Gedichte Neu

(07.09.2018 – Kein Licht)

Über Sorgen und Probleme solle man eigentlich immer reden, doch Du bleibst still
Tiefer und tiefer tauchst Du in Deine einsame Seele hinab, obwohl Du gar nicht willst
Du trägst Leid von damals in Dir, fragst Dich immer nur wieso, weshalb und warum
Bist ständig von kalten dunklen Schatten umhüllt, bleibst dennoch all die Jahre stumm
All die anderen können Dich nicht verstehen, übersehen haben sie Dich damals ja auch
Dein ganzes Leben und Dein komplettes Ich, in dieser Welt bloß nur Schall und Rauch
Gefangen in dunklen Träumen, bewegst Du Dich nur noch im Dunst der stillen Orte
Dein Herz schreit nach Hilfe, doch Deine Stimme schweigt, Dir fehlen einfach die Worte
Nichts bewegt sich, Sorgen und Probleme bleiben verschlossen in Deinem tiefen Ich
Du lebst zwar, doch selbst in der Ferne siehst Du kein warmes und helfendes Licht

Fotograf: SilentHarmony Photography
https://www.facebook.com/SilentHarmonyPhotography/
Text: Steven M. Manitz
Aus dem Buch: “Gefühlswelt – Ein Blick ins Innere”


(08.09.2018 – UND ICH WOLLTE FLIEGEN)

Wie frisch geschlüpfte Schmetterlinge ihre Flügel entfalten,
begann ich wieder mein Gesicht der Sonne entgegen zu halten.
Ich wollte mich sonnen im warmen Licht,
aber es gelang mir nicht.
Ich meinte, ich könnte lernen zu fliegen,
als ich begann die Dunkelheit zu besiegen.
Wollte schwebend in ein neues Leben gleiten,
glaubte es reicht, die Flügel auszubreiten.
Doch auf die Sonne kam ein Regen aus Tränen
und begann meine Flügel zu lähmen.
Machte meine Flügel so schwer
und ich spür den Schmerz umso mehr.
Das feine Gewebe Zuversicht wurde weggeschwemmt
und hat mich am Erheben gehemmt.
Noch ehe ich die Flügel erhoben,
wurden sie mir wieder verbogen.
Die folgende Kälte hat mich niedergedrückt,
dass ich spüre, wie mein Leben erstickt.

(09.09.2018 – Rettungslos)

Freier Fall.
Harte Landung.
Um mich herum Sturm und Brandung.
Ich verliere mich im Abgrund meiner Seele.
Tausend Feuer brennen lichterloh.
Ich schmecke Tränen.
Von irgendwo
kommen Worte. “Es wird besser…”
Doch ich quäle
mich verzweifelt
durch die Tage ohne Licht.
Ich habe mich verloren,
nie wieder kommt Freude
in mein Leben.
Mein Herz –
erstarrt.
Meine Liebe – tot.
Und ich kämpfe um mein Leben
wie ein Schiffbrüchiger in Not.

Bild: aglyra
www.facebook.com/aglyra
instagram.com/aglyra)
Text: Carolin Sandner
https://www.facebook.com/pe…/Carolin-Sandner/100000283680740


(11.09.2018 – Gedanken)

Lauscht dem Wind,
Seht das Licht.
Die Gedanken sind,
So schön aber nicht.
Lasset ab!
Warnt mich nicht.
Lasset ab!
Und löscht das Licht.
Seht den Mantel schwarz,
Spürt den dunklen Hauch,
Wie ein klebriges Harz,
Fesseln die Gedanken auch.
Die schwarze Nacht,
Mit dunklen Ranken,
Bricht ihre Macht,
Verschlingt die Gedanken.

Bild: Enrico Schmidt
Text: Manuel Otto Bendrin


(12.09.2018 – Heimat)

Wo bin ich her?
Wann bin ich gewesen?
Ich kann nicht mehr,
Will nicht genesen!
Wie kann es sein?
Lebte immer hier…
Alles ist nur Schein,
Schreit’s tief in mir.
Hier bin ich nicht!
Hab hier nie gelebt!
Hier fühl’ ich nicht!
Hab nach nichts gestrebt!
Noch ein letzter Hauch…
Verlasse dies Sein…
Folg dem Zeitverlauf…
Kehre endlich heim.

Fotograf: Thosographie
Text: Manuel Otto Bendrin
Model: Helmut Lorscheid


(13.09.2018 – AM ABGRUND)

Ich stehe am Abgrund, unter mir das tobende Meer,
wo kommen bloß diese Gefühle her.
Unter mir schäumende, tobende Gischt,
wie eine Stimme die zu mir spricht.
Vor mir nur steile Klippen,
und mir kommen nur Seufzer über die Lippen.
Ich glaub, ich hab meine Stimme verloren,
als dieser Sturm ward geboren.
Wie Nussschalen sehe ich Boote versinken
jämmerlich in der peitschenden Flut ertrinken.
Boote, die mit Liebe und Zuversicht gefüllt,
werden vom schwarzen Dunkel verhüllt.
Haben in dem Orkan keine Chance
und verlieren wie ich die Balance.
Diesmal spüre ich keine Hand, die mich hält,
kalt und wütend ballt sich auf diese Welt.
Ich spüre, wie auch mich der Sturm packt,
fühle mich wehrlos und nackt.
Nur meine Sohlen berühren noch den Stein,
doch wie lange kann der Fels Halt für mich sein?


(14.09.2018 – Bilder und Gefühle)

Im Bett liegst Du nachts körperlich müde doch gedanklich wach, der Schlaf fehlt
Denn Dein Geist Dir immer wieder schreckliches aus der Vergangenheit erzählt
In einem reißenden Strudel von Bildern und Gefühlen bist Du gedanklich gefangen
Sie lassen Dich nicht mehr los, bist wie die Beute von hungrigen Würgeschlangen
Tagsüber werden alle Bilder und Gefühle von früher in den Hintergrund gedrängt
Doch in der Nacht werden sie mit voller Wucht zurück in Deinen Kopf gesprengt
Es gibt Tränen die niemals über Dein Gesicht laufen und die auch niemand sieht
Bilder und Gefühle aus deiner Kindheit, die es nur in Deinem tiefsten Inneren gibt
Deine unsichtbaren aber doch oft fallenden Tränen schlagen wie Gewehrkugeln ein
Denn Du kannst niemals mehr ein Mensch mit Vertrauen und frei von Ängsten sein
Zu Deiner Vergangenheit gibt es noch so viele unbeantwortete und offene Fragen
Du konntest nie darüber reden, doch nun ist es Zeit, sie in die Welt zu tragen
Voller Hoffnung und Zuversicht schaust Du immer nach vorne in das Zukunftslicht
Bis es eines Tages die dunklen Schatten Deiner traurigen Vergangenheit bricht

Fotograf Ulfverpic
Text: Steven M. Manitz
Aus dem Buch: “Gefühlswelt – Ein Blick ins Innere”
Model: Anna Lena Engel und Mrs Ulfverpic


(15.09.2018 – Der Teufel im Kopf)

Täglich legen sich tiefe Sorgenfalten in großer Anzahl auf Deine Stirn
Dunkle und düstere Wolken verdecken daraufhin Dein tiefgründiges Hirn
Ständig fütterst Du fleißig den Teufel in Deinem Kopf mit all den Problemen
Er ist so gierig und möchte Dich mit in seine Hölle des Wahnsinns nehmen
Er verlangt immer mehr Sorgen und Probleme, immer mehr Schmerz und Leid
Der Abstieg in die Teufelswelt rückt immer näher, es ist nicht mehr sehr weit
Ständig musst Du all die ganzen Sorgen in großen Brocken für ihn schlucken
Würdest am liebsten einfach aufgeben und auf alles einfach nur noch spucken
Du möchtest den reißenden Teufel aus Deinem Kopf endlich nur bezwingen
Doch das ist nicht so einfach, denn dafür musst Du täglich mit ihm ringen
Aber wohin sollst Du noch gehen, wenn Du schon am Abgrund zur Hölle stehst
Und Dir der Teufel im Kopf sagt: Es ist erst vorbei, wenn Du noch weiter gehst

Bild: Enrico Schmidt
Text: Steven M. Manitz
Aus dem Buch: “Gefühlswelt – Ein Blick ins Innere”


(17.09.2018 – Schreie meines Körpers)

Ein störendes und schmerzhaftes Kribbeln überall in den Händen und Beinen
Es sind die nie endenden Schmerzen, gedanklich bringt es mich fast zum Weinen
Das Zittern im Körper hört nicht auf, es sind wie, Stromschläge unter der Haut
Es sind die quälenden Schreie meines Körpers und das täglich so unendlich laut
Auf der Arbeit heißt es: „Gib Gas!“ Schmerz kann man weder sehen noch glauben
Ärzte finden keine Ursache, sie sehen die Ernsthaftigkeit nicht vor ihren Augen
Täglich versuche ich auf der Arbeit immer mehr als hundert Prozent zu geben
Doch die Schreie meines Körpers warnen schon lange vor einem falschen Leben
Unaufhörlich schreit mein Körper nach einer Pause, nach einem langen Break
Da helfen auch irgendwelche Medikamente nichts und auch kein Wundershake
All die Jahre habe ich meinen Körper wohl überanstrengt und maßlos ausgebeutet
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die Warnglocke pausenlos nur noch läutet
Mein Körper verweigert sich wieder und wieder, er gehorcht dem Kopf nicht mehr
Und so schreit er immer lauter um Hilfe: „Stop! Der Akku ist schon längst leer“
Es ist ein Schwächegefühl, das keiner von seinem Körper jemals erhalten mag
Doch bei mir ist es leider Standard, denn ich habe es, an jedem einzelnen Tag

Fotografin: Ina Graf
Text: Autor: Steven M. Manitz
Aus dem Buch: “Gefühlswelt – Ein Blick ins Innere”
Model: Helmut Lorscheid


(18.09.2018 – Die Feder)

Hier draußen bin ich,
andere meinen, das wäre gut für mich.
Heute bin ich auch hier mal allein,
kann nur mit meinen Gedanken sein.
Da seh ich auf dem Sand eine Feder liegen,
normal hilft sie dem Vogel doch beim Fliegen.
Noch liegt sie auf ihm, ist noch nicht begraben,
lässt den ganzen Vogel noch erahnen.
Den Vogel stört der Verlust nicht sonderlich,
er merkt ihn wohl einfach nicht.
Denn Federn hat er immer noch genug,
ohne eine schafft er trotzdem seinen Flug.
Auch Gedanken können Federn sein,
manche lassen die Dunkelheit nicht rein,
Doch sind im Kopf genug Federn drin,
macht der Kampf noch Sinn?
Sind da genug gute Gedanken, die mich fliegen lassen,
und der Sand bekommt mich nicht zu fassen?
Oder zieht der Sand mich kraftvoll unter sich
und niemand sieht mehr mein „normales“ Gesicht?

Fotograf: Pictures Untold
Text: Michael Gruhn

One thought on “Gedichte

  1. Ich sack wieder ein
    Mir ist meine Matratze zu weich
    Hab ständig das Gefühl “ich pass hier nicht rein”
    Bin nachts lang wach und höre wie die Nachbarn sich streiten
    Laufe auf matschigen Wegen und tappe in Scheiße

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