Gedichte Neu

Gedichte Archiv:
Feb/MärzSeite: 01 – 04


(01.02.2018 – Herbst)

Corinna Kalloti

Die helle Zeit des Jahres ist vorüber
Der Herbst bringt Farben, leuchtend bunt
Doch die Freude währt nicht lang
Man sagt, sie schlafen nur
Doch für mich sterben sie, die Bäume
Die Kraft schwindet
Sie können das Blattwerk nicht länger nähren
Die Blätter welken, trocknen, fallen tot zu Boden
Auch ich merke, dass die Kraft schwindet
In den Bäumen, in mir
Es wird dunkel
Draußen, in mir
Es wird kalt
Draußen, in mir
Doch vielleicht ist es, wie bei den Bäumen

Nach einer Zeit der Ruhe, der Stille,
einer Zeit, in der die Seele eine Pause macht

Erblüht die Kraft
Die Farben
Die Freude
Das Leuchten
In mir

Fotograf: Corinna Kalloti
Text: Corinna Kalloti


(02.02.2018 – Der ruhende Bach)

Britta Hohmann

Leise plätschert der Bach,
doch ich sitze im Wald und denk nur nach.
Gedanken in meinem Kopf,
plätschern wie der Bach dahin aber wohin?
Sie fließen hier und auch dort,
jedoch finden sie in mir keinen ruhigen Ort.
Langsam finde ich die Ruhe,
sitzend auf einem Stein und komme runter.
Genieße diese Stille in mir,
höre in mich rein und nehme mir die Zeit.

Der Bach trägt meine Fragen fort
für eine mir noch unbestimmte Zeit.
Nimmt Antworten gleich mit sich mit
und nimmt mir meinen inneren Druck.
Eine Weile, so soll es dann wohl sein,
bin ich endlich losgelöst und völlig frei.

Fotograf: Britta Hohmann
Bildbearbeitung: SilentHarmony Photography
https://www.facebook.com/SilentHarmonyPhotography/
Text: Nadine Wagner


(03.02.2018 – Der schwarze Mann – Depression)

Wolfgang Honzejk 17

Die Träne fällt auf das Papier,
Blicke sitzen wie ein Strick um deine Kehle.

Der Abzug klickt,
Die Seele unter Grausamkeit erstickt.

Niemand kann davon laufen,
Sollst dich einfach zusammen raufen.

Es ist der schwarze Mann,
der immer wieder kommen kann.

Fotograf und Bildbearbeitung: Wolfgang Honzejk
https://www.facebook.com/wolfgang.honzejk
Text: Raven
https://www.facebook.com/ravendarkdream/


(06.02.2018 – Es ist dunkel)

Jez 2

Immer wieder greift die Kälte nach mir, greift das dunkle nach mir.
Ich fühle es.
Immer wieder sehe ich leid, sehe ich Schmerz.
Ich sehe es.
Immer wieder laufe ich weg, laufe davon.
Ich spüre es.

Immer wieder schlägt mein Herz, schlägt unerträglich.
Ich fühle es.
Immer wieder schreit es nach Licht, schreit nach leben.
Ich höre es.
Immer wieder hofft es, hofft auf Besserung.
Ich spüre es.

Immer wieder wird es kalt, aber mein Herz bleibt warm.
Ich weis es.


(07.02.2018 – wenn leichtsinn flieht)

Galdr 5

melancholie
fliegt mich an
legt gedanken schwer
mir in die waagschale
drückt sie nieder
und bedeckt
mit dem mantel
der ungesagt heißt

wo worte fehlen
ist verständnis los
ich rufe – warum
doch selbst justitia schweigt

Fotograf: Galdr
https://www.facebook.com/galdrart/
Bildbearbeitung: Galdr
Text: Birute Rosemann
Model: Saldr


(08.02.2018 – Was ich lernte)

Carolyn Heat org. Claudia H.

Als ich die Dunkelheit kennenlernte,
lernte ich das Licht zu schätzen.

Als ich die Kälte kennenlernte,
lernte ich die Wärme zu genießen.

Als ich die Gleichgültigkeit kennenlernte,
lernte ich die Liebe lieben.

Als ich den Verlust erlebte
lernte ich, dass Besitz Ballast sein kann.

Als mich die Gefühllosigkeit gefangen nahm,
lernte ich jedes Gefühl willkommen zu heißen.

Als ich verraten wurde,
lernte ich die ehrlichen Menschen zu erkennen.

