Gedichte Neu

(09.11.2017 – Wie auf einem Maskenball trägt auch sie viele Gesichter!)

ML - Photo Model Raven

Ein süßes Lächeln …
Das breite Grinsen …
Das ausdruckslose Gesicht
Grimmig oder zornig
Traurig …
Feuchte Augen …

Auch vor Schönheit, Macht und Reichtum schreckt sie nicht zurück!

Sie ist das Kind des Todes und will dich mit in die Tiefe ziehen …

Hinter diesen so unscheinbaren Gesichtern versteckt sie sich
… Und wartet im Dunklen …

Gnadenlos verschlingt sie ihre Opfer und würgt sie nach Tagen,
Wochen, Monaten oder sogar Jahren wieder hoch!!!

Was von uns übrig bleibt nach der Säure
und Gift der Depression sind gebrochene, halb verbaute Reste …

Nach dieser Tortur beginnt ein steiniger Weg zurück ins Leben…
Der uns so viel Kraft kostet das wir glauben
wir stehen kurz vor der Schwelle zur anderen Seite.

Dann nach dem Kriechen lernen wir erneut das Laufen,
auch wenn wir stolpern.

Nach dieser so herzzerreißenden Leistung und dem Willen zu leben …
erstehen wir wie der Phönix aus der Asche auf …

… Doch genauso wie der Phönix haben auch wir
nur eine begrenzte Zeit des Glücks und der Hoffnung …
Danach verbrennen wir wieder im Feuer der Depression
und werden erneut zu Asche auf dem ausgebrannten Feld.

Wer diesen Kreislauf unterbricht, ist neu geboren,
doch der Rest wird immer wieder in Flammen aufgehen …

Fotograf und Bildbearbeitung: ML – Photo
https://www.facebook.com/ml.photo.nrp/
Text: Raven
Model: Raven
https://www.facebook.com/ravensleben/


(08.11.2017 – Glitzernde Sonne)

Anita Paukner 3

Glitzernd spiegelt sich die Sonne
im langsamen Fluss des Lebens.
Ausgelassen springe ich von Stein zu Stein,
im Wissen sie halten Stand.
Betrachte dadurch das Leben
aus verschiedenen Perspektiven.
Freue mich an Neuem, am mannigfaltigen Leben
um mich herum.
Bis die Sonne langsam hinter grauen Wolken verschwindet.
Doch es macht mir keine Angst,
Regen bedeutet Leben, bedeutet neuerliche Sonne.
Daher hüpfe ich unbeschwert weiter,
genieße die Tropfen auf meiner Haut,
sehe in die Richtung, in die der Fluss fließt,
übersehe die Flutwelle, die sich hinter mir auftürmt,
mich plötzlich mitreißt,
mir den Boden unter den Füßen nimmt.
Verzweifelt versuche ich, mich zu halten,
ans Ufer zu gelangen, Luft zu holen,
alles mit dem Wissen, dass bald die Sonne wieder scheint,
wenn ich weiter gegen die Sturzflut kämpfe
und mich nicht dem jämmerlichen Ertrinken hingebe.

Fotograf und Bildbearbeitung: Anita Paukner
Text: Anja Corinna Wegst


(05.11.2017 – Es ist Nacht)

Wolfgang Honzejk ArtFotografie 14

Es ist dunkel
Sie ist wach
Mal wieder
Gedanken kreisen
Sie will verreisen
Auf einer Wolke
Und den Himmel hinauf
Den Sternen folgen
Schwerelos …
Frei …
Sie fliegt am Mond vorbei
Und der Mann im Mond
Er winkt ihr zu
Was tust du hier, fragt er
Den Wolken folgen
In Richtung Freiheit
Freiheit … die findest du in dir selber
Aber ich weiss nicht wie
Vertrau dir
Glaub an dich
So findest du das Licht.

