Gedichte Neu

(Ältere Gedichte aus den Vormonaten sind im Archiv zu finden
Links siehe letzte Seite “Gedichte.)

(25.09.2018 – Rose)

Die Rose im Garten so wunderschön.
Blutrot die Blüte, zart der Duft.

Nach außen stark und doch so schwach,
zerbrechlich ist dies Rosenblatt.
Gib Acht!

Denn spitz die Dornen, aber ohne Gift,
als wollt sie sagen:
“Brich mich nicht!”

So bleib Rose, bleib so stehen,
so wunderschön anzusehen.
Kein Leid soll dir geschehen!

Und sollte es wer doch wagen,
dann zerstich mit deinen Dornen seine Adern.
Sein Blut soll deine Sühne sein.

Fotograf: SilentHarmony Photography
https://www.facebook.com/SilentHarmonyPhotography/
Text: YWSP (vonnken1977)


(03.08.2018 – Nichts)

Siro Marteens

Manchmal ist es in mir so still
Da ist einfach nichts mehr
Nicht einmal Leere
denn die könnte man füllen
Und dafür, was in mir fehlt
gibt es kein Gegenstück
Ich spüre mich nicht

Ausgehöhlt liegt der Rest von mir im Dunklen
und starrt gegen die Decke
wo auch nichts ist
Aus der Zeit bin ich
irgendwann herausgefallen
Ich glaube kaum
dass sie mich vermisst

Ich existiere vor mich hin
wunschlos bis auf den einen
mich vergessen zu können
Das wäre angenehm
Dann wäre wirklich
nichts mehr da
und ich wäre alles los

Bild: Siro Marteens
Text: Kaia Rose


(06.08.2018 – Gedanken eines Depressiven – Isolation)

Fotografie Monique 5

Verschwunden sein will ich
Weit weit weg von mir selbst
Zugang zu mir selbst verloren
Düster Gedanken
Spielen wie eine leise Melodie in meinem Herzen
Seele in mir ruhend
Warten auf Befreiung
Eine Hand die mir entgegen ragt
Der Blick verdunkelt
Düster
Fallen tiefer und tiefer
Ins endlos
Gedanken schleife immer und immer wieder sich im Kreis drehen
Kein entkommen
Kein weg der mich nach draußen führt

Text, Model, Fotografie: Fotografie Monique
https://www.facebook.com/Fotografie-Monique-321146054907715


(10.08.2018 – Silent Scars)

jomafotografie

Verloren und alleine fühlst du dich
Das Leben versetzt dir jeden Tag – einen Stich
Du wünscht dir so wie andere zu sein – einfach glücklich
Doch – das ist deinem Leben nicht möglich
Als Kind warst du noch voller Tatentrang
Doch irgentwann trat die Depression – an dich heran
Keine Freude umhüllt dein Wesen
Man kann die Angst in deinen Augen lesen
Wie ein Geschwür wächst die Einsamkeit in dir
Narben auf deiner Hand nimst du mit – als Souvenier
In die Traumwelt flüchtest du dich so oft es geht
Einfach weg von der Realität
Eines tages – so denkst du dir
Trägt dich hinfort der Wind
Wie eine Mutter ihr kleines Kind
Ein tiefer Schnitt und der innerliche Schmerz ist für immer fort
Zu niemanden ein sterbends Wort
Keine Nachricht
Ganz still und schlicht

Fotograf: jomafotografie
Model: Anna Lena Engel
https://www.facebook.com/profile.php?id=100005634919034
Text: Mario Ragnar Glöckl


(12.08.2018 – Burn out)

No pierdo nada 1

Schlaflos Nacht zu viel Gedanken
Der Körper kann schon lang nicht mehr
Stress des Alltags größter Sorgen
Die Arbeit viel so kannst nicht mehr

Starr der Blick hinaus in Ferne
Ruhe nein die findest nicht
Bist gefragt musst funktionieren
Wie es dir geht es zählt heut nicht

Ruh dich aus nur schöne Worte
Das Herz es sticht vor Kummer sehr
Gedanken weit doch kanst nicht denken
Doch funktionierst schon lang nicht mehr

Das End so nah wohl möchtest Leben
Ein Zustand der Verzweiflung nur
Stille nur wo magst sie finden
Hektik Alltag stört so sehr