Als meine Träume zerplatzten,
lernte ich bunt zu träumen.

Als ich die Fesseln der Depression kennenlernte
lernte ich, die Freiheit zu genießen.

Was ich lernte?
Ich lernte zu leben.

Idee und Bildbearbeitung: Carolyn Heat
Org. Bild: Claudia H.
Text: Britta Hohmann


(09.02.2018 – Im Sumpf der Gedanken)

Anni Strauss 2

Kalte, klebrige Finger greifen nach mir
versuchen mich hinabzuziehen in diesen Sumpf der Gedanken
Halten mich fest, lassen nicht mehr los
grau und kalt
ich spüre wie ich immer tiefer versinke
kann mich nicht wehren
rudere hilflos mit den Armen, komme nicht mehr vorwärts
will nicht resignieren, aufgeben
und dennoch…

Fotograf und Bildbearbeitung: Anni Strauss
https://www.facebook.com/annistraussfotografie
Text: Marion Oeltjen


(10.02.2018 – Tränen, die niemand sah.)

Somnia Aucupes Fotografien 2

Stumme Schreie, die niemand hörte.
Eine unbeschreibliche innere Leere und tiefe Einsamkeit.
Der Abgrund direkt vor den Füßen, jederzeit bereit zu fallen,
einfach hinabzustürzen in die Dunkelheit.

Narben an den Handgelenken, die ich versteckte,
tägliche Maskerade, damit niemand etwas merkte.
Müde vom ständigen Kampf gegen die aufkommenden Ängste,
Gefangene in einer fremden Welt.

Dann kreuzten sich unsere Wege –
wie ein Lichtstrahl in der Nacht.
Du führtest mich zurück ins Leben,
schenktest mir deine unabdingbare Liebe.
Ein Engel auf vier Pfoten …
Danke, dass es dich gibt!

Fotograf und Bildbearbeitung: Somnia Aucupes Fotografien
https://www.facebook.com/AnkesFotografien/
Text: Nepo Muk
Model: Bella Pozorski
https://www.facebook.com/bella.Rose487


(13.02.2018 – Hilf mir bitte)

Christina Schneider 3

Hilflos hält es mich in Schach,
wie ein Sog zehrt er es an meiner Kraft.
Schlechte Gedanken tauchen auf
und es nimmt alles in mir seinen Lauf.
Traurig zieh ich mich zurück,
werde ich nun etwa langsam verrückt?
War ich so doch sonst nie,
doch nun zieht es mich runter irgendwie.
Stark und mutig war ich einst,
doch nun hat sich alles Negative vereint.

Gefühle unten und Gedanken so duster,
verfolgt dieser Sog ein bestimmtes Muster?
Was hat diesen Sog in mir hervorgebracht
und mich an diesem dunklen Ort angeklagt?
Hat mich direkt was seelisch aus der Bahn geworfen
oder war es der Druck und ich hab mich verlaufen?

Verrannt in mir selbst, so sitze ich nun hier,
positives Denken war einst mein Lebenselixier.
Der Sog hat mir die Dunkelheit gebracht
und schwarze Wolken in mein Leben gemalt.
Kriege sie über mir nicht mehr wegradiert
und so hat meine Seele nun leise kapituliert.

Hilf mir bitte aus dieser dunklen Zeit heraus,
nimm meine Hand und geb mich niemals auf.

Maler: Christina Schneider
Text: Nadine Wagner


(15.02.2018 – Am Rand der Schwärze)

Cornelia Zurawczak

Taumelnd an dem dunklen Ufer,
dumpfer Sog zieht mich dahin.
Kaum zu hör´n der innere Rufer,
viel zu leise haucht er Sinn.

Kenn´ mich aus an dem Gestade.
War schon hier verschiedentlich.
Oft schon rief die schwarze Made,
zog in Schattenwelten mich.

Mühsam pack ich aus den Kasten
aus gelerntem Notfalltraining,
gegen dunkle Segelmasten.
Krall´ mich fest an morsche Reling.

Manches passt, so manches nicht.
Ausprobiern ist die Devise.
Stolper beinah, fange mich,
lande auf der Lebenswiese.

Diesmal ist der Sog verschwunden.
Pack den Koffer wieder ein.
Und ich weiß, in dunklen Stunden,
wird er mein Beschützer sein.

Fotograf und Bildbearbeitung: Cornelia Zurawczak
Text: Cornelia Zurawczak
https://www.facebook.com/Connys-Gedichte-1858262871159363/…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *