Gedichte Neu

(15.08.217 – Leben hinter einer Wand Depression)

Andreas Wohlers Fotografie Model Chilli Kitty 1

Lebe hinter einer Wand,
Die jegliche positiven Gefühle hinter sich verband,
Handle wie reglos fixiert,
Weil mein Antrieb bei meinem Anblick
immer aufs Neue resigniert,
Rede und schreie stets allen Schmerz heraus,
doch keiner hört mein reden, die Schreie,
denn meine Worte reichen dafür wieder mal nicht aus
Ich will doch einfach überhaupt,
einmal heraus aus meiner Haut …

Fotograf und Bildbearbeitung: Andreas Wohlers Fotografie
https://www.facebook.com/andreas.wohlers.fotografie/
Text: Melanie Schmitt
Model: Chilli Kitty
https://www.facebook.com/Chillikittymeow/


(13.08.217 – Puuuh)

Wolfgang Honzejk ArtFotografie 12

Das Radio ist schon lange aus, der Fernseher ist voller Staub.
Der Geschirrspüler nicht ausgeräumt, der Mülleimer randvoll.
In den Briefkasten passt nichts mehr rein, die Klingel hat er abgestellt.
Das Telefon auf lautlos, der Kühlschrank fast ganz leer.
Seine Blumen sind vertrocknet, die Gardinen immer zu.
Seine Hemden nicht gebügelt, er spricht nur noch mit sich selbst.
Vor der Tür, da steht sein Fahrrad, die Reifen ohne Luft.
Das Gesicht im Spiegel unrasiert. Nein, lächeln tut es nicht.

Fotograf und Bildbearbeitung: Wolfgang Honzejk ArtFotografie
https://www.facebook.com/WHArtFotografie/
Text: Stefan Temme


(11.08.217 – Hinter die Fassaden der Norm blicken)

MZ-Art Model Beta Carotin

Nicht immer ist das, was wir sehen, wahrnehmen leicht,
vor allem dann nicht, wenn es von einer Norm abweicht.
Doch was ist diese Norm, kannst Du es mir erklären?

Norm sagt man, ist das, was mit Strömen schwimmt,
sich nicht gegen diese stellt oder andere Wege nimmt.
Doch wer macht Normen, kannst Du es mir erklären?

Erklären kannst Du nicht, bist der, der sie selten bricht,
schwimmst lieber mit und wahrst Dein falsches Gesicht.
Geh doch einmal ab, nimm einen dieser anderen Wege
und Du wirst merken, dass ich gar nichts Böses hege.

Diese Normen machen viele Menschen seelisch kaputt,
setzen sie immer mehr und erneut unter größten Druck.
Ihre Devise, statt richtig zu leben, nur noch funktionieren,
weil die Mehrheit der Menschen so nach Normen gieren.

Durch Depressionen ein großes dunkles Loch entstand,
wo die einst gute Seele samt Gefühlen drin verschwand.
Werden von der dort herrschenden Leere verschlungen
und kriegen die Grenze hinaus nicht mehr überwunden.

Macht Eure Augen bitte auf, wird Zeit das Ihr mal reagiert,
ist in der Vergangenheit schon zu viel deswegen passiert.
Möchte nun kein schlechtes Gewissen deswegen machen,
doch ist es besser zu akzeptieren, statt darüber zu lachen.

Gehöre als Nicht-Betroffene lieber an der falschen Norm,
schwimme gegen und geh mit dieser Norm nicht konform.
Halte meine Augen stets offen, verrenn mich nicht blind,
und seh das sie, wie Du und ich Menschen 1. Klasse sind.

Lasst uns mit Verständnis und Akzeptanz Hände reichen,
nur so können wir die falschen Wege der Norm streichen.
Mit Toleranz machen wir das Leben Betroffener leichter,
denn unser Wille macht sie an guten Erfahrungen reicher.

Fotograf und Bildbearbeitung: MZ-Art
http://www.model-kartei.de/sedcards/fotograf/214198/mz-art/
Text: Nadine Wagner
Model: Beta Carotin
https://www.facebook.com/betacarotinmodelpage/


(09.08.217 – Hinter dem Spiegel)

Wolfgang Honzejk ArtFotografie 10

Erkennt er das versteckte Gesicht hinter eisiger Schwärze,
Diese furchtbare Fratze gefangen im Spiegel,
Hinter dem flackerndem, gedämpftem Schein der Kerze,
Mit eingebranntem Siegel?

Sehen seine Augen diesen mysteriösen Schatten,
Der ständig, auf allen Wegen mit ihm geht,
Den verfolgten, lebendigen Körper schon Jahre lang erwartet
Und immer lauernd in des Begehrten Nähe steht?

