Gedichte Neu

(10.09.217 – Melancholie)

SAW Bilderwerke 3

Ich ertrinke in dem tiefen Blau des Meeres
Verloren in deinen blitzenden Augen, die mich treffen,
über die Planken stoßen und mich
gen Himmel
fallen lassen in die verfluchte
Unendlichkeit der Hölle

Denn es schwankt
denn ich bin betrunken
denn ich kann nicht mehr
Kann das Gleichgewicht nicht mehr halten

Die Flammen schmeißen meine Bilder wild durch den Kopf
Gedanken,
überflutet von deiner Geborgenheit,
die mich einst wärmten
wie die Sonne
das Eis zum Schmelzen bringt
in vergessener Zeit

In der Zeit, in der keiner zu viel an Nichts denkt
und vergisst, wie der Wind die Tage verwischt
Die Schreie, die mich plagen,
Nacht für Nacht und jede Sekunde
Wiederhall in meinen Ohren

Es hört nie auf, im Schatten des Tages,
in der Tiefe meiner Träume
bist nur du,
ohne mich,
verlassen von dir,
so kalt
Ganz vorn, am Rande der Welt,
dort, wo alles zu Ende geht
Da steh ich und finde nichts
außer keinem Ausweg
Am Ufer des Lebens,
siehst du, wie es vergeht, fortfließt?

Genau da steh ich nun auf der Planke des Schiffes
Entscheide, allein zu gehen
Zu springen, gen Himmel
Schlage auf die Trümmer der Hölle

Doch es sind nicht die Schmerzen,
die so weh tun,
so hart sind, zu überstehen
Es ist der Verlust, die Verzweiflung, die Leere.
Die Zukunft und das Leben
ohne Dich zu sehen.

Fotograf und Bildbearbeitung: SAW Bilderwerke
https://www.facebook.com/sawbilderwerke/
Text: Muriel Wegner


(09.09.217 – Entgleist)
(TRIGGERWARNUNG Tod)

Anita Paukner 3

Nur einmal gestolpert, schon folgte ein tiefer Fall.
Sie sah nicht mal vorüber, fand sich plötzlich wieder im Tale seelischer Qual.
Nur einmal zu Boden gegangen, schon verschlungen von komatösem Schlaf,
In welchem ihr zarter Körper nunmehr die meisten Stunden des Tages verharrt.

Durchgängige Blässe zeichnet heute ihr schmales Gesicht
Und der strahlende Sonnenaufgang raubt den müden Augen lediglich die Sicht.
Das einst lockige Haar hängt nun nur noch spröde herab.
Wie in bösem Spiel geht es die restlichen Stunden für die Frau Berg ab.

Es war bei diesem Überfall, bei dem das Drama begann
Und bei der Täterflucht durch Stiche getötet wurde der Ehemann.
Der Schönen jetzt emotionslos anmutendes Herz war sofort wie schockgefroren.
Es scheint, als habe sich etwas garstiges die davor Überglückliche auserkoren.

Von da an wirkte es nach außen, als wenn jene für nichts mehr Gefühle hätt‘,
So, als wäre sie wie schwarz tropfendes Rot auf glühenden Kohlen versiedet.
Der eigentlich scharfe Geist ist wie zurückgezogen, tief in sich,
Und die noch immer wie Gold schimmernde Seele weit entfernt von jedem Licht.

Seit diesem Augenblick wirkt die Schlanke so, wie ein Zug entgleist,
Gar wie in Zeitschleifen gefangen, wegen denen sie Tag um Tag durch erwähnte Tragödie reist,
So, wie durch einen unerwarteten Unfall von der Strecke abgekommen
Und ihre ihr inneliegende Wärme wie durch das Ereignis ewiglich zerronnen.

Fotograf und Bildbearbeitung: Anita Paukner
Text: Anima Corvum – 11.07.2017


(06.09.217 – Grau)

Benjamin Brocks Model Maria Graufrauchen 1

Grau ist die Welt
Öde und freudlos
Du musst, Du musst, Du musst
Nein!
Nichts muss ich!
Ich kann nicht!
Ich bin nur aufgestanden, um
Die Jalousie zu schließen.
Wann geht das Telefon
aus, das Handy?
Ich geh nicht ran.
Ich kann nicht.
Kann nicht reden.
Nicht essen.
Ich mag nicht mehr,
Lasst mich in Ruhe
Hier liegen.
Unter Kissen mich
Vergraben
Warten
Den Blick auf der
Hellen Raufasertapete
Und doch kein Blick
Kein Gedanke. Nur Schlafen.
Grau ist die Welt
Öde und freudlos
Du musst, Du musst, Du musst
Nein!
Nichts muss ich!
Ich kann nicht!
Ich bin nur aufgestanden, um
Die Jalousie zu schließen.