Psychopathen dich umgeben
Rauben dir den letzten Mut
Ein Stummer Schrei Hört auf will Leben
Um so mehr schlägst in dir ein

Die Welt so voll Veränderungen
Verloren nun und so allein
Die Welt mag schön sein in den Augen
Nur Lug und Trug am End allein

Stille nun verloren Blickes
Gebrochen nun auf ewig Zeit
Das Geld es fehlt dir nun zum Leben
Niemand glaubt dir bist allein

Gebrochen Mensch magst Ängste spüren
Angst sie kennst schon lang nicht mehr
Bis das der letzte Atemzug geboren
Verläst die Welt zur Wiederkehr

Fotograf: No pierdo nada
https://www.facebook.com/NopierdonadaPhotographer/…
Model: Lysann
https://www.facebook.com/Lysann261/
Text: Friedel Bolus


(14.08.2018 – Mobbing)

Blendwerk31

Mobbing, etwas, das weit verbreitet ist,
etwas abartig Schlimmes,
etwas Zerstörerisches.

Wir alle kennen Mobbing,
haben es selbst erfahren,
hilflos zusehen müssen,
oder nur vom „Hörensagen“.

Mobbing ist strafbar.
Doch es ist schwer nachweisbar.
Der gemobbte ist meist allein gegen „hunderte“.
Bei der Arbeit, im Verein,
in der Schule oder zu Hause.

Doch wie sieht es aus,
wenn alles klar auf der Hand liegt?
Einer gegen einen.
Gemobbter gegen Mobber?

Wenn die Sachlage klar ist.
Die Personen und Taten bekannt sind?
Wie ist die Rechtslage,
wenn Gemobbter und Mobber ein und dieselbe Person ist?

Kann ich mich selbst verklagen?
Darf ich gegen mich selbst aussagen?
Darf ich die Aussage verweigern?

Wie lange muss ich das noch ertragen?
Wie lange muss ich mich selbst noch ertragen?
Meine Gedanken,
die mich selbst fertigmachen?
Mobbing,
warum tue ich mir das selbst an?

Immer wieder, bis ich
– kraftlos, müde –
bin.

Foto/Ebb: Blendwerk31
https://www.facebook.com/blendwerk31/
Model: Ophelia Amok
https://www.facebook.com/ophelia.amok
Text: Stefan Kleine Wolter
https://www.facebook.com/kraftlosmuede
https://kraftlosmuedeblog.wordpress.com/


(16.08.2018 – Leben)

Dietmer Lampe

Gesenkten Hauptes Schicksalsschläge
Das Atmen fällt so schwer
Die Kraft am Ende jeden Tages
Die Mauern hoch du kannst nicht mehr

Die Klippen dort am Meer der Hoffnung
Einsam steh ich leeren Blicks
Gedanken nur ist dies das Ende
Die Seele nein sie will nicht mehr

Erinnerung an schöne Tage
Ein Schmetterling auf deiner Haut
Ein sanfter Kuss auf deinen Lippen
Umarmung die dir spendend Trost

Alleine gehen wir durchs Leben
Ein harter Kampf auf ewig Zeit
Manchmal wir das Glück auch finden
Ist dies nur ein kurzer Trost

Wege die sich ewig windend
Ziele die man nie erreicht
ist dies nur das wahre Leben
Auch wenn die Wege sie so weit

Aufzugeben Leben nehmend
Doch das Glück es ist nicht weit
Sonnenschein ein andrer Morgen
Die Welt für dich schon besser sei

Alleine gehen wir durchs Leben
Schicksal uns nur stärker macht
Auch wenn du meinst du bist am Ende
Auch für dich die Sonne scheint

Fotograf: Dietmer Lampe
Model : Anna Lena Engel
https://www.facebook.com/profile.php?id=100005634919034
Text: Friedel Bolus


(17.08.2018 – Allein)

Benjamin Brocks Model Maria Graufrauchen 5

Du sagtest, du bist da,
Doch wo bist du jetzt?
Sagtest, ruf an!
Warum gehst du dann nie dran?
Verstehst du nicht, wie schwer es ist,
Den Mut aufzubringen, um nach Hilfe zu fragen?
Ich sitze hier, am Boden zerstört,
Suche eine Hand, die meine hält,
Ein Ohr, das offen ist.
Hab deinen Worten geglaubt,
Versucht zu vertrauen,
Dass ich in dunklen Zeiten zu dir kommen kann.
Doch du bist nicht da,
Kannst mich nicht verstehen,
Deine Worte waren nur Hülsen
In einer guten Zeit,
In der warst du da,
Hast mit mir gelacht,
Jetzt hab ich nur Tränen,
Bin mühsam für dich,
Nun lässt du mich wie alle im Stich.

Fotograf: Benjamin Brocks
https://www.facebook.com/benjaminbrocks.mv
Model : Maria Graufrauchen
https://www.facebook.com/maria.graumann.7
Text: Anja Corinna Wegst


(19.08.2018 – Verwandlung)

Pictures Untold by Andrea Kisslinger Photography 3

Verängstigt, einsam, unscheinbar.
In sich gekehrt und eingesperrt
wie eine Raupe in ihrem Kokon.
Dunkelheit prägte die Nacht und den Tag.

Doch kämpfte ich mich nach draußen,
Stück für Stück, Jahr für Jahr.
Schaffte es schließlich, die Hülle zu zerbrechen –
die Mauer, die mich gefangen hielt.

Ein Blinzeln, ein erster Sonnenstrahl,
vorsichtig streckte ich meine Fühler aus,
sog ihn ein: Den Duft der Blumen
erfreute mich an der Vielfalt der Farben.

Langsam breitete ich meine Flügel aus
und erhob mich in die Lüfte.
War endlich in der Lage, sie zu spüren –
Freiheit, Leichtigkeit, Lebensfreude pur.

Fotograf: Pictures Untold
https://www.facebook.com/picturesuntold/
Text: Diana Hochgräfe


(20.08.2018 – Der kleine Junge)

AKSchoeps Fotografie

Möchte dem Kleinen helfen
Immer wieder treffe ich ihn in der letzten Zeit,
diesen kleinen Jungen.
Er sieht so …
… so suchend aus,
… so Hilfe suchend.
Doch egal, wo ich ihn treffe,
ich komme nicht an ihn heran,
kann ihm nicht helfen.
Ich verstehe es nicht.
Wir sind uns doch so ähnlich.

Letztens sagte mir eine Frau,
die mittlerweile viel von ihm weiß,
dass er es nie verkraftet hat,
seine Eltern schon so früh verloren zu haben.
Es wäre einfacher für ihn gewesen,
wenn sie gestorben wären und er wäre darüber hinweggekommen.
Es wäre einfacher für ihn gewesen,
wenn sie ihn verlassen hätten, er wäre darüber hinweggekommen.

Aber er wird es wahrscheinlich nie verstehen und nie begreifen,
dass er sie schon so früh verloren hat,
im Kleinkindalter oder noch eher,
an seine Geschwister, an „Die Leute“.
Das hat sein Herz verschlossen,
sein Vertrauen gebrochen,
seine Emotionen ins Trudeln gebracht.
Ihn so verletzlich gemacht.

Vielleicht, wenn ich Glück habe,
komme ich irgendwann an ihn heran,
kann ihm helfen, kann ihn in den Arm nehmen.
Doch noch geht das nicht,
noch können wir nicht zusammen an einem Ort sein,
noch können wir uns nicht gegenseitig helfen.
Noch kann ich ihn nicht ganz verstehen.

Aber eins weiß ich, wir sind beide
– kraftlos, müde –

Fotograf: AKSchoeps Fotografie
https://www.facebook.com/AKSchoeps.Fotografie/
https://www.instagram.com/akschoeps/
https://1x.com/member/AKSchoeps
Model: Model Mark L.
https://www.facebook.com/modelmarkl/
https://www.instagram.com/model_mark_lewandowski/
Text: Stefan Kleine Wolter (Blog Kraftlos & Müde)
https://www.facebook.com/kraftlosmuede
https://kraftlosmuedeblog.wordpress.com/

One thought on “Gedichte

  1. Ich sack wieder ein
    Mir ist meine Matratze zu weich
    Hab ständig das Gefühl “ich pass hier nicht rein”
    Bin nachts lang wach und höre wie die Nachbarn sich streiten
    Laufe auf matschigen Wegen und tappe in Scheiße

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