Interview eines Betroffenen

„Interview eines Betroffenen“ von scarredsoul.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Posttraumatische Belastungsstörung mit schweren Depressionen.

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Todesangst mit Drang zum Suizid, Angststörungen, Panikattacken, Konzentrationsprobleme, Komplexe, körperliche Krankheiten wie Gastritis, Verkrampfung die zur Lähmungserscheinung führen, Amnesie

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Seit ich 6 Jahre alt bin.

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Durch den Alkoholkonsum meiner Mutter, sexueller Missbrauch, Hass vom Vater und vielen Menschen in meiner Kindheit. Der extreme Zusammenbruch war im Oktober 2016, ausgelöst durch das Aufkommen von Bildern aus der Vergangenheit.

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

Durch den Zusammenbruch wurde ich 2 Wochen später ins Bezirkskrankenhaus zwangseingeliefert.

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Immer noch auf der Suche nach einem Therapieplatz für Traumatheraphie (sehr schwer zu finden).

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Kann ich leider nicht, da ich nur Absagen bekomme.

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Nichts

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Nein

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Nein

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Ich kann sie nicht akzeptieren, es ist schwer damit umzugehen und gegen sie anzukämpfen.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Kraftsport mit der entsprechenden Ernährung (sehr proteinreich) dazu. Ich muss mir momentan selber helfen und das mache ich durch alle möglichen Tipps aus dem Internet, wie Atemtechnik und meine positiven Erlebnisse am Ende des Tages aufzuschreiben. Mir hilft es, da man lockerer werden kann und durch das Aufschreiben das positive suchen muss und man das negative verdrängt. Wenn man das erstmal geschafft hat, verschwindet es immer weiter in den Hintergrund.

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Selbsthilfegruppe 1 Mal in der Woche

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Leider habe ich da nichts.

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Psychotherapie (sobald sie gefunden wäre)

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Schwerbehinderten Ausweis (Zentrum Bayern Familie und Soziales) Krankenkasse, Pflegegeld

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Nein

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Sofort und schnellstmöglichst Hilfe zu holen bevor es zu schweren körperlichen Krankheiten kommt, so wie bei mir.

Wir bedanken uns recht herzlich bei scarredsoul für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von Sebastian Knetsch.

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Burnout, Endogene bipolare Depression

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Lustlosigkeit, Keine Gefühle zulassen und zeigen da ich nichts an mich ran lasse

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Seit 2014

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Beginn war ein Burnout durch zu viel Stress und Leistungsdruck auf der Arbeit

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

Es dauerte nicht lange, ca. 2 Monate.

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Erst meine Frau danach mein Hausarzt und nach einem dreiviertel Jahr eine Psychologin.

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Momentan nicht, da ich umgezogen bin und ich wieder warten muss bis ein Platz frei ist. Vorher ja, in der Woche 2 mal.

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Aus der vorangegangenen Therapie nicht viel, aber ich konnte mit jemandem reden, was mich bedrückt. Die Therapeutin hat mir 2 mal sehr gut getan und ich habe kein Schlussstrich gezogen.

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Nein

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Keine

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast Du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Meine Depression ist ein ständiger Begleiter in meinem Leben und ich habe sie akzeptiert, dass sie nicht vollständig weg geht.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in Deiner Depression?

Ich bastel viel, was mich etwas abkenkt. Ich koche und backe sehr gerne, was mich beruhigt und wo ich mich konzentrieren muss.

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Die Robert Enke Stiftung rufe ich ab und an mal an um mit jemandem zu reden.

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Rausgehen an die frische Luft, etwas spazieren und mir verschiedene Gärten angucken, dabei komme ich wieder etwas runter aber auch anfangen etwas zu backen hilft mir.

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Psychotherapie wäre das einzige, da ich für die Krankenkasse nicht schlimm genug krank bin und keine akute Hilfe brauche. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln, es muss erst was schlimmes passieren ehe die reagieren und der MDK hat keine Ahnung.

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Ich musste mich arbeitslos melden und danach Harz4 beantragen.

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Nein

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Immer langsam eins nach dem anderen machen auch wenn es kleine Dinge sind. Versuchen sich zu freuen, wenn man etwas geschafft hat.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Sebastian Knetsch für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von crazycat85

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

mittelschwere bis schwere Depression

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

gelegentlich manische Phasen, starke Melancholie, Antriebslosigkeit, häufige Traurigkeit

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Seit meiner frühesten Kindheit

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Mobbing im Kindesalter, Ausgrenzung in der Schule, da andere Mitschüler mich als “seltsam” ansahen, weil ich viel gelesen habe und mich schon früh für sehr wissenschaftliche Themen interessierte.

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

10 – 11 Jahre

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Zu Anfang im engsten Freundeskreis, danach zum Hausarzt mit Überweisung zum Therapeuten.

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Ja Verhaltenstherapie, bis vor kurzem einmal wöchentlich; jetzt alle 14 Tage.

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Lerne derzeit noch, endlich an mich zu denken und nicht zu sehr an andere. Habe gelernt mich über die kleinsten Dinge des Alltags zu freuen. Andere Betrachtung des Lebens, ich weiß mittlerweile worauf es wirklich ankommt. Ich erkenne bewusster, wenn ich innerlich “abstürze” und versinke nicht mehr allzu tief. Depressive Phasen dauern nicht mehr solange wie vor ein paar Jahren, maximal bin ich zwei Tage in einem Tief, danach geht es schon deutlich besser. Habe gelernt mehr Ruhephasen für mich im Alltag einzubauen

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Verhaltenstherapie mit tiefenanalytischer Therapie

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Siehe Antwort 8, da gleitender Übergang der Therapien

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Akzeptanz, dass ich leider daran erkrankt bin. Ich achte mehr auf mich selbst und vorallem auf körperliche Signale, die ich früher vernachlässigt habe. Ich rede im engsten Kreis und unter Leidensgenossen auch darüber. Mir ist bewusst geworden, dass ich nun mal eine “sensiblere Seele” bin und dass es nichts schlechtes sein muss.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in deiner Depression?

Mehr Ruhepausen für mich im Alltag. Bei leichteren Tiefs verbringe ich Zeit am Computer oder sehe gerne TV vom Bett aus; sehe mir vorallem Serien oder Filme an, bei denen ich schmunzeln oder gar lachen kann. Ebenfalls helfen mir bei leichteren Tiefs youtube Videos, insbesondere Katzenvideos!!!!!! (ich muss dazu sagen ich bin total katzenbescheuert, nur leider kann ich aufgrund meiner Tierhaarallergie keine eigene Katze haben und ihr als Angestellter dienen).

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Die eigene Selbsthilfegruppe mit Thematik Depressionen hilft mir. Der Austausch mit anderen in der Gruppe ist sehr hilfreich. Ein wenig Engagement im sozialen Bereich durch eigene SHG (Selbsthilfegruppe) und Kontakt mit dem ortsansässigen Selbsthilfebüro – das Gefühl, anderen zu helfen hilft mir auch und gibt auch das Gefühl, dass ich etwas sinnvolles mache.

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Habe als Tipp von meiner Psychologin eine begleitende Lern-CD bekommen und arbeite hin und wieder mit der CD (interaktives Skilltraining für Borderline-Patienten von Schattauer); bisher habe ich damit gelernt, dass bewusste Atmung viel helfen kann und ein imaginäres Abstand nehmen von der Notfallsituation.

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Bisher nutze ich nur eine Psychotherapie.

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Bisher nur den Antrag auf Psychotherapie bei der Krankenkasse.

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Nein

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

So früh wie möglich handeln und rechtzeitig Hilfe suchen. Nicht verschließen, wenn man zu Beginn Hemmungen hat, wenigstens einer/m Freund/in oder nahen Vertrauensperson anvertrauen. Ganz wichtig: auf sich selbst und Körpersignale achten!! Sich nicht zu sehr unter Druck setzen. Bewusster atmen und Ruhepol finden. Kleine Dinge im Alltag zu schätzen lernen.

Wir bedanken uns recht herzlich bei crazycat85 für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von Sandra Kadow

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

PTBS, Bipolar, Angststörung

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Angst, Panik, Herzrasen, Schweißausbrüche, Magenprobleme, Kloß im Hals, Atemnot, Schluckbeschwerden und Todessehnsucht

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Diagnostiziert seit 2014

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Keiner bekannt bis jetzt

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

1 Jahr

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Hausarzt, Facharzt alle Beschwerden ohne Körperliche Befunde abgeklärt dann musste ich mir doch eingestehen die erst Diagnose meines Hausarztes die sich auf PTBS berief in Erwägung zu ziehen. 10 Tage Tagesklinik, Akute Einlieferung von der TK in die Geschlossene da die Suizidgefahr zu hoch war nach 6 Wochen Klinikaufenthalt wieder in die Tagesklinik für noch mal 6 Wochen.

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Kognitive Verhaltenstherapie jedoch nicht mehr.

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Gelernt habe ich auf mich selbst zu achten, mich zu achten, „NEIN“ sagen, Auszeiten zu nehmen, Dinge zu tun die mir Spaß machen, den Wichtigskeitsgrad mancher Dinge besser zu sortieren

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Medikamentöse, die ich 1,5 Jahre genommen habe.

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Keine

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast Du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Ich spreche drüber und verstecke mich nicht. In schlechten Zeiten lasse ich sie auch einfach zu und nehme es, wie es ist. Ich schäme mich nicht dafür, denn ich kann nicht immer 100% geben.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in Deiner Depression?

Als erstes Selbstakzeptanz, sich selbst wahrnehmen, sich fühlen und vor allem auf sich zu hören, Entspannung nach Jackobsen, Spazieren oder Walken gehen, Kleine Auszeiten, Basteln mit Holz, Positiv Denken (man kann es echt lernen, denn Jammern zieht runter), Aromatherapien kann man immer und überall einsetzen sind für mich nicht mehr weg zu denken, ohne Schleichwerbung hier zu machen, bin ich von Primavera Produkten zu 100% überzeugt, da es die intensivsten und für mich ansprechendsten Düfte hat. Am Besten ein schönes Bad mit Duftöl (vielseitig einsetzbar in Aromavernebler, Duftlampen usw.) Lesen, es gibt tolle Bücher z.b „Depression Abzugeben“ von Uwe Hauck, ich habe gelacht und geweint. Facebook Gruppen

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Keine

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Aromen Düfte z.B. Stressfrei Roll-on (immer in der Handtasche dabei), Atmen tief einatmen, Singen lenkt schnell und einfach ab und man atmet tief ein. Auch wenn ich andere lieber damit verschone, da das singen bei mir eher klingt wie eine rostige Gießkanne.

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Bei mir waren es meine Tageskliniken und mein Stationärer Aufenthalt in der Psychosomatischen Klinik. Reha habe ich abgelehnt, da meine Kinder mir so sehr fehlten. Ich werde aber jetzt eine Kur beantragen, die man nach meinem Wissen alle 4 Jahre machen kann. Eine Haushaltshilfe.

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Das hat alles meine Hausärztin erledigt, ich musste nur bei der Krankenversicherung einen Antrag auf Haushaltshilfe stellen, da meine Kinder damals erst 7, 9 und 17 Jahre alt waren. Meine Kur muss ich bei der Rentenversicherung beantragen im September.

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Der beste Spruch den ich mitbekommen habe vom Pflegepersonal in der Stationären Klinik, als wir über Suizid sprachen „Man will nicht wirklich aus dem Leben, sondern nur aus der Situation“ Mein Leitspruch ist seit dem her „Nichts verändert sich, bis du dich veränderst, dann verändert sich alles. Depressive Phasen gehören bei jedem Menschen im Leben dazu. Ganz ohne bin ich nie aber ich kann damit umgehen.

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Sei egoistisch, glaube an Dich, erlaube Dir, dass es Dir gut geht und DU es Dir verdient hast. Du darfst Dich lieben, denn Du bist wundervoll und zwar genau so wie Du bist.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Sandra Kadow für die Teilnahme.


„Interview eines Betroffenen“ von Samantha

01. Welche Form/en der Depression wurde/n bei Dir diagnostiziert?

Instabile Persönlichkeitsstörung Typ Borderline, gespaltene Persönlichkeit, (andere dazu: Magersucht)

02. Mit was für Symptomatiken geht/en sie persönlich bei Dir einher?

Selbstverletzendes Verhalten, Stimmungsschwankungen, Suizidgedanken, Albträume, sozialer Rückzug, Gefühl von innerer Leere, ein Gefühl als hätte ich 2 Seelen in meinem Körper, Posttraumatische Belastungsstörung, Dissoziatives Verhalten, autoaggressives Verhalten uvm.

03. Wie lange leidest Du bereits an der Erkrankung Depression?

Seit ca. 7 Jahren

04. Was war/en der/die Auslöser für Deine Erkrankung?

Auslöser war u.a., dass meine Geschwister und ich vom Jugendamt aus der Familie gerissen wurden, der sexuelle Missbrauch durch meinen Vater und das nun auch meine Cousinen aus der Familie genommen wurden (meine Cousinen 3-8 Jahre) waren für mich wie meine eigenen Kinder)

05. Wie lange dauerte es, bis Du für Dich soweit warst, Hilfe aufzusuchen?

5 Monate ca.

06. Welchen Weg der ersten Hilfe bist Du für Dich gegangen?

Ich habe mit meiner Klassenlehrerin gesprochen, sie war wie ein Mutterersatz für mich. Sie hat mir dann einen Platz bei einer Therapeutin geholt. Dort bin ich aber nie gewesen, weil ich einen Tag vor dem Termin zwangseingewiesen wurde.

07. Besuchst Du in regelmäßigen Abständen eine Psychotherapie, wenn ja welche?

Ja seit 2 Monaten, jeden Mittwoch besuche ich eine Tiefenpsychologin. Verhaltenstherapie hat bei mir nie angeschlagen, darum zahlt mir die Krankenkasse die tiefenpsychologische Therapie.

08. Was kannst Du positiv für Dich aus dieser Therapie herausziehen und inwiefern hilft sie Dir in Deinem Alltag?

Ich habe ein Ventil zum reden, wenn es mir nicht gut geht, dann spielen wir auch was, wie Kicker z.B., selbst mit 18 macht das noch Spaß.

09. Hast Du auch schon anderweitige Formen der Therapie, ausser die bei Frage 7 genannten für Dich genutzt?

Ja, Verhaltenstherapie (Ambulante DBT-A Gruppe), Klinik war ich nur in einer Krisensituation.

10. Wenn ja, für was war/en diese Therapie/n speziell und inwiefern hilft es Dir seitdem im Alltag?

Sie war spezifisch zur Stimmungsstabilisierung, zum Umgang mit Stress oder SVV, bei Borderline Patienten. Sie hat mir leider gar nicht geholfen.

11. Wie gehst Du mit Deiner Depression heute um und inwiefern hast Du sie für Dich persönlich akzeptiert?

Ich habe sie und die Symptome als Teil meines Charakters akzeptiert und gehe offen damit um.

12. Was tust Du für Dich selber privat im Alltag, damit es Dir besser geht oder was hilft Dir positiv in Deiner Depression?

Ich arbeite beim DRK, so kann ich Menschen helfen und wenn ich ihnen helfen konnte, geht es mir gut. Ich tanze Garde, was mich auspowert. Zur Ablenkung unternehme ich viel mit meinem Freund.

13. Was für Möglichkeiten nutzt Du eventuell sonst noch für Dich?

Keine

14. Hast Du Skills, welche Dir im Notfall bei zu hohem Druck, sehr großer Angst, Panikattacken etc. helfen und wenn ja, was sind Deine persönlichen Skills, damit es Dir wieder etwas besser geht?

Ich habe mal welche erarbeitet, nutze sie aber nie.

15. Welche Hilfen stellte Dir das Gesundheitssystem zur Verfügung?

Eine tiefenpsychologische Therapie.

16. Welche Anträge hast Du, bedingt durch Deine Depression stellen müssen, für was sind sie und wo hast Du diese jeweils beantragt?

Noch nicht persönlich, das hat meine Therapeutin übernommen).

17. Falls Du aus der Depression herausgekommen bist, welche Umstände haben dazu beigetragen und welche positiven Erkenntnisse hast Du für Dich daraus mitnehmen können?

Ich bin noch mittendrin aber eine große Hilfe ist mein Freund. Er hilft mir, wo er nur kann. Positives sehe ich darin, dass ich an mir selber wachsen kann und wenn ich diesen ganzen Mist überlebt habe, wird mich nichts mehr so schnell aus der Bahn werfen.

18. Was würdest Du gerne als Betroffener einem Menschen positiv mit an die Hand geben, der gerade erst an Depressionen erkrankt ist oder in einer negativen Gedankenspirale steckt?

Es gibt immer Dinge für die es sich zu leben lohnt. Suche dir kleine Sachen, den Film den du schon immer sehen wolltest, den Geburtstag einer Freundin etc. So hast du Sachen, wo du dich drauf freuen kannst, um dich so von Tag zu Tag zu hangeln. Auch wenn es anfangs sehr schwer ist und unmöglich erscheint, von Zeit zu Zeit wird der Kampf leichter. Rede! Die beste Therapie ist es, mit jemanden zu reden dem man vertraut. Erzähle der Person alles was du ihr erzählen magst, sie wird dich verstehen.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Samantha für Ihre Teilnahme.

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