernbediente Ritual:
Talkshow, Krimi, Nonsens
Sinn egal – Hauptsache keine Stille.
Übertönen, Ablenkung, Betäubung der Sinne.
Droge egal, nur kein Wein – im Wein liegt die Wahrheit.

Der blaue Rauch des Vergessens verflüssigt
die Zeiger der Wanduhr.
Doch der Nebel ist noch nicht dicht genug.
– Oder eine Pille gefällig?
Blau ist auch hier die Farbe der Wahl.
Von diesen besitzt er gefährlich viele.
Aber es gibt auch eine rote.
Das Verfallsdatum wird bald ablaufen.
Dennoch hat er sie noch nie genommen, denn
er weiß, ihre Wirkung ist schmerzhaft.
Doch er muss sich bald entscheiden,
denn eines Tages wird es an seiner Tür klopfen
– eine Reise ohne Wiederkehr.
Noch hat er die Wahl: alleine oder zu zweit …

Fotograf und Bildbearbeitung: Helmut Cillessen
https://www.facebook.com/helmut.cillessen.9?fref=ts
Text: Frank Thomas Flachmeier


(23.04.2017 – Manisch-depressiv …)

Pam.Meier Pixelschubsing

Diagnostiziert von Ärzten.
Man sagt, gerade kreative Geister leiden darunter.
Es gehöre dazu.
Am meisten könnte man leisten in diesen Phasen.
Am tiefsten gehen die Gefühle in dieser Zeit.
Am schlimmsten in solch einer Phase
ist der Hass einem selbst gegenüber,
man liebt sich selbst nicht mehr,
weil man verloren im Wollen und Handeln steckt.
Man steckt voller Ideen, voller Träume.
Der Schritt zur Verwirklichung jedoch ein anderes Ding.
Die Ironie daran???
Dass man sich dessen bewußt ist,
doch vor Lähmung durch den Geist, unfähig des Handelns ist.
Das ist’s, was einen zerfrisst.


(24.04.2017 – Sie kommen nachts)

Maler Katja Ryll

Sie kommen nachts,
Dämonenboten.
Ganz leise und sacht
auf samtenen Pfoten.
Sie kommen immer in der Stille der Nacht.
Wissen genau, nur hier haben sie Macht.
Sie reißen meinen Körper, meine Seele entzwei.
Aus meinem Mund dringt kein einziger Schrei.
Ich zieh das Messer
in ihre Richtung hin.
Sie weichen zurück,
sehen, wer ich bin.
Doch sie geben nicht auf.
Der Rückzug war erlogen.
Ich schmecke mein Blut
und liege am Boden.
Ich wache auf,
kann kaum Stehen vor Schmerzen.
Fühl die Narbe nicht sichtbar
auf meinem Herzen.

Maler und Bildbearbeitung: Katja Ryll
Text: Katja Ryll


(25.04.2017 – Angst)

See through my eyes - Pictures by André

An jedem Tag, zu jeder Stund’,
da werde ich von ihr begleitet.
Von dieser Angst, dass eines Nachts,
der Schatten sich erneut verbreitet.

Es ist die Angst, dass mir erneut
jegliche Freude wird verwehrt.
Bis jeder Funken Hoffnung stirbt,
Verzweiflung sich von ihr ernährt.

Allgegenwärtig ist die Angst,
die meinen Lebenswillen bricht,
ein jedes Glück im Keim erstickt,
bis meiner Augen Glanz erlischt.

Fotograf und Bildbearbeitung: See through my eyes – Pictures by André
https://www.facebook.com/AndreKoPhotographie/?fref=ts
Text: Keiji-Chan – 29.04.2016
https://www.facebook.com/KeijiChanETS/
Model: C – S Fotografie Cordula


(26.04.2017 – vorgefühlt)

Holger Dankelmann 15

im innern
ein warten
es bangt in die fasern
fahrigt die hände
und sucht aus dem blick

kälte streicht nacken
steift in die beine
stoßatmet eisig
schweiß ins gesicht

un – stille trommelt
das fell
krampft abdomen
würgt globusgefühlt
illusionen in nichts

angst

Maler, Fotograf und Bildbearbeitung: Holger Dankelmann
https://www.facebook.com/holger.dankelmann?fref=ts
https://www.detailbilder.de/
Text: Birute Luise Rosemann


(28.04.2017 – er ist da)

Viviane Kulik

schritte dröhnen
poltern boshaft
stiefeln aufwärts
ich weiß
er sucht mich

blickdicht die decke
gezogen ans kinn
und drüber hinweg noch
stockt es mein herz
ins dunkelste hoffen
er fände mich nicht

stille –
ein herzschlag
bangen –
kein atem
grauen –
ein griff

zerrt mich hinaus
rettet ein schrei
aus dem schlaf
in den tag
folgt im schatten
der nacht-mahr

Maler, Fotograf und Bildbearbeitung: Viviane Kulik
Text: Birute Luise Rosemann


(29.04.2017 – Innere Freiheit)

Anja Muskalla 1

Du kannst mir mein Geld nehmen,
mein Talent verschwenden
und meine Arbeitskraft ausbeuten.

Aber seien die Tage auch noch so grau
und die Wege einsam
– du wirst niemals meinen Willen brechen!

Du kannst den Regen in Säure verwandeln
und mir verdorbenes Brot und – Spiele servieren.

Aber seien deine Leuchtfeuer auch noch so hell
und viele Wege durch brennende Bücher versperrt
– du wirst niemals meinen Geist blenden!

Du kannst mich einsperren in ein dunkles Verlies
und meinen Körper misshandeln.

Aber seien die Räume auch noch so klein
und viele Wege eine Sackgasse
-du wirst niemals meine innere Freiheit rauben!

Fotograf und Bildbearbeitung: Anja Muskalla
https://www.facebook.com/anjamuskalla
anjamuskalla.jimdo.com
Text: Frank Thomas Flachmeier

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