Fotograf und Bildbearbeitung: Benjamin Brocks
Text: Christiane Kromp
Model: Maria Graufrauchen
https://www.facebook.com/maria.graumann.7


(31.08.217 – Die Ruine – Das Schloss II -)

HeartMirror Photography 25

Das Innere meiner Seele
gleicht längst verfallenen Ruinen,
durch die ich meine Gefühle quäle,
da sie mir nicht länger dienen.

Im einst so prachtvollen Thronsaal
herrscht ungehindert all mein Zorn.
Er erhebt sich und mit einem Mal
beginnt der stete Krieg in mir von vorn‘.

Ratschlag er von der von der Linken,
die Selbstbeherrschung soll sie geben.
Sie kann viel tiefer nicht mehr sinken,
entlohnt wird sie mit ihrem Leben.

Die Furcht sitzt zu des Zornes Rechten,
als Mündel in des Königs Lehre.
Er lernt von seinen verborgenen Mächten,
auf dass er sie nutze und vermehre.

Doch ein Jeder wird von Schreck erfüllt,
als die Verzweiflung sich in die Lüfte schwingt;
das Antlitz der Sonne hoffnungslos verhüllt,
erneut Schatten über meine Seele bringt.

Das neue Zeitalter, es hat begonnen,
niemand vermag sich zu verstecken.
All die Jahre des Glückes sind zeronnen,
von nun an herrschen Angst und Schrecken.

Fotograf und Bildbearbeitung: HeartMirror Photography
https://www.facebook.com/heartmirror.photography/
Text: Keiji-Chan – den 12.05.2015
https://www.facebook.com/KeijiChanETS/


(30.08.217 – Bleiengel)

Frank Löhr Model Lalu

Das Gewitter tagt wie das letzte Gericht
Aus dem Gesicht
Schwindet das letzte bisschen Angst
Und das letzte bisschen Schmerz

Der Blitz leuchtet und funkelt
Wie das Licht am Ende des Tunnels
Kurz darauf ein grollen und grummeln
Der Hammer schlägt ein
Soll wohl so sein

Ein.. Aus..
Der Atem ist warm
Trifft kalten Wind auf dem Gesicht
Haare wirbeln darin wie Gischt
Ein Funkeln im Auge
Die letzte Glut
Ein.. Aus..

Der Sturm vermischt sich mit dem Rauch
Grau taucht ein in grau
Sturm und Asche nur ein Hauch
Umspielt die Wangen lau

Ein letztes Lächeln schmeckt die Tränen
Scheint zu erwähnen wies damals war
Bevor das dunkel kam
Bevor das Lachen ging

Zu viele Schulden auf den Schultern
Zuviel blieb zulang ungesagt
Bis zu dem Tag an dem die Sonne fehlte
Da die Hölle offen lag

Glut und Glut vermischen sich, all das Schwarz im Himmel bricht,
grauer Nebel lichtet sich, die Mauern fallen Schicht für Schicht
und dann da ist das helle Licht!
Doch verdient das ist es nicht

Feuer lodert immer höher
Trifft das Leuchten

Färbt es rot

Verzerrtes Lächeln, Blick hinauf …und gibt dann die Befreiung auf
Schritt für Schritt zum Höllenritt
Die Schultern sind zu schwer zum Fliegen …

Warum hast du nur geschwiegen?

Fotograf und Bildbearbeitung: Frank Löhr
https://www.facebook.com/frank.lohr.946
Text: Elena Grundmann
Model: Lalu
https://www.facebook.com/Lalu-1473052193009598/


(29.08.217 – Das Schloss)

Heartmirror Photography 24

Das Innere meiner Seele
gleicht einem großen Labyrinth.
Durch das ich meine Gedanken quäle,
damit sie vor mir sicher sind.

Im tiefsten aller Kerker
wütet all mein purer Zorn.
Viel gefährlicher und stärker
wurde er dort einst wiedergebor’n.

Kontrollierten wird er von oben
wo die Selbstbeherrschung thront.
Bestien können dort nicht toben,
solange dieser Herrscher hier wohnt.

In einer Besenkammer
hat die Furcht sich gut versteckt.
Sie unterdrückt all ihr Gejammer,
damit der Zorn sie nicht entdeckt.

Und auf dem höchsten Turm
war die Verzweiflung eingekesselt.
Doch in einem gewaltigen Sturm
hat sie nun ihre volle Macht entfesselt.

Und der König hat versagt,
die Schloss- und Kerker-Mauern brechen.
Die Gefangenen geh’n nun auf die Jagd,
um sich an ihren Peinigern zu rächen.

Fotograf und Bildbearbeitung: HeartMirror Photography
https://www.facebook.com/heartmirror.photography/
Text: Keiji-Chan – den 27.04.2014
https://www.facebook.com/KeijiChanETS/


(25.08.217 – mit aller macht)

Martina Kilian 1

mit aller macht
da kommt die nacht
es ist dunkel und kalt
und da sieht sie es bald

bilder voller schrecken
fast jede nacht sie wecken
sie sagt , sie will das nicht
und sucht immer wieder nach dem licht

am nächsten morgen dann
sind diese bilder nicht mehr dran
am liebsten würde sie vergessen
doch sie weiss, es wär vermessen

sie muss hinschau’n
was ihr sagt der traum
doch sie hat angst
und sich verschanzt …

Maler und Bearbeitung: Martina Kilian
Text: Nadja


(20.08.217 – Dunkel)
(TRIGGERWARNUNG Todessehnsucht)

Matthias Schüßler - Fotografie Model Tom Jung Modelpage

Nur Finsternis umspült mein Herz
Gedankenleer such ich den Schmerz
Der mir beweist, ich lebe noch
Hier unten in dem düstren Loch
Was bleibt mir noch in dieser Not?
Gar etwas andres als der Tod?
Ich muss ihn suchen, mich ihm stelln
Wird er wohl meinen Weg erhelln?
Gefangen bin ich und versklavt
Hab längst schon meinen Feind entlarvt

Der mich hindert, Glück zu finden
Der mich anwies zu erblinden
Ihn zu finden, ihn zu kriegen
Dieses Monster zu besiegen
Hat das Schicksal mir beschieden
Dabei darf ich nicht ermüden
Jetzt hab ich den Ort gefunden
Hier kann ich ihn gar verwunden
Denn ohn‘ jeglich Schutz und Siegel
Blicke ich in einen Spiegel

Die Furcht ist größer als mein Mut
Der Spiegel reflektiert die Wut
Und zeigt mir, dass ich wirklich nie
Entfliehe dieser Agonie
Die Finsternis lässt mich nicht los
Behütet mich in ihrem Schoß
So bin ich Opfer und auch Kind
Zumindest bin ich wieder blind
Und suhl mich abermals im Leid
In der vertrauten Dunkelheit

Fotograf: Matthias Schüßler – Fotografie
https://www.facebook.com/Matthias.Schuessler.Fotografie/
Bildbearbeitung: Matthias Schüßler – Fotografie
Text: Vanik
Model: Tom Jung Modelpage
https://www.facebook.com/modelpagetomjung/


(18.08.217 – Einsam und allein)

Dirk Ludwig Fotografie Bahn

Er sitzt in seiner kleinen Wohnung,
fühlt sich einsam und allein.
So beendet er nun seine Schonung,
beschließt, ein Teil der Außenwelt zu sein.

So stellt er sich der Öffentlichkeit,
in einem voll besetzten Bus.
Dort quält er sich durch all das Leid,
er weiß, dass er das jetzt ertragen muss.

Durch die Straßen führt sein nächster Weg,
vorbei an manch zwielichtig‘ Gestalt.
Wo sich ein Schatten um seine Schultern legt,
an ihm zerrt, mit steigender Gewalt.

Dann endlich ist er doch am Ziel,
bei jener, die über allen Schmerzen thront.
Der Schmerz, das Zittern wird zu viel,
er erträgt es, weil’s für Sie sich lohnt.

Sie zeigt Verständnis, schenkt Vertrauen,
der Schatten kämpft gegen dieses kleine Licht.
Er weiß, er kann auf ihre Treue bauen,
das Licht hält Stand, doch siegen kann es nicht.

Einst sah er Sie am liebsten täglich,
nun bringt ein Kurzbesuch schon große Pein.
Der Schmerz wird beinah‘ unerträglich,
nun bleibt er lieber einsam und allein.

Fotograf und Bildbearbeitung: Dirk Ludwig Fotografie
https://www.facebook.com/dirk.ludwig.fotografie/
http://dirk-ludwig.de/
Text: Keiji-Chan – 19.07.2016
https://www.facebook.com/KeijiChanETS/


(17.08.217 – Der stumme Schrei)

Ralf Oltmanns Photography 2

Die stummen Schreie waren mit einer der qualvollsten Erfahrungen,
die ich in meiner tiefsten Depression erlebte.

Der Schrei war in mir gefangen,
es gelang mir nicht, ihn herauszuschreien.
Dabei spannte sich mein gesamter Bauchraum an.
Zugleich atmete meine Lunge so tief aus, wie nur möglich.
Sie verharrte so und atmete nicht mehr ein.
Zudem war der Druck in mir immens groß.
Alles in mir verkrampfte sich.
Es war, als schrie mein Körper.
Dann hörte ich den Schrei.
Es war grausam, ihn nicht herauslassen zu können.

Jedes Mal zerriss es mich innerlich.
Absolut nichts konnte ich dagegen tun.

Ich schrie und schrie immer und immer wieder.

KEINER KONNTE MICH HÖREN …!

Erst nach vielen Wochen konnte ich wieder weinen
und damit hörte endlich der stumme Schrei auf.

Fotograf: Ralf Oltmanns Photography
https://www.facebook.com/ralfoltmannsphotography/
Bildbearbeitung: Ralf Oltmanns Photography
Text: Sabine Schaub

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