Gedichte Neu

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(17.02.2018 – einsam)
(TRIGGERWARNUNG: Selbstverletzendes Verhalten, Ritzen)

Monchi Reinhardt

einsam steh ich
allein
mir die beine
in den bauch
es brennt
und schneidet
streifen
durch die haut
der atem stockt
tränen rinnen
augen brennen
will wegrennen
kann nicht
.
.
scheiss zwiebel schneiden…

Fotograf: Monchi Reinhardt
https://www.facebook.com/monchi.reinhardt
Bildbearbeitung: Monchi Reinhardt
Text: Folkmar Drechsel
Model: Sonja Trepte


(16.02.2018 – Dunkle Macht)

Rosa H. LightArt 3

Sie sitzt Zuhause, auf der Couch,
wie immer alleine.
Keiner ist da, heute nicht
und gestern nicht und morgen nicht.
Keiner der sie versteht.
Würde es jemand bemerken,
wenn sie plötzlich weg wäre?
Würde sie überhaupt irgendwer vermissen,
wenn sie plötzlich nicht mehr hier wäre?
Das Grübeln wird wieder schlimmer.
Aus harmlosen Gedanken
wird ein Hineinsteigern.
Das ist es was die Einsamkeit
mit ihr anstellt.
Sie schaltet das Radio ein.
Musik ist ihr Leben.
Doch jeder Song bedeutet irgendeine Erinnerung
an irgendetwas Vergangenes.
Sie macht das Radio wieder aus.
Die Gedanken werden trüber.
Sie fühlt sich nutzlos, wertlos.
Keiner braucht sie, da ist sie sicher.
Keiner, der sich mal von sich aus meldet.
Alle haben angeblich immer so viel zu tun.
Egal wen sie um Zeit bittet
und sei es nur mal für eine Stunde,
keiner möchte ihr auch nur
eine Stunde Zeit schenken.
Die Menschen die sie so sehr mag,
die verschwenden nicht
einen einzigen Gedanken an sie.
Dann kommen die Tränen.
Ein Hilfeschrei.
Doch keiner sieht sie,
keiner hört sie.
Alle sind nur mit sich beschäftigt
oder
mit anderen Menschen,
mit besseren Menschen, als sie es ist,
mit Menschen, die ihnen wichtiger sind.
Keiner fragt wie es ihr geht.
Es interessiert halt keinen.
Keiner, der ihr nur einmal eine Umarmung schenkt,
der sie auffängt.
Sie könnte auch rausgehen,
dahin wo Menschen sind.
Aber davor hat sie Angst.
Sie will nicht unter Menschen.
Sie will nicht angestarrt werden.
Sie will nicht so gesehen werden.
Und sie will auch nicht so tun,
als wäre alles gut,
denn dazu fehlt ihr jede Kraft.
Es ist ein Wechselbad. Und sie ist gefangen darin.
Der Tag neigt sich dem Ende.
Sie ist sehr froh darüber.
Sie hat den Tag überstanden.
Vorm Schlafengehen erhofft sie sich,
dass der nächste Tag besser wird.
Sie macht sich Pläne,
die sie ausführen möchte.
Ja, sie freut sich sogar schon fast darauf.
Doch dann ist sie wieder da,
diese Einsamkeit.
Und das elende Grübeln geht wieder
von vorne los,
bis die Tränen wiederkommen
und sie ihre Pläne über Bord wirft.
Aber sie kann nicht aufgeben – noch nicht.
Am liebsten würde sie,
denn der Sinn des Lebens fehlt ihr gerade.
Aber irgendwie
beißt sie sich durch jeden Tag

Fotograf und Bildbearbeitung: Rosa H. LightArt
https://www.facebook.com/Rosa.H.LighatArt/
Text: Bianca Packruhn
Model: La Vie de De
https://www.facebook.com/La-Vie-de-De-965671476810530/

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