Interview eines Betroffenen

„Interview eines Betroffenen“ von Sarah.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Rezidivierende Depression (depressive Episoden), generalisierte Angststörung

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Generelle Ängste und besonders Zukunftsängste, Unsicherheit, sehr starke Selbstzweifel, Traurigkeit, Motivationslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, ich ziehe mich dann sehr stark zurück und bin sehr müde.

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

4 bis 5 Jahre

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Keine

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

ca. 1 Jahre

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Als erstes habe ich mich nur meinem besten Freund anvertraut und später eine Therapie.

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Ich gehe zu einer Gesprächstherapie.

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Es ist oft sehr anstrengend in der Therapie, aber es hilft mir sehr mit jemandem zu sprechen, der außenstehend ist und bei dem man weiß, dass er einen wirklich versteht. Mittlerweile kann ich sehr offen mit meinem Therapeuten reden, und er beleuchtet viele Dinge mit mir gemeinsam aus anderen Blickwinkeln. So gehe ich öfter sogar mit einem positiveren Gefühl aus der Therapie heraus.

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Keine

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Keine

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Es fällt mir immer noch schwer meine Depression so ganz zu akzeptieren, aber ich habe durch die Therapie(n) gelernt, damit umzugehen. Ich verurteile mich selbst nicht mehr so stark dafür, wenn es mir mal wieder schlecht geht (das funktioniert nicht immer, aber meistens schon). Außerdem gehe ich offener mit dem Thema um. Ich habe mich früher dafür geschämt, heute spreche ich mehr darüber. Ich weiß, dass die Depression ein Teil von mir ist, und diesen muss ich akzeptieren, oder wenigstens hinnehmen. Aber ich erinnere mich immer wieder daran, dass die Depression mich nicht ausmacht. Ich bin nicht die Depression, sie ist nur ein Teil von mir.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Ich mache Achtsamkeitsübungen und Meditationen aus dem Zen-Buddhismus. Außerdem hilft mir mein Hund sehr. Durch ihn muss ich täglich raus an die frische Luft, ich muss aufstehen, mich motivieren. Die Verantwortung für einen Vierbeiner tut mir sehr gut und bringt mich auch an den schlechtesten Tagen auf die Beine.

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Ich spreche oft mit Freunden, die auch an Depression leiden. Wir machen quasi unsere eigene kleine „Selbsthilfegruppe“.

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Ich habe so etwas wie eine kleine Notfallkiste. Darin habe ich Bilder, die mich zum Lächeln bringen, weil sie schöne Erinnerungen sind und ausgedruckte Chatgespräche, die mich mal sehr beruhigt oder aufgeheitert haben. Ansonsten Achtsamkeitsübungen und Meditation.

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Keine

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Nur Anträge bei der Krankenkasse für die Gesprächstherapien.

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Keine

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Die Depression ist ein Teil von uns, mit dem wir irgendwie leben müssen. Aber die Depression macht uns nicht aus! Sie ist nur ein Teil von vielen anderen Teilen, die uns im Gesamten aus machen. Ich nenne den Teil der Depression in mir gerne „meinen kleinen Dämon“. Manchmal brüllt er so laut in meinem Kopf, dass ich schwer dagegen ankomme, aber genauso kommt danach wieder eine Zeit, wo man ihn wieder besser im Griff hat. Mit der Zeit lernt man, was er mag und was er nicht mag, und sich das, was er nicht mag zur „Waffe“ zu machen. Allzu oft ist man so tief in der negativen Gedankenspirale, dass man denkt, da würde man nie wieder raus kommen und in diesem Moment ist es auch vollkommen okay, wenn man „schwach“ ist. Aber man muss versuchen sich daran zu erinnern, dass das Zulassen eigentlich eine „Stärke“ ist, und dass der Sog nach unten auch wieder ein Ende hat. Nachdem es bergab ging, geht es auch wieder bergauf. Man muss versuchen auf die kleinen, schönen Dinge zu achten.
Und ganz wichtig: Niemand ist alleine.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Sarah für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von Astrid Dino.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Schwere Depression, bipolare Depression

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Durchschlafstörungen, Energielosigkeit, Stimmungsschwankungen, “Gedankenkarusell“, “Schwarzes-Loch-Gefühl“

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Seit 1996

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Mobbing während der Schule, kurzzeitiger Drogenkonsum

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

3 Jahre

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Ich besuchte einen Psychiater/Neurologen.

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Keine

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Keine

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Keine

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Keine

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Meistens ist die Depression meine graue Katze. Sie lauert um mich herum und lässt mich nie alleine. Oft kämpfe ich gegen sie, manches Mal habe ich keine Kraft zu kämpfen. Akzeptieren kann und konnte ich sie noch nie.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Ich lese gerne, schreibe Texte und fotografiere.

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Leider keine

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Mein Hauptskill ist laute Musik auf die Ohren, kurz vollständig in Musik abtauchen.

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Keine

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Krankenkasse: Krankengeld bis zur Ausregulierung

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Keine

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Du bist nicht alleine, schäme dich niemals für deine Erkrankung und rede dir niemals ein, dass sei “Schwäche“. Hole dir Hilfe, umgib dich mit Menschen, die dich verstehen und dir gut tun.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Astrid Dino für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von Astrid Dino.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

PTBS, rezidivierende depressive Störungen

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Antriebsschwäche, Seelenqualen, zeitweise Apetittlosigkeit und Übelkeit, Gedächtnisleistungsstörungen und Konzentrationsarmut, Wortfindungsstörungen, Psychosomatische Schmerzen im LWS, HWS, diffuse Schmerzen, Migräne und Kopfschmerzen, Erschöpfung und endlose Müdigkeit, Freudlosigkeit, Gefühllosigkeit und noch einige mehr

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Seit 6/2016

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Eine zu betreuende 94jährige Mutter, die Anfang 2017 verstarb. Eine 30 jährige Tochter, die im März 2016 einen Schlaganfall erlitt (Sinusvenenthrombose) Ich selbst bin chronisch Schmerzkrank.

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

Ich bin sofort zum Arzt, als ich merkte, nichts geht mehr

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Hausarzt, Psychosomatische Klinik

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Tiefenpsychologische Therapieform

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Das ist schwer zu beantworten. Mir geht es mal besser und dann wieder schlecht. Jeden Rat und Empfehlung versuche ich bestmöglich umzusetzten.

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Keine

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Keine

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Sie läuft einfach mit soweit es geht, ansonsten sitze ich die Symptome aus.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Ich male so oft es geht. Wenn die Antriebsschwäche nicht so massiv ist, sodass ich raus kann, dann fototgrafiere ich gerne oder schreibe Geschichten und Gedichte. Ich habe auch einen Hund, um den ich mich kümmere.

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Körpertherapie: Ich lernte meine Kindheitstraumata aufzuarbeiten und zu verstehen. Ich fing an mich selbst wertzuschätzen, so anzunehmen wie ich bin und dass ich an dem was mir angetan wurde, keine Schuld trage. Ergotherapie: ich finde wieder Dinge die mir Freude bereiten. Verschrieben bekomme ich sie aufgrund der PTBS und Depressionen. Ich lerne wieder auf mich, mein inneres zu hören und meine Bedürfnisse wahrzunehmen und zu erfüllen.

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Ja, aber diese benutze ich nicht, weil mir das gar nicht mehr einfällt, wenn es mir schlecht geht.

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Psychotherapie

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Antrag für die psychosomatische Klinik. Wo ich sie beantragt habe, weiß ich nicht mehr.

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Keine

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Nicht aufgeben, dass Leben lohnt sich! Ich war einmal totkrank (Krebs und Lugenembolie). Da habe ich gemerkt, wie ich am Leben hänge. Das Leben ist lebenswert. Lass dir von deiner Depression nichts anderes sagen.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Astrid Dino für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von Anonym.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Rezidivierende depressive Störung mit schweren Episoden, Borderline und posttraumatische Belastungsstörung

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Lustlosigkeit, keine Freude mehr an sonst geliebten Tätigkeiten, Reizbarkeit, Unruhe, Selbstverletzung, Panikattacken

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

ca. 12 Jahre

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Kindheitstraumata durch meine Erzeuger

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

6 Jahre

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Erziehungs- und Familienberatungsstelle, Hausarzt waren meine ersten Ansprechpartner

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Verhaltenstherapie

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Ich habe wieder gelernt einen Tagesrhythmus zu schaffen. Dazu habe ich verstehen dürfen warum die Symptome so bei mir auftreten und was ich verändern kann.

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Körpertherapie, Ergotherapie

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Körpertherapie: Ich lernte meine Kindheitstraumata aufzuarbeiten und zu verstehen. Ich fing an mich selbst wertzuschätzen, so anzunehmen wie ich bin und dass ich an dem was mir angetan wurde, keine Schuld trage. Ergotherapie: ich finde wieder Dinge die mir Freude bereiten. Verschrieben bekomme ich sie aufgrund der PTBS und Depressionen. Ich lerne wieder auf mich, mein inneres zu hören und meine Bedürfnisse wahrzunehmen und zu erfüllen.

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Ich gehe mit meiner psychischen Problematik offen um. Ich habe mich lange genug versteckt und versuche heute Betroffenen zu helfen.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Ich habe zwei wundervolle Hunde die mir eine Tagesstruktur geben. Somit bin ich regelmäßig draußen und habe Verantwortung. Ich versuche auch regelmäßig zu essen.

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Eine Selbsthilfegruppe hilft mir mich mit anderen auszutauschen und die problematischen Situationen Mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Eiskalt duschen gehen, Rätsel, Igelball, scharfe Bonbons helfen mir in stressigen Situationen sehr. So schaffe ich es in vielen Situationen normal weiter zu machen und mich wieder zu beruhigen.

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

3 Klinikaufenthalte

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Keine

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Besonders geholfen haben mir meine zwei Hunde. Ich habe die Zukunft in der Hand und ich darf mir diese nicht von meiner Vergangenheit kaputt machen. Es ist ein harter und steiniger Weg aber er lohnt sich.

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Ich habe damals lange alles mit mir selbst ausgemacht. Heute weiß ich dass es der falsche Weg für mich war. Redet mit eurem Hausarzt darüber und sucht euch rechtzeitig Hilfe. Der Weg ist nicht leicht aber der Kampf lohnt sich für ein glückliches Leben. Mir hat damals geholfen mir immer wieder vor Augen zu führen, warum ich weiter kämpfe, was mich glücklich macht und welche Ziele ich im Leben noch habe.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Anonym für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von Andrea Eckert.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Rezidivierende depressive Störung, Panikstörung, Angst

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Schlaflosigkeit, tiefe leere Phasen, Suizidgrdanken, sinnloses Denken, Müdigkeit, traurig, lustlos.

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Ich denke seit 1992

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Eine Person in der Familie trinkt (heute gehts der Person viel besser), wollte immer helfen (angehende Co-Abhängigkeit), 1992 mein Autounfall und hatte mich dann zurück gezogen – ich war mir genug.

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

Vor ca 8-9 Jahren

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Hausarzt dann Verhaltenstherapie. Zusammenbruch mit Panikattacken und große Angst sowie Weinkrämpfen. Mit Hilfe von einer Freundin Therapieplatz gesucht und gefunden.

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Bin zur Zeit in einer Verhaltenstherapie mit (endlich) einer ganz tollen Therapeutin.

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Die jetzige Therapie ist sehr gut. Es sind Worte und Gespräche die ankommen. Handeln muß ich trotzdem selber.

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Tagesklinik. Hat mir nicht viel gebracht, doch ich habe die gleichmäßige Struktur genossen.

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Ich bin offener geworden und rede ansonsten nicht vieles.

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Habe gelernt kleine Dinge für mich zu sehen, was anderen unscheinbar ist. Fotografiere, schreibe und gehe offen mit meiner Depression um.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Wenn ich in die Phase rutsche versuche ich allein zu sein, meist schlafe ich wegen der extremen Müdigkeit, oft kommen in diesen Phasen tolle Gedichte dabei raus, gehe an die frische Luft und suche mir eine Bank und bin für mich (war aber anfangs auch nicht so).

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Therapeutin sagt auch, ich solle in Gruppen gehen, aber das ist nichts für mich. War eigentlich immer ein Alleingänger, der nur etwas mit vertrauten Menschen macht.

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Skills nicht wirklich. Ich höre leise beruhigende Musik und versuche zur Ruhe zu kommen. Meine treue Katze hilft mir auch dabei.

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Keine

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Außer für die Therapien keine.

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Depression ist da, sie kommt und sie geht. Anfangs nie verstanden, heute weiß ich es besser. Wir gehören zusammen, ein Geben und Nehmen, wie ein Abkommen.

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Es zu akzeptieren ist der beste Weg. Gefühle rauslassen, weinen, reden und machen. Und nicht vergessen, es ist immer jemand da.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Andrea Eckert für die Teilnahme.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *