Interview eines Betroffenen

„Interview eines Betroffenen“ von Viviane Kulik.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Bipolare Störung mit Angstzuständen, Borderline

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Panikattacken mit sowohl depressiven als auch manischen Phasen, emotionale Selbstverletzung

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

20 Jahre

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Körperlicher Missbrauch seit frühster Kindheit, sexueller Missbrauch ab 5 Jahren durch Nachbarssohn, Vater Alkoholiker

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

Sofort. Bereits mit 17 der erste Gang zu Therapeuten

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Über den Hausarzt zum Psychologen

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Habe 2016 das letzte mal versucht eine Gesprächstherapie zu machen. Die Thera lehnte mich mit der Begründung ab, sie könne mir nicht helfen. Ich wisse mehr als sie und wenn wir uns privat kennengelernt hätten wären unsere Gespräche für sie hilfreich gewesen.

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Das es wichtig ist auf sich selbst zu hören. Alle Antworten und Lösungen sind bereits vorhanden. Niemand kann es für mich übernehmen zu heilen.

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Nein

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Nein

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Zu 100%. Sie ist ein Teil von mir und darf da sein. In dunklen Phasen versuche ich bewusst und sorgsam mit mir umzugehen. Ich höre auf die Signale und bemühe mich, aufmerksam zu sein.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Ich bin viel draussen im Wald, atmen, frei sein, pur. Achte auf ausgewogene Ernährung und bei Ruhebedürfnis gönne ich mir diese auch.

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Ich meditiere viel und finde dadurch Zugang zu mir.

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Atmentechniken und Meditation.

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Keine

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Keine

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Selbstakzeptanz. Die Erkenntnis, dass die Vergangenheit sich nicht ändern lässt. Sie existiert. Ich kann nur das Hier und Jetzt leben. Und ich darf schlechte dunkle Phasen haben. Ich muss nicht immer grinsen. Ich darf Ich sein.

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Trau dich umzudenken. Gib dir die Chance dich zu lieben und zu akzeptieren. Du darfst fallen, zweifeln, grübeln, leiden und du darfst nach vorne schauen. Du darfst anders sein. Gib dich nicht auf, auch wenn du dich falsch und fremd fühlst. Du bist gut!

Wir bedanken uns recht herzlich bei Viviane Kulik für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von Anonym.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Mittelgradige Depression

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Traurigkeit, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Magen-Darmprobleme, Hörprobleme (zwischenzeitliche Taubheit mit anschließendem kurzzeitigen Tinnitus), Rückenprobleme, Lustlosigkeit, sehr stressanfällig (steigt der Stresspegel auf der Arbeit z.B. bin ich innerlich sehr aufgewühlt und gestresst und dadurch unausgeglichen und manchmal zickig)

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Festgestellt wurde es Mitte diesen Jahres (2017), wahrscheinlich aber schon länger (Symptome wurde alle von mir leider ignoriert)

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Es gibt einige Auslöser für diese Krankheit. Die meisten liegen in meiner Kindheit. Da ich bislang alle Symptome ignoriert habe, konnte auch die Krankheit nicht festgestellt werden. Dieses Jahr kamen dann zu den anderen Symptomen noch die Hörprobleme. Diese waren für mich der Auslöser, dann doch mal zum Arzt zu gehen. Der ausschlaggebende Auslöser war zu viel Stress auf der Arbeit, da ich seit 1,5 Jahren anstatt eine Stelle, zwei Stellen besetze, da die andere Kollegin krankheitsbedingt ausgefallen ist und keine Vertretung organisiert wurde.

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

Sehr lange, einige Jahre. Ich habe immer alle Symptome ignoriert. Von der ersten Diagnose meiner Naturheilpraktikerin bis zur tatsächlichen Diagnose meines Arztes und Psychologen vergingen 2 Jahre.

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Hausärztin, die mich an die Tagesklinik überwiesen hat.

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Seit der Tagesklinik bislang noch nicht, ich stehe aber auf der Warteliste für eine Verhaltenstherapie.

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Die Verhaltenstherapie hatte ich u.a. in der Tagesklinik. Dort hat sie mir sehr gut geholfen und ich konnte einige Dinge mit in meinen Alltag übernehmen. Dennoch benötige ich noch weitere Hilfe, da ich merke dass ich doch häufiger in alte Muster zurückfalle.

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Gesprächstherapie

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Die reine Gesprächstherapie vor der Tagesklinik hat mir persönlich nicht so gut geholfen und ich habe den Mehrwert für mich nicht gesehen.

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Ich rede offen mit meinem Mann darüber und mit Personen, denen ich voll vertrauen kann. In der Tagesklinik habe, ich gelernt meine Depression für mich zu akzeptieren. Dies fiel mir sehr schwer, da ich immer ein fröhlicher Mensch war, der seine Probleme immer gut alleine bewältigen konnte. Dass das aber letztendlich nicht so ist, musste ich erst mal akzeptieren lernen. Nun komme ich mittlerweile damit ganz gut zurecht.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Ich mache Sport und model hobbymäßig. Das macht mir sehr viel Spaß und ich kann zwischenzeitlich meine Erkrankung vergessen. Zudem gehe ich gerne in die Sauna, um den Alltagsstress zu vergessen.

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Keine

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Beim Autofahren bekomme ich leichte Panik, wenn mir ein anderer Autofahrer zu dicht hinten drauffährt. Das liegt daran, dass ich in den letzten 5 Jahren 3 Verkehrsunfälle hatte, bei denen mir jemand in mein Auto gefahren ist. Zwei der drei Unfälle waren sehr heftig. Ich kann froh sein, dass es mir körperlich so gut geht (bis auf die Wirbelsäule, die manchmal streikt). Bekomme ich diese Panik, dann nehme ich einen Eukalyptusbonbon in den Mund. Das hilft wunderbar. Für meinen Alltag habe ich leider noch keinen Skill gefunden.

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Psychotherapie und ambulante Reha in Form der Tagesklinik

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Keine

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Keine

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Du bist nicht alleine. Lass dir helfen und versuche die Krankheit für dich zu akzeptieren – so wie Julia Engelmann in ihrem Gedicht / Lied „Grapefruit“ singt „Mit einem Beinruch gehst du auch zum Orthopäden. Deshalb kannst du ja mal mit einem Psychologen reden?!”. Es ist nichts dabei, wenn du dir Hilfe suchst.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Anonym für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von Anonym.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Endogene Depression

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Schwierigkeiten mit Stress umzugehen, man kann mich schneller verunsichern, verminderte Konzentration

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Seit 11 Jahren

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Abschlussprüfungen schulisch, der Lernstress und anderes persönliches.

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

Ca. 5 Monate

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Hausarzt, Familie, Kinder- und Jugendpsychologin

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

1x wöchentlich tiefenpsychologische Behandlung

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Man bekommt bei der Psychotherapie gute Tipps für den Alltag. Ich fühle mich dadurch mit meinen Problemen nicht so allein. Ich fühle mich befreiter und sicherer und ich traue mir mehr zu.

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Progressive Muskelentspannung, Neurofeedback

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Progressive Muskelentspannung war auch schon mal sehr entspannend und angenehm. Ich fühlte mich anschließend immer ruhiger und konnte dabei gut abschalten. Beim Neurofeedback bin ich danach ruhiger, zufriedener, kann meine Gedanken besser fokussieren, klarer denken und meine Konzentration wird besser.

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Ich schreibe Gedichte über das Leben und über mich. Seitdem erkenne ich immer mehr, dass jeder Mensch so, wie er ist, gut ist. Auch ich. Ich muss mit mir selbst zufrieden sein. Ich weiß ich muss nicht alle Erwartungen anderer erfüllen. Ich muss auch nicht wie die Anderen leben, weil ich einfach ich bin und so lebe, wie ich es brauche und so das es mir gut geht.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Sport, Ausflüge mit Freunden, Gedichte schreiben, Musik hören

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

1x wöchentlich gehe ich zur Selbsthilfegruppe. Der Austausch mit anderen Betroffenen tut sehr gut und man fühlt sich besser verstanden.

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Sport

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Klinik

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Keine

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Unterstützung von meiner Familie, Reduzierung von dem, was mich stresst. Ich versuche mehr auf mich selbst zu achten und mir zu geben, was ich brauche.

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Man sollte niemals aufgeben. Wenn man zum ersten Mal erkrankt ist, hört sich das komisch an. Doch wenn man kämpft, dann ist es so schön und man kann stolz auf sich sein, wenn es einem wieder besser geht. Man sollte mehr die schönen Dinge im Leben betrachten und versuchen die schlechten Gedanken auszuschalten. Mein Tipp: Einfach abends drei Sachen aufzählen oder aufschreiben, was man Gutes erlebt hat, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. So lernt man bewusst, nicht mehr nur an das Negative zu denken.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Anonym für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von Anonym.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Mittelgradige bis schwere depressive Episode (wiederkehrend)

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Suizidgedanken, Kraftlosigkeit für die einfachsten Dinge (z.B. monatelang keine Haushaltsführung), Hoffnungslosigkeit („es wird nie besser werden“), Rückzug, Schlafstörungen mit gleichzeitig erhöhtem Schlafbedürfnis, spontane Weinanfälle, positive Emotionen selten vorhanden

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Seit 21 Jahren

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Mehrfache Traumatisierung in der Kindheit, sowie später in verschiedener Form (Vernachlässigung, emotionaler/psychischer Missbrauch, anderer Missbrauch).

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

13 Jahre

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Meine damalige Dozentin in der Ausbildung (medizinischer Bereich). Sie empfahl mir einen Klinikaufenthalt, der dann von meinem Hausarzt initiiert wurde.

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Ja, seit 2016 eine Verhaltens- und Traumatherapie.

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Es tut mir gut, mit jemandem zu reden, dem ich nicht bis ins Kleinste erklären muss, warum ich, wie fühle. Der sich auskennt mit Traumata, wie sie sich auswirken, was sie in uns auslösen. Ich stehe allerdings noch ganz am Anfang – bis zu einer Stabilität ist es noch ein langer Weg.

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Hypnose – empfand ich als sehr angenehm und eine privat zu zahlende Therapie bei einem Psychologen mit Heilpraktikerzulassung – bisher der beste Therapeut, den ich je hatte.

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Hypnose: Tiefenentspannung, loslassen können, depressive Symptome durch positive Gefühle ersetzen.
Beim Heilpraktiker lernte ich u.a. TRE, was ich zur Regulierung/zum Abbau von Stress und Trauma-Erinnerungen einsetze.

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Ich gehe mit meinen Erkrankungen relativ offen um. Akzeptiert habe ich sie zum Teil aber es kommen dennoch immer wieder Zweifel, „nicht wahrhaben wollen“ etc in mir hoch. Es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass ich nichts leisten kann beruflich, dass ich gezwungen bin am Existenzminimum zu leben.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Ich liebe Pferde und gehe alle 2 Wochen reiten. Sie helfen mir seit meiner Kindheit, zu überleben.

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Ich habe ambulant betreutes Wohnen mit aktuell 3 Stunden pro Woche.

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Keine

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Keine

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Mit ganz viel Druck habe ich die Krankenkasse dazu gebracht, eine private
Therapie zumindest mit einem kleinen Betrag zu unterstützen. Den größten Teil muss ich aber über Spenden sammeln. Versorgungsamt – Schwerbehinderung. Antrag auf Opferentschädigung. Da ich keine 5 Jahre arbeiten konnte, habe ich keinen Anspruch auf Rente… daher Grundsicherung – Sozialamt. Ambulant Betreutes Wohnen läuft über Eingliederungshilfe – Sozialamt.

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Entzug der Antidepressiva – Besserung der Symptome!
Und das (zumindest ein wenig vorhandene) Wissen, dass jede Depression auch wieder endet. Pferde! Sie haben mich in den schlimmsten Zeiten am Leben gehalten. Funktioniert aber auch mit einem beliebigen anderen Tier.

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Bevor man Antidepressiva nimmt auch vielleicht zuerst mal über eine Psychotherapie nachdenken! Ich bereue es zutiefst, mit Antidepressiva angefangen zu haben und musste 1.5 Jahre Entzug machen. Offen über die Erkrankung reden. Wer sich dann von demjenigen abwendet, war ohnehin nie ein „wahrer“ Freund.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Anonym für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von Alexa Samsara.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Endogene Depression, Angstneurose, Borderline

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Todtraurigsein, Antriebslosigkeit, körpeliche Beschwerden, Angstzustände, Verzweiflung, Aggression, Verzweiflungstaten

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Seit dem Beginn der Pubertät mit ca. 13

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Manchmal löst ein tatsächliches Problem (Tod einer nahestehenden Person, Krankheit usw) eine depressive Phase aus – muss aber nicht sein.

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

ca. 4 Jahre

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Neurologe\ Psychologe

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Zur Zeit nicht

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Keine

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Gesprächstherapie und Gruppentherapie

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Verhaltenstherapie war keine Hilfe

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Seitdem ich Mutter bin, nehme ich mich selbst zurück. Ich akzeptiere das als einen Teil von mir, ich akzeptiere es voll und ganz.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Spaziergänge in der Natur, Hausarbeit, Esoterik, Tarot, Yoga, Meditation, Schreiben

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Keine

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Tiefenatmung, “Hecheln” Entspannungs-CD, Beten

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Keine

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Antrag auf Psychotherapie, Krankenkasse, Am Ende: Hartz 4

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Seitdem ich einen Partner und Kinder habe, geht es mir besser! Erkenntnis: Es gibt kein Licht ohne Schatten “Einsamer, du gehts den Weg zu dir selber.”

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Hab Geduld! Gib dir Zeit! Arbeite an dir und gebe nicht auf! Jeder kämpft seinen eigenen Kampf!
DU SCHAFFST ES!

Wir bedanken uns recht herzlich bei Alexa Samsara für die Teilnahme.

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