Fotograf und Bildbearbeitung: Wolfgang Honzejk ArtFotografie
https://www.facebook.com/WHArtFotografie/
Text: NN


(04.11.2017 – Freisein)

RAWfeelings Photography by Alex Apprich Model Anna 1

„Wie meinst du das: Du bist nicht frei?“
„Ich kann nicht, wie ich will.“
„Warum nicht?“
„Ich kann einfach nicht!“
„Was bremst dich denn?“
„Ich, mich.“
„Das verstehe ich nicht.“
„Kannst du auch nicht.“
„Dann erklär es mir doch!“
„Kann ich nicht!“
„Warum nicht?“
„Weil du es nicht verstehen würdest!“
„Du versuchst es ja gar nicht erst!“
„Weil ich nicht kann!“
„Warum kannst du es nicht?“
„Weil ich Angst habe, dass du es nicht verstehst!“
„Aber wie soll ich es denn verstehen, wenn du es mir gar nicht erklärst?“
„Ich kann es dir nicht erklären!“
„Du kannst nicht oder du willst nicht?“
„Beides.“
„Und wie soll ich dir dann helfen?“
„Sollst du gar nicht.“
„Möchte ich aber – du bist mir doch wichtig!“
„Kannst du aber nicht!“
„Dir geht es doch gut. Du hast alles, was man zum Leben braucht und noch viel mehr!“
„Ich weiß!“
„Andere wären glücklich, wenn sie das alles hätten!“
„Ja.“
„Du kannst doch machen, was du willst.“
Schweigen.
„Ich verstehe dich nicht.“
„Siehst du: ich habe es dir gleich gesagt!“
Seufzen.
Sie stand langsam auf von der Bank in dem kleinen Park.
„Ich komme morgen wieder.“
„Okay.“
Er nickte.
„Vielleicht können wir morgen darüber sprechen.“
„Vielleicht.“

Es war das gleiche „vielleicht“ wie in den vergangenen Wochen.
Mit einem wehmütigen Blick zurück,
schloss sie schweigend das Tor der Klinik hinter sich,
ehe sie hinaus und auf die Straße, in das Leben, trat.
Es war, als schloss sie ihn hier mit dem loslassen der Klinke ein.
Er war gefangen.
Doch nicht hier drinnen: Diese Tür konnte er jederzeit öffnen.
Nicht aber die Tür zu dem Gefängnis in seinem Kopf.

Fotograf und Bildbearbeitung: RAWfeelings Photography by Alex Apprich
https://www.facebook.com/RawFeelingsPhotography/
Text: Nadin Durcak
Model: Anna


(02.11.2017 – Was hab ich bloß?)

PsychoSoul Model Chilli Kitty

Ein emotionales Stimmunstief?
Einen traurigen Moment?
Eine tiefgreifende Wetterfühligkeit?
Eine temporäre Unzufriedenheit?

Wo kommt diese innere Abwärts – Spirale bloß her?
Wann kam sie in mein Leben?
Hatte Sie womöglich Hilfe?

Wie bin ich in diesen Käfig gekommen?
Wer hat ihm den Ausgang geklaut?
Warum hab ich mich so lang selbst belogen?

Verdammt. Ich bin aufgewacht.
Eine harte Landung in der Realität.
Schmerzhafte Einsicht in eigenes Mitverschulden.

Zu lang für die falschen Prioritäten gekämpft
Zu viel von mir selbst erwartet
Zu oft erlaubt von anderen geduckt zu werden
Zu stark von der Angst dominiert worden
Zu hoch gepokert
Zu tief gefallen

Oh Nein.
Die Einzige mit diesen Punkten war, bin und werd ich nicht sein.

Nun sitz ich in einem sehr tiefen Loch
Ich seh nach oben
Finsternis und Lichtjahre entfernt ein kleiner heller Punkt

Kein Fahrstuhl, keine Treppe, keine Leiter
Ein sehr dünner Strick baumelt aus dem Finstern zu mir herab
Kein Laut dringt zu mir durch.

Wach bin ich zwar
Doch jetzt trifft mich für Verzweiflung doppelt so hart
Ich toll mich zusammen und versinke tief in mich
Will meine Augen nicht mehr öffnen
Bau mir meine kleine Traumwelt in der alles in Ordnung ist

In meiner kleinen Welt erscheint mein Sohn
Seine Worte passen nicht in meinen Traum
Es erscheint mein Mann doch er rührt mich nicht mehr an
Der Schmerz fand wieder den Weg zu mir
Das ist alles nicht fair
Ich wehre mich sehr
Da ich seh nochmal den Strick
Er wartet darauf das ich mich an ihm heraufzieh

Eine Hand über die andere
Ein Fuß nach dem anderen
Sieh, der kleine Punkt wurde vom Stecknadelkopf zum Centstück
Er ist gewachsen und ich auch

Ich geb nicht auf.

Fotograf und Bildbearbeitung: PsychoSoul
https://www.facebook.com/psychosoul76/
Text: Marit Diaz
Model: Chilli Kitty
https://www.facebook.com/Chillikittymeow/


(01.11.2017 – Seelenfreund)
(TRIGGERWARNUNG Abschied, Verlust)

Maid of R Pictures Model Der P Modelpage

Ich erkenne dich nicht mehr
Deine Liebe bleibt mir heilig
Dein Leben ist entflohen
Abschied ohne Ende
Ein Kreuzgang in mein Herz

Eine Liebe ohne Grenzen
Eine Wärme ohne Licht
So liegst du kalt und reglos
Und wärmst doch
Immer noch mein Herz

Einst fragte er mich
Wie diese Liebe so stark werden konnte.
Aber es passierte einfach
Einfach so

Es gibt wohl keinen vergleichbaren Schmerz
Wie einen geliebten Menschen zu verlieren.
Denn diese wunde verheilt nie

In Erinnerung an meine große wunderbare Liebe
Ein Schmerz der nie vergeht

Fotograf und Bildbearbeitung: Maid of R Pictures
https://www.facebook.com/Maid-of-R-Pictures-750351728345314/
Text: Eberhardt Susi – 1996
Model: Der P Modelpage
https://www.facebook.com/PPhotosite/


(29.10.2017 – Bittere Folgen)
(TRIGGERWARNUNG Autounfall, Tod)

ItWaitsArt

Es begann damals, als dieser schreckliche Autounfall war.
Leblos zu Boden hingen der Geliebten Arme und Haar.
Schlagartig fiel ihr blonder Schopf am Sitz nach hinten hinunter,
War in Sekunden hinüber und ihr Gatte erst im Hospital wieder munter.

Es ergab sich keine Möglichkeit jener eine Form von Hilfe zu geben,
Beide im irdischen Dasein zu halten, trotz größtem Bestreben.
Ein kleines Kind blieb glücklicherweise zu Haus mit der Tante allein,
Sollte auch bei starkem Kummer nun sein ein und alles sein.
Das Schlimmste waren nicht die gebrochenen Knochen im Leibe von ihm.
Sehnsüchtig sorgenvolle Gedanken sollten nun unentwegt ihre Bahnen zieh’n.
Ewiges Grübeln, dazu unnachgiebige Zukunftsängste quälten den Mann,
Griffen wie stählern scharfe Messer dessen Seele jetzt an.

Dieser konnte sich in Bälde um den Sohn kaum noch kümmern,
Denn sollte in ihm seit damals ewige Dunkelheit schimmern.
Den dringendst benötigten Schlaf brachten nur noch Tabletten,
Da ihn hielt das Abbild der gestorbenen Frau in eisernen Ketten.
Permanentes Unbehagen und innere Leere sind die bitteren Folgen,
Sie seit dem Unfall durchgängig anwesende Wegbegleiter sein sollten.
Doch hat er zum Kindeswohle jener herzzerfressenden Finsternis den Kampf angesagt,
Auch wenn den groß gewachsenen im Moment noch jeder Tag aufs Neue plagt.

Fotograf und Bildbearbeitung: ItWaitsArt
https://www.facebook.com/ItWaitsArt-221812581168279/
Text: Anima Corvum – 24.05.2017
Model: Blendwerk31
https://www.facebook.com/blendwerk31/
MU: Engel Arte Make Ups
https://www.facebook.com/EngelArteMakeUps/


(26.10.2017 – Wenn Zeit …)

Soulfuck

Wenn Zeit als Fessel uns erreicht
Wenn Zeit die Rechnungen begleicht
die wir im Leben einst erschaffen
dann will die Zeit uns damit strafen.
Das Ticken klingt in meinen Ohr
als ich Gefühl für Zeit verlor
Doch ist die Zeit auch noch so schwer
Ich geb sie nicht ans Dunkel her.

Fotograf und Bildbearbeitung: Soulfuck
https://www.facebook.com/soulfck/
Text: Soulfuck


(25.10.2017 – Am Fenster)

Piccola Divina Model Venetta

Regentropfen an dem Fenster,
rinnen tränengleich hernieder.
Die Gedanken, wie Gespenster,
kommen unaufhaltsam wieder.

Doch ich habe mir geschworen,
werde sie nicht mehr zulassen.
Bin doch fast wie neugeboren.
Werde die Gespenster hassen.

Möchte es noch mal probieren,
selber mit mir klarzukommen.
Kann nichts Schlimmes mehr passieren.
Nutzlos bisher die Zeit verronnen.

Will mein Leben neu anpacken.
Nehm es mutig in die Hände.
Werde neue Dinge machen,
geb dem Leben nun die Wende.

Fotograf und Bildbearbeitung: Piccola Divina
Text: Christine M. Praml
Model: Venetta
https://www.facebook.com/XxVenettaxX/


(21.10.2017 – Stärke und Schwäche)

Martina Kilian 4

Stärke und Schwäche kommen wie Flut und Ebbe
Was passiert, wenn sie sich küssen an der Schwelle?
Wille und Angst sind ein tanzender Orkan
Was liegt im Auge des Sturms verborgen?
Was muss man tun, um zur magischen Mitte zu gelangen?

Immerzu kämpfe ich mich weiter voran
Mal scheint der Wind in meinem Rücken zu stehen
und ich fliege nahezu dahin
Dann plötzlich wendet sich das Blatt
Der Wind schlägt mir nun peitschend ins Gesicht
Drückt die Luft aus meinen Lungen,
die geglaubte Stärke aus meinen Gliedern und zwingt mich in die Knie
Urgewalten lasten nun schwer auf meinen schwachen Schultern
Der Kopf hängt herab, der Willen liegt gebrochen vor mir
Scheinbar vom Orkan besiegt
Mein Geist ist an sich selbst zerbrochen
An den Träumen, die von der Realität verschlungen wurden
Doch dann, wenn ich nur noch aufgeben
und mich vom Sturm verschlingen lassen will,
Lässt die Schwere der Unheilswolken etwas nach
und ich kann wieder freier atmen, meinen Kopf nun anheben
Da sehe ich den Schimmer einer Hoffnung in all dem Schwarz
Erinnere mich, wofür ich all dies ertrage,
immer wieder aufstehe und weiterkämpfe
Das Auge des Sturms schaut tief in meine Seele
Ein Blick nur und der Funken der Urgewalt springt in meine Augen über
Es lockt mich zu sich, flüstert mir seine süßen Versprechungen zu
Sehnsucht spannt ihre Flügel aus,
das schmerzliche Ziehen will mich zu seinem Ursprung tragen
So stürze ich mich von Neuem der Front entgegen
Mit dem ruhigen Mittelpunkt fest im Blick,
Spüre ich das Peitschen des Windes kaum,
fühle den schneidenden Schmerz nicht mehr
Auch wenn dieser Weg schwer ist, bin ich entschlossen,
ihn bis zum Ende zu gehen
Ich bin nicht sicher, ob Willensstärke oder Schwäche siegen werden
Dennoch stehe ich stolz inmitten des Sturms
Das Gesicht zerschrammt, aber mit einem Glühen in den Augen
Kann ich einen Orkan bezwingen? Ich werde es versuchen
Denn auch ich trage eine unbezwingbare Kraft in mir
Mal zerfetzt sie mich und mal, was sich wagt mir im Weg zu stehen

Maler: Martina Kilian
Bildbearbeitung: Martina Kilian
Text: Skye Silva

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