Es ist ein bösartiges Biest,
Kommt um des jungen Mannes Seele zu holen.
Auch wenn niemand das sich nach seinem Innerstem verzerrende Antlitz sieht,
So lauert es doch hinter allen Mauern und Toren.

Er weiß, man kann ihm nicht entkommen.
Jede Nacht wird zur elendigen Qual.
Es hat ihm in der Vergangenheit schon viel zu viel genommen
Und nun gibt es keine andere Wahl.

Herz und Verstand müssen sich ihm stellen,
Sein heiliges Wesen ohne Gefährten, ohne Hilfe, ganz allein,
Sich zu dem geheimnisvollen Monster auf der anderen Seite des Spiegels gesellen,
Hinter den gedämpft flackernden Kerzenschein.

Und nun stehen dort unsichere Augen voller klar sichtbarer Tränen,
Ein von Angst und Kälte verzerrtes Gesicht,
In ihm zu erkennen unbändiges Sehnen,
So unendlich weit entfernt von jedem Licht.

Welche Erkenntnis, welches Schicksal wird ihn nun erwarten,
Wenn seine zitternden Füße durch diesen Spiegel gehen,
Zu diesen finsteren, geheimnisvollen Schatten,
Vor dem sie schon seit endlosen Jahren stehen?

Er sucht nach einem kleinen Segen, etwas Wärme, verloren im düsterem Nichts,
Einem hellem Schein um endlich zu sehen.
Vielleicht erkennen seine Blicke dann die Züge des versteckten, mysteriösen Gesichts
Und der Geist beginnt zu verstehen.

Wird die eisern strahlende Seele die Aura des Monsters überwinden,
Es, wie solang ersehnt, letztlich besiegen
Oder mit ihm in die dunkelsten Tiefen der Nacht verschwinden,
Es ihr zerbrechendes Wesen endgültig kriegen?

Langsam verschwindet des Mannes unbändige Angst.
Seine Person sieht es gibt nichts zu verlieren,
Nichts mehr, um das er bangt
Und der Verstand fängt an die grauenhafte Bestie zu studieren.

Große Augen beobachten nun was und wie sie es tut,
Des Geschöpfes geheimnisvolle, zerstörerische Macht,
Animalische Anflüge von tiefster Verzweiflung und gnadenloser Wut,
Eine von Melancholie und Aggression geprägte, langfristig gesehen, ins Verderben führende Kraft.

Dann greifen erbarmungslos, ohne Rücksicht an,
Aus dem Nichts kommende Schübe von Gedanken
Und schmerzlich begreift der Verstand irgendwann
Worum diese sich, so eisern den Kopf zerquetschend, ranken.

Tief im Geiste setzt ein, ein Qualen behaftetes Verstehen,
Ein Dahinterkommen was seit Jahren auf allen Wegen vor sich geht.
Es beginnt ein finster erleuchtetes Sehen
Und bitterliches Erkennen welches Monster vor ihm steht.

Der gehörnte, schwarz feurige Dämon, versteckt in endloser Düsternis, ist mit dem Mann hier,
Der, der sein zerreißendes Herz seit unzähligen Dekaden plagt.
Das eigene Ich ist selbst das unzähmbare Höllentier,
Welches an seiner blutbefleckten Seele nagt.

Nun erkennt er das Antlitz, dieses schaurige Gegenüber,
Die eisige Schwärze, in der sein lebendiger Leib begraben liegt.
Eine ewig andauernde Suche ist vorüber,
Doch setzt keine Erkenntnis ein, wie man der Bestie entrinnt oder sie besiegt.

Und erneut denken Seele und Geist verloren zu sein,
Zu erfrieren in einer nie endenden Winternacht,
Von Welten fressender Dunkelheit verschlungen zu werden hinter dem Kerzenschein,
Verlieren alsbald die letzte Hoffnung und jegliche Kraft.

Wieder einmal verliert der davon Gepeinte sich selbst und jeden Glauben.
Einmal mehr bleiben zurück mit tausenden von kalten Tränen gefüllte Augen.

Fotograf und Bildbearbeitung: Wolfgang Honzejk ArtFotografie
https://www.facebook.com/WHArtFotografie/
Text: Anima Corvum – 27.06.2016


(08.08.2017 – Nur mal depressiv)
(TRIGGERWARNUNG Todessehnsucht)

Matthias Bauch 2

Nur mal wieder … pst … das darf keiner wissen depressi
Dunkle Wolken ziehen heran, habe sie schon lange beobachtet!
Blitze sausen auf mich nieder, ich werde klatschnass
Ängste durchzucken alle Glieder und nehmen mir die Luft
Traurige Augen schauen in die dunkle Nacht, mitten im Tag!
Schmerzen stechen wie tausend Nadeln in meinem Kopf
Warum, warum ich, muss ich so schrecklich leiden?
Todesängste und Todessehnsucht überfallen mich
Keiner sieht es mir an!
Keiner will es überhaupt sehen!
Keiner möchte sie haben, die Depression!
Ich frage mich, wie komme ich wieder da raus?
Gibt es Lösungen, gibt es einen Weg oder gar ein Ziel?
Nein, denke ich, alles löst sich vor mir auf und ich bin ein gebrochener Mann!
Einst stark, einst kräftig ein Kämpfer, nun schwach wie eine Maus!
Was kann mir helfen, was tut mir gut, frag ich mich, habe tausend Gedanken.
Ich bekomme ein Antidepressiver und plötzlich war mir
Als hätte es diese dunklen Wolken nie gegeben!
Diese Depression machen mir immer wieder das Leben so schwer
Nur mal wieder eben depr … pst das darf keiner wissen
Nur mal wieder eben depressiv gewesen sein!
Gefangen in mir, was kein Gesunder je sieht und begreift!

Fotograf: Matthias Bauch
https://www.facebook.com/matthias.bauch.fotografie
Quelle: http://www.tunnelblick-stiftung.com/
Bildbearbeitung: Matthias Bauch
Text: Holger Buß


(06.08.2017 – Blick der Seelen)

Martin Bärmann Model Loctus

Ich folge dem Weißen Kaninchen
hinein in eine finstre Welt.
In dieser scheint für meine Augen
der Blick der Seelen mir erhellt.

Mein Blick schweift fern zu einem Baby,
das in der Wiege liegt und weint.
Ein gleißend Licht umhüllt die Kleine:
Die Unschuld, die gen Himmel scheint.

Ich gehe weiter diese Straße,
die mich an einen Spielplatz führt.
Seh Kinder dort, bereits verdorben,
der Hass in ihnen längst geschürt.

Am Ende dieses langen Weges
seh ich mein seelisch Spiegelbild.
Erblicke eine schwarze Leere,
mein Schreckensschrei die Welt erfüllt.

Dann führt mich das Weiße Kaninchen
zurück in meine eigne Welt.
Geblendet sind hier meine Augen,
vom Blick der Seelen nun entstellt.

Fotograf und Bildbearbeitung: Martin Bärmann
Text: Keiji-Chan – 19.07.2016
https://www.facebook.com/KeijiChanETS/
Model: Locutus
https://www.facebook.com/Locutus-920469614703499/


(05.08.2017 – Leere)

Headlight Pictures Model Lady of Sunshine 3

Die Leere in mir, ein dunkles Loch, das immer nur zieht
Wenn es sich um mich ausbreitet, werde ich zum NICHTS
Ich kann nicht mehr, fühlen dann, nicht denken und nicht sein
Habe genug von Hoffnung und von Furcht
Die erdrückende Gefühlslosigkeit setzt sich im Herzen fest,
lastet schwer auf der Seele
Alles in mir wird stumpf, kalt und leer
Wie kann ein Mensch, der sonst so viel denkt, fühlt und in sich trägt,
mit einem Mal wie ausgehöhlt scheinen, als wäre da nie etwas gewesen?
Mein Ich – lediglich ein Schatten, das Leben eine grausige Illusion
Die Existenz eingefroren – so kalt liegt dieses fremde Ich in meinem Innersten
Was wäre, wenn ich mich gänzlich in meinen Gedanken verlieren,
mich in Surrealität auflösen würde?
Würde es einen Unterschied machen?
Was ist das für ein trister Gemütszustand, welch Qual nur?
Warum ich? Womit habe ich das verdient?
Diese elende Trägheit … Wieso unbedingt weitergehen?
Erschöpfung zieht sich zur Trostlosigkeit dahin
Wie lange ertrage ich das noch?
Wir ziehen dahin, fliegen vorüber
Ohne Halt, ohne eine Essenz
Gesichter, Menschen ziehen ohne ein Erkennen vorbei
Verschwommene Farben, verwischte Bilder unter Tränenschleiern
Nichts Anderes ist meine Welt – besteht aus belanglosen Illusionen
Nur die verhasste Schwäche kann ich noch wahrnehmen
Wie lange, bis ich neue Kraft schöpfen kann, nicht wieder hinabgezogen werde?
Wie lange noch, bis die letzte Kraftreserve aufgebraucht ist
und das Loch mich endgültig verschlingen wird?
Wann wird das eiskalte Meer, in dem ich so hilflos strample,
mich an die rettende Küste lassen?
Wie schafft man es bloß, sich Hoffnung auf lang verwehrte Wärme aufrechtzuerhalten,
Wenn das Herz doch still in einer eisigen Umarmung verharrt?
Nur der verhasste Grund nimmt mich immer wieder liebevoll auf
Wenn meine Augen sich doch sehnsüchtig zum azurblauen Himmel der Hoffnungen wenden
Doch meine Gebete, das Flehen wurden noch nie erhört
Sind Zweifel am Ende doch stärker als der Mut eines schwachen, leeren Herzens?

Fotograf und Bildbearbeitung: Headlight Pictures
https://www.facebook.com/headlightpictures/
Text: Skye Silva
Model: Lady of Sunshine


(03.08.2017 – Seelensplitter)

Time2Shoot Model Jay Rasgón

Er kann es nicht finden, sein dominantes Gesicht,
In so dunklen Tagen ein vielleicht sein von Elend geplagtes Herz rettendes Licht.
Seine grünen Augen sehen nirgends einen Sonnenstrahl, verwelkte, gar verdorbene Felder,
Erblicken zerfallende Städte, sterbende Menschen und brennende Wälder.
Sie scheint ihn zu fürchten, die in ihm gepeinigte Seele,
Versteckt sich vor der eigenen Hand, als ob diese selbst jene bis auf das letzte quäle.
Der Mann erkennt am düsteren Himmel strahlenlose, schwarze Sonnen,
So bleibt die Zukunft unerträglich finster selbst die leuchtenden Sterne scheinen zerronnen.
Er kann sich selbst nicht finden, sucht aber verzweifelt weiter,
Weiß nicht mehr, wie es dazu kam, fühlt keine Freude mehr, war ewig nicht mehr heiter,
Findet versteckt im nirgendwo seine eigene Leiche, unter eisiger Schwere begraben im Reich vom endlosen Regen
Und weiß sich für immer verloren, weit weg von Erlösung, ohne jeglichen Segen.
Des dunkelhaarigen, kräftig Gebauten unsterbliches, inneres Licht
Ist jetzt wohl gefangen in eisiger Kälte und starken Gewittern
Und begann, allem Anschein nach bereits vor Jahren,
Wie heruntergefallenes Glas in tausend Teile zu zersplittern.

Fotograf: Time2Shoot
https://www.facebook.com/Time2ShootNG/
Bildbearbeitung: Time2Shoot
Text: Anima Corvum – 17.11.2016
Model: Jay Rasgón
https://www.facebook.com/Jay.Rasgon/


(02.08.2017 – Leere Augen)

Kathleen Pfennig Bea point nommé Model Unleashed mysterious 1

Der Blick ist starr, die Augen leer,
der Glanz ist ihnen längst entschwunden.
Der Blick geht raus aufs off’ne Meer,
ist kalt, Minuten werden Stunden.

In der Seele blauer Spiegel,
sieht man nichts, bloß dumpfe Leere.
Der Geist verschlossen wie mit ’nem Siegel,
unerreichbar, gleich dem Grund der Meere.

Wenngleich ein Lächeln auf den Lippen,
scheint der Blick der Seele durch Tränen rot.
Noch schlägt das Herz hinter den Rippen,
doch die blauen Augen, sie sind tot.

Fotograf: Kathleen Pfennig
Bildbearbeitung: point nommé
https://www.facebook.com/point-nomm%C3%A9-796772623751332/
Text: Keiji-Chan – 28.05.2012
https://www.facebook.com/KeijiChanETS/
Model: Unleashed_mysterious
https://www.facebook.com/Unleashed_mysterious-147129047645…/


(01.08.2017 – Warten auf irgendwas)

Matthias Helmrich Model Sugar Junky

Hab angefangen zu warten und zu warten,
Dabei muss ich doch einfach nur durchstarten,
Doch erwarte ich beim Warten irgendwas.

Irgendwas was mich sieht,
Irgendwas was mich hört,
Irgendwas was mich mag,
Irgendwas was mich liebt,
Irgendwas was mich versteht,
Irgendwas was, was einfach nur mit mir geht.
Irgendwas was zu mir steht,
Irgendwas was mich erinnert,
Wer ich wirklich bin,
Wenn ich wieder an mich vergessen und traurig sein bin.
Wenn ich meine Welt und alles an mir nicht mag,
Wenn ich am Verzweifeln und mich aufgeben mag,
Genau dann brauch ich für mich ganz dringend das irgendwas.

Und so warte ich und warte ich ganz leise und still immer weiter,
Aber in Wirklichkeit bin ich auf meinem Weg ganz allein und einsam.

Nein, ganz allein bin ich vielleicht nicht,
Doch mein Weg kann nur alleine gehen ich,
Werd sehen, wohin er mich führt und wie weit ich kommen werde,
Denn in Wahrheit bestimme ich die Richtung,
Wie weit ich es zulassen werde.

Fotograf: Matthias Helmrich
Bildbearbeitung: Matthias Helmrich
Text: Andrea Eckert
Model: Sugar Junky
https://www.facebook.com/sugarjunky86/?fref=ts

Gedichte Februar – März 2017

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