Gedichte Neu

(26.04.2018 – Gefangen in der Endstation)
(TRIGGERWARNUNG: Suizid, Aufgabe, Ausweglosigkeit)

Frank Löhr 1

Wenn ich gefangen bin an einem Ort, der Gutes bewirken soll aber eben das Gegenteil bewirkt,
was hält jetzt noch davon ab, dass mein Innerstes stirbt?

Wie soll ich Leben, Atmen oder genießen,
wenn wieder nur diese düsteren Gedanken sprießen?

Wenn sie wollen, dass ich mich verteidige, aber eben das mein Untergang wäre.
Denn wenn ich das tue, kämen sie mir mit Negativem in die Quere.

Wie soll ich lieben, wenn sie sagen, dass ich nicht fähig dazu bin,
auch wenn ich es glaube, schwindet alles dahin.

Denn egal was ich tue, egal wie ich handel, es ist falsch, was ich mache,
egal wie sehr ich versuche mich zu wandeln.

Wenn es egal ist, welch ein Mensch ich bin, ob nett, ob böse wo ist, da der Sinn?

Ich bin ein guter Mensch!? Meine ich zu glauben,
doch die Menschen hier fangen an mir den Glauben zu rauben.

Gefangen, gefangen …

Fotograf und Bildbearbeitung: Frank Löhr
https://www.facebook.com/frank.lohr.946
Text: Jez
Model: Lalu


(25.04.2018 – Der Schrei.)

Gerd Kardel

Gefangen hinter Schleiern.
Ich sehe die Welt um mich herum nur verschwommen.
Dunkel, trist und grausam.
Habe mir eine Schutzhülle zugelegt.
Damit ich nicht fühlen und sehen muss.
Das Atmen fällt mir schwer.
Jede Sekunde fällt langsam ins Leere.
Meinen dauernden Schmerz schreie ich lautlos in mich hinein.
Niemand da der mich hört.
Meine Not versteckt hinter der Stille.
Manchmal will ich raus in ein friedliches Leben.
Ist jemand da der mich hört?

Fotograf und Bildbearbeitung: Gerd Kardel
Model: Ina Mwie Mari-Posa
Text: Ina Mwie Mari-Posa.


(24.04.2018 – Auf alten Wegen)

SilentHarmony Photography 13

Meine Wege, so alt wie die Zeit, so vertraut und doch so weit entfernt.
Neue Wege zu beschreiten, das sagt sich so leicht,
doch meist siegt die Angst und ich bewege mich wieder auf alten Pfaden.
Sie umarmen mich und mein Sein.

Blicke zurück, versuche zu verstehen, zu begreifen
und es hält mich oft gefangen in mir.
Es ist wie eine unerfüllte Liebe, die so schmerzlich erscheint,
dass ich sie nicht gehen lassen möchte, nicht kann.
Es kommt mir einem Verrat gleich, denn es gehört doch zu mir.

Dort stehe ich nun, vor neuen Wegen und will mich entscheiden,
es zerreißt mich innerlich. Gebe mich dem Schmerz hin,
welcher mich immer wieder begleitet.
Wird es anders, besser, schöner? Ich weiß, wenn ich diesen ersten Schritt nicht wage,
bewege ich mich immer weiter auf den alten Wegen.

Fotograf und Bildbearbeitung: SilentHarmony Photography
https://www.facebook.com/SilentHarmonyPhotography/
Text: Feli Dae


(22.04.2018 – Gib mir Hoffnung, dass es weitergeht.)

Holger Dankelmann 16

Die Uhr des Lebens noch nicht still steht.
Gib mir Hoffnung, dass ich leben kann.
Zeig mir doch bittte das Schöne daran.
Zeig mir die Blume, die den Asphalt besiegt,
Zeig mir den Baum, der im Winde sich wiegt,
Zeig mir das wärmende Sonnenlicht,
Das im schillernden Wasser sich bricht.
Sag mir, kann ich wie das Blümlein sein,
Mauern durchbrechen mit Wille allein.
Kann ich wie der Baum im Sturme stehen
Ohne daran zugrunde zu gehen.
Kann ich die Wärme denn in mir spüren
Und wird das Licht mich weiter führen.
Gib mir Hoffnung, dass ich es auch so sehe
Und das Leben neu verstehe.
Gib mir Hoffnung, dass es weitergeht
Und meine Uhr sich weiter dreht.


(21.04.2018 – Hoffnungsschimmer)

Carolyn Heat 9

Nach außen die starke Frau, eine Kämpferin,
die ihr Leben offenbar fest im Griff hat
und sich durch nichts erschüttern lässt.
Im Inneren: zart und zerbrechlich – wie eine Elfe.
Wie es wirklich in mir aussieht, weiß nur ich selbst.
Doch habe ich die schlimmste Zeit überstanden –
bin ausgebrochen aus meinem Kokon
und habe die Dunkelheit hinter mir gelassen.
Kann wieder Farben sehen, Freude spüren, lächeln.
Auch wenn es nicht immer einfach ist,
zieht es mich dennoch zurück ins Licht.

Fotograf und Bildbearbeitung: Carolyn Heat org. Bild von Sabine Engel
Text: Nepo Muk


(20.04.2018 – Tränen aus Blut)

Rosa H. LightArt 3

So oft verletzt, unendliche Male wiederkehrend, bis tief in meine Seele
So oft verletzt, so unendlich tief in mein Herz hinein

Geweint, so oft, viele Ozeane aus Tränen
Geweint, geschrien hat immer wieder meine Seele

Mein Herz, zerbrochen immer wieder an all jenem
Mein Herz, zerfallen durch all diese Tränen

Tränen aus Blut so grell, dass sie fast blind machen
Tränen aus Blut, weil niemand sieht, dass das Herz weint

Fotograf und Bildbearbeitung: Rosa H. LightArt
https://www.facebook.com/Rosa.H.LighatArt/
Text: Feli Dae


(19.04.2018 – Stille)

Corinna Kalloti

Wie kann es Dir zu leise sein?
Hörst du nicht die Stille?
Kannst du ihr nicht lauschen?
Versinkst du nicht in ihr?
In ihrer Vollkommenheit?
In ihrer Ruhe?

Ein Augenblick
Ohne
Den Lärm des Verkehrs
Das Geplänkel der Menschen
Den Krach der Welt

Du stellst den Fernseher an
Dein Computer surrt
In der Küche läuft jetzt das Radio
Damit du die Stille nicht mehr hörst
Nicht mit ihr allein bist

Der Augenblick der Stille ist vorbei
Du atmest auf, lehnst dich beruhigt zurück

…Und ich?
Ich habe sie wieder verpasst
Die Stille
Nach der ich mich so sehne
Weil der Lärm mich auffrisst

Ich verpasse sie immer

Obwohl
Mein Fernseher aus ist
Das Radio nicht läuft
Ich den Computer nicht anschalte
Der Lärm bleibt
Der immerwährende Lärm
In meinem Kopf
Die schreienden Gedanken
In meinem Ohr
Das große Rauschen
Er bleibt
mein Lärm

Ich schreie
Weil ich die Stille nicht mehr hören kann

Maler: Corinna Kalloti
Text: Corinna Kalloti


(17.04.2018 – Meer aus Tränen)

Dirk Ludwig Fotografie 9

So viel geweint um das Leben,
ich könnte Meere füllen und Dir Geschichten erzählen.
Unerfüllt und unerreicht,
diese selbstverständliche Liebe von Dir.

So viel geweint, um all jenes
und noch soviel mehr, was Du mir verwehrt hast.
Diese Verzweiflung, welche ich in mir trage,
bin immer allein mit ihr.

So viel geweint, um Dich, um mich, um uns.
Trotz allem immer noch die Hoffnung,
dass Du mich eines Tages siehst, mein Ich.

So viel geweint um verlorene Zeit.
Was bleibt, ist nur das Meer aus Tränen.

Fotograf und Bildbearbeitung: Dirk Ludwig Fotografie
https://www.facebook.com/dirk.ludwig.fotografie/
http://dirk-ludwig.de/
Text: Feli Dae


(15.04.2018 – Schenk mir etwas Freudenzeit)

ML - Photo 13

Schick mir etwas Freudenzeit
Heiterkeit, ein Hochgefühl.
Auch wenn meine inn’re Kargheit
nicht weit trägt zu diesem Ziel.

Bin kühl, verschlossen, abgeklärt,
kein menschliches Vergissmeinnicht.
Bin unfrei in mir, unbekehrt;
kein Liebreiz, der mit Charme besticht.

Ich such’ Reißaus vor der Tortur,
such’ den Berg für Freudensprünge
möcht lauschen allen hellen Gesängen,
die mir erklingen aus der Natur.

Möcht Abenteuerbücher leben,
Terminknappheiten ignorieren,
statt Protest vom Boden fegen
und in tristem Alltag frieren.

Wär gern der Bergeklettermeister,
der ehrwürdig die Höh’ erklimmt,
statt ein Abhangreisender,
der im Dreck nach Hilfe winkt.

Will liegen im Gras der schottischen Highlands,
die mir in jedem Traum erscheinen,
die man für ihre Rauheit kennt,
will dort lang liegen
und verweilen.

Und ich sehn’ mich nach Zeit der Ruh’ –
nach Abgabe von aller Pflicht.
Wenn ich mich auch noch schwer dran tu,
es wär mir ein Erfolgsverzicht.

Schenk mir diese Freudenzeit,
die Heiterkeit, ein Hochgefühl,
die Farben eines Sommerkleids
wünsch ich mir so, zu spür’n,
die Liebe, vor der es mir scheut,
das leidenschaftliche Gewühl
als reizendere Schwierigkeit,
statt meinem Marterungsgefühl.

Ich wär für den Moment befreit
für den Moment
wär ich am Ziel.

Fotograf und Bildbearbeitung: ML – Photo
https://www.facebook.com/ml.photo.nrp/
Text: Neda Cherrie


(14.04.2018 – Schreie der Seele)

Sarah Fossel 2

Hörst Du sie schreien, so laut und um Hilfe?
Erst leise und dann immer lauter werdend.

Hörst Du sie schreien, vor lauter Wut,
auf sich und die ganze Welt?
Weil sie sich nicht mehr anders zu helfen weiß.

Hörst Du sie schreien, so verzweifelt
und irgendwann verstummend?
Weil sie keiner beachtet.

Hörst Du sie schreien, hörst Du sie?
Warum beachtest Du sie nicht?

Nur weil Du sie ignorierst, sind sie trotzdem da
und schreien still vor sich hin.

Illustration: Sarah Fossel
Text: Feli Dae

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