Interview eines Betroffenen

„Interview eines Betroffenen“ von Oliver.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Rezidivierende depressive Störung

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Antriebslosigkeit, Gefühlsleere, chronische Müdigkeit, Verlust jeglichen Hungergefühls

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Seit 2002 in Schüben

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Scheidung, Dauerschmerz und einiges andere

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

3 Monate

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Einweisung in die psychiatrische Klinik

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Keine

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Keine

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Keine

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Keine

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Ich stehe dazu und gehe offensiv damit um.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Spaziergänge in der Nacht, meine Haustiere

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Selbsthilfegruppen

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Keine

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Keine

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Kostenübernahme für teilbetreutes Wohnen beim Sozialversicherungsträger

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Freunde und Partnerin waren wesentliche Hilfen, räumliche Distanz zum früheren Umfeld

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Sich Hilfe holen ist immer ein Zeichen der Stärke, nicht Schwäche.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Oliver für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von Anonym.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Major Depression (endogene/schwere Depression)

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Fühle mich an vielen Tagen leer und niedergeschlagen, mir ist bewusst, dass ich Interesse und Freude and vielen Dingen verliere, auch Freundschaften dadurch vernachlässige, Schlafprobleme, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

2017

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Ich wurde in meiner Kindheit jahrelang gemobbt und gerate durch viele soziale Medien immer mehr in Selbstzweifel.

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

3 Monate

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Freunde

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Keine

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Keine

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Psychotherapie

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Mir hat sie ein wenig geholfen, habe auch dadurch an mir gearbeitet. Ich habe eingesehen, dass es nicht mehr so weitergehen kann. Der erste Schritt war, dass ich dadurch eingesehen habe, dass nicht alles gleich so schlecht ist. Dass ich an mir arbeiten und über meinen Schatten springen muss. Den Großteil jedoch habe ich durch mich selbst geschafft, bzw. durch/mit Freunden und Familie.

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Ich gehe schon viel besser mit meiner Depression um. Ich habe gelernt, damit zu leben und sie zu akzeptieren. Ich arbeite sehr viel an mir, um nicht in ein Loch zu fallen.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Mir hilft Fitness und Joggen in der Natur sehr viel. Ebenso helfen mir regelmäßige Treffen mit Freunden

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Keine mehr

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Ich nehme mir meistens einen Moment für mich alleine, sei es draußen oder drinnen. Ich versuche tief in mich zu gehen und mache leichte Atemübungen. Ebenso versuche ich mir meine negativen Gedanken zu verdrängen, indem ich an schöne Erlebnisse denke.

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Psychotherapie

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Keine

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Ich habe es so gut wie geschafft herauszukommen. Durch viel Ablenkung, viel Unterstützung von Freunden und Familie ging es immer mehr bergauf. Ich habe sehr viel an mir gearbeitet und gelernt mich zu akzeptieren. Ich habe erkannt, dass man wirklich viel Kraft braucht, um über seinen Schatten zu springen. Alleine ist es nicht einfach aber durch viel Zusammenhalt und Unterstützung klappt es. Man sollte nur nicht aufgeben.

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Ich würde ihm sagen, dass er die Hoffnung nicht aufgeben soll. Er sollte versuchen sich so viel wie möglich abzulenken und die Unterstützung von Freunden und Familie anzunehmen. Ich glaube, das ist noch immer die beste Therapie! Er soll sich im Spiegel anschauen, in sich gehen, seinen Gedanken freien Lauf lassen und nach Lösungen suchen, um sie bekämpfen zu können.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Anonym für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von Liberté Hope.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Mittelgradige Depression, Angststörung mit Panikattacken, ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Agoraphobie, Zwangsgedanken/Handlung, Herzrasen, Hitzewallung, Schwindel, Ruhelosigkeit, Übelkeit Darmbeschwerden (psychisch bedingter Reizdarm) Gefühl des Fremdseins im eigenen Körper

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Seit frühester Kindheit

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Mobbing in der Schule sowie im Bekannten/Familienkreis und Todesfälle im Familienkreis.

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

Erst als junge Erwachsene. Also nach ca. 12 Jahren der ersten erkennbaren Symptome.

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Zuerst Gespräche mit den Eltern, später Hausarzt.

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Derzeit Verhaltenstherapie in großen Abständen

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Leider hilft sie mir nicht.

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Tagesklinik für Angststörung in Gruppen und Einzeltherapie für 7 Wochen , psychosomatische Reha für 5 Wochen

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

In der Tagesklinik für Angststörung konnte ich viel über die Angst lernen und habe erstmals verstanden wie es zu all den Prozessen im Kopf und Körper kommt. In der Reha lernte ich mehr auf meinen Körper zu achten und habe viel zum Thema Selbstliebe gesammelt.

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Ich Kämpfe nach wie vor jeden Tag. Es gibt gute Tage und sehr schlechte Tage. Die Akzeptanz fällt mir immer noch sehr schwer.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Eine Zeit lang hilf mir Sport, Gespräche mit anderen Betroffenen.

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Keine

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Bewegen, schnelles Laufen, starken scharfen Kaugummi kauen

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Ambulante Psychotherapie, Tagesklinik, psychosomatische Reha

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Krankenkasse: Therapie, Tagesklinik, Rentenversicherung: Reha, Teilhabe am Arbeitsleben, Gesundheitsamt: Grad der Behinderung

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Keine

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Schnell Hilfe suchen und versuchen sich nicht zurückzuziehen bzw. sich von Anfang an mit allem auseinandersetzen, nicht verdrängen. Kämpfen und niemals aufgeben.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Liberté Hope für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von Jolina.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Schwere depressive Episode

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Suizidgedanken, Müdigkeit, aggressiv, lustlos, gereizt, antriebslos

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Seit 2011

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Meine Mutter fiel am 12.6.2011 nach einem Unfall (Schlaganfall) ins Wachkoma. Seitdem ist meine Welt nicht mehr, wie sie war. Ich wurde regelrecht depressiv mit massiven Suizidgedanken.

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

ca. 3 Monate

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Zuerst Hausarzt, der mich dann zur Psychotherapie überwiesen hat.

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Ja, ich bin in einer psychosomatische Ambulanz (Gesprächstherapie) in der ich regelmäßig vorspreche.

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Ich habe mich wieder lieben gelernt. Es war so befreiend als ich endlich wieder nach der schweren Depressionen von Herzen lachen konnte.

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

1x in der Entgiftung von Alkohol, in 3 Tageskliniken und 2x stationär(1x bei der Entgiftung und 1x auf einer psychosomatischen Station).

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Ich habe gelernt, dass ich so, wie ich bin okay bin. Das die chronische Migräne und die Depression mich nicht komplett ausmachen. Ich bin mehr als mein Schmerz und mehr als meine Depression. Ich habe gelernt wieder zu lachen.

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Ich weiß um meine Stärken und Schwächen. Ich weiß, dass die Depression einen Menschen aus mir macht, der ich nicht bin. Ich weiß, dass ich chronisch, unheilbar krank bin, aber das ist okay.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Eines meiner größten Hobbys ist schminken. Ich liebe es MakeUp aufzutragen und mich zu verwandeln. Ich höre regelmäßig Regengeräusche und Föngeräusche, dass entspannt mich ungemein und geführte Meditation auf YouTube.

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Keine

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Erstmal tief durch atmen, eventuell Medikamente nehmen die mir helfen runter zu fahren. Dies ist aber mit meinem Arzt abgeklärt. Ansonsten versuche ich eine Freundin oder meine Schwester zu erreichen und mir die Sorgen von der Seele zu reden.

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Psychotherapie, psychosomatische Ambulanz und Station, Entgiftung, Reha

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Ich habe erstmalig einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt. Mit gut 20 Migräne Schmerztagen bin ich sehr eingeschränkt auf Arbeit und generell meiner Verfassung. Habe ein GdB von 40 bekommen. Im Moment lege ich Widerspruch ein und stelle einen Antrag auf Gleichstellung.

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Ich habe mich auf eine psychosomatischen Station einweisen lassen (freiwillig). Akute Suizidgedanken damals, haben dazu geführt, dass mein Freund und meine damalige beste Freundin mich gedrängt haben, mir Hilfe zu suchen. Mir ging es so mies, täglich der Kampf gegen mich und meine düsteren Gedanken. Dahin zu gehen, war das beste was ich hätte tun können.

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Lese dir das Gedicht von Charly Chaplin: Als ich mich selbst zu lieben begann, höre von Julia Engelmann: Grapefruit zum Frühstück an. Du bist nicht alleine! Das Leben ist toll und du ebenso! Gib nicht auf!

Wir bedanken uns recht herzlich bei Jolina für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von Rieke Marx.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Bipolar I

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Depressionen, Manien, Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit und vieles mehr

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Seit ca.1998

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Burnout (überstanden), Partnerschaftprobleme

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

4 oder 5 Jahre

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Arzt, Klinik

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Keine

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Keine

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Analytische Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Klinik

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Die analytische Psychotherapie hat mir nicht viel gebracht über die 3 Jahre, bis auf die Tatsache, dass ich mich wieder an Dinge erinnern kann, die ich liebend gerne vergessen würde (Ereignisse aus der Kinder- und Jugendzeit). Die Verhaltenstherapie hab ich nach 4-5 Sitzungen abgebrochen, da sie mir pers. nichts brachte. Klinik war nett und ich habe dort liebe Menschen kennengelernt. Jedoch sind Gruppentherapien nichts für mich, wie. z.B. malen, das kann ich zu Hause und joggen ebenso wie das Wassertreten ist auch nicht meins.

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Sie ist Teil meiner Persönlichkeit, ich habe sie aktzeptiert und lebe mit ihr.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Meine Hunde, mein größtes Hobby zwingt mich nach draussen. Das Vertrauen der Tiere und deren Liebe zu mir erleichtern mir mein Leben ungemein. Zudem habe ich einen kleinen Minijob und bin dort sehr gerne. Ein paar Stunden die Woche mit Menschen zu arbeiten, tut mir gut und ist befriedigend….. danach bin ich allerdings sehr froh, meine Tiere wieder um mich zu haben und im Wald umherstreifen zu können. 2015 habe ich ehrenamtlich angefangen in der Flüchtingshilfe zu arbeiten.

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Keine

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Keine

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Klinik, Psychotherapie

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Rentenversicherung, vor ca. 6 oder 7 Jahren, voller ErwerbsminderungsrenteVersorgungsamt, Schwerbehinderung

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Na das wäre schön, nur nicht möglich als chronische Erkrankung.

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Aus eigener Erfahrung weiß ich zu genau, dass dies nicht möglich ist! Wenn das so einfach wäre, einem anderen Menschen positive Dinge dieser Erkrankung mitzugeben… nein. Helfen kann man auch erst dann, wenn der Betroffene selber soweit ist und nach Hilfe schreit. Vorher ist alles sinnlos. Selbst nach meinem 4. Suizidversuch war ich immer noch der Meinung, Hilfe brauche ich schon mal gar nicht. Der Punkt muß von selber kommen, wenn der Druck einfach zu groß wird.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Rieke Marx für die Teilnahme.

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