Interview eines Betroffenen

„Interview eines Betroffenen“ von Raven.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Dissoziale Persönlichkeitsstörung, PTPS, wieder kehrende Depression

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Gefühle, Leere, ausgebrannt, Selbstmordgedanken, Selbstverletzung, bedrückt, angespannt, weinen, lustlos, alles ist egal, sehe keinen Sinn, werte mich selbst ab, kaum essen, viel schlafen, keine Freude mehr, viel grübeln, Isolation

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

seit dem 7. Lebensjahr

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Es gab mehrere dafür über Jahre hinweg. Emotionale Verwahrlosung, Vergewaltigung, Mobbing, häusliche Gewalt

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

Ich wurde von meinen Eltern in eine Therapie gesteckt, habe es aber komplett abgeblockt 4 Jahre lang. Selbst Initiative ergriff ich erst 2016, als ich es nicht mehr verstecken konnte und selbst merkte so kann ich nicht leben.

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Psychotherapeut

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Ja Verhaltenstherapie

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Ich habe das Positive Denken gelernt und bin selbstbewusster geworden. Heute nehme ich meine Probleme mit Hilfe in Angriff und lasse mich nicht mehr davon zerstören.

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Nein leider nicht, weil man so schwierig einen Platz in Kliniken oder bei ambulanten Therapeuten bekommt. Auch gibt es kaum Tiefenpsychologen oder Traumatherapeuten und wenn, dann gibt es keinen Platz mehr für neue Patienten. Die Wartelisten sind sehr lang.

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Keine

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Heute spreche ich mit Freunden darüber und es wird akzeptiert, auch wenn es nicht jeder versteht. Kann man auch nur, wenn man es hat. Verstecken tue ich mich nicht mehr, es gehört zu mir dazu, da die Heilungsaussichten eher gering sind für mich.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Ich zocke gern PS4 oder PC, da kann ich abschalten und denke nicht mehr so viel nach. Raus gehen Sonne tanken oder mit jemandem was unternehmen.

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Ab und zu PMR nach Jackobsen oder konzentriertes Atmen

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Bei Selbstverletzung hilft ein scharfes Bonbon kauen oder Eiswürfel essen usw. Bei einer depri Phase reden über dass, was du gerade für Gedanken hast. Alles von der Seele reden oder auch schreiben. Bei Panik die Situation aushalten und ruhiger atmen hilft manchmal auch.

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Psychotherapie, Klinik

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Psychotherapie bei Krankenkasse und Krisenintervention geht auch über Krankenkasse muss man aber nicht beantragen.

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Nicht komplett heraus gekommen aber es wird besser.

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Es gibt für alles eine Lösung. Du musst selbst etwas verändern wollen, um Veränderung zu bekommen. Von nichts kommt nichts. Du bist etwas wert und glaube an dich selbst. Es gibt schlechte Zeiten, aber darauf folgen die guten. Schäme dich nicht, das kann jeden treffen. Es ist ok ein Mensch mit Gefühlen und auch verletzlich zu sein. Scheiß auf andere, denn es ist dein Leben und nur du kannst entscheiden, was gut für dich ist.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Raven für die Teilnahme